Bachelorarbeit, 2012
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
1.2 Forschungsstand
2. Die theoretische Grundlage der Compliance
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffsgegenstandes
2.2 Erklärung für Compliance und Non-Compliance
2.3 Compliance in der Europäischen Union
2.4 Untersuchungsrahmen für empirische Annahmen
3. Aktuelle Bestandsaufnahme des Fiskalpaktes
3.1 Entwicklung und Instrumente
3.2 Umsetzung und Folgen für die Mitgliedstaaten
4. Compliance des Fiskalpaktes und Hindernisse an Fallbeispielen
4.1 Die Untersuchung von Compliance am Beispiel Deutschlands
4.2 Die Untersuchung von Compliance am Beispiel Frankreichs
4.3 Die Untersuchung von Compliance am Beispiel Irlands
5. Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für die tatsächliche Einhaltung des Rechts der Europäischen Union, speziell im Hinblick auf den Fiskalpakt und den Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP), unter Anwendung des Konzepts der Compliance.
2.2 Erklärung für Compliance und Non-Compliance
Die Begründung für Compliance bzw. Non-Compliance lässt sich am treffendsten mit dem realistischen Ansatz der Internationalen Beziehungen begründen. Aufbauend auf den Vorstellungen von Hobbes, der den Naturzustand des Menschen als einen Kampf aller gegen alle bezeichnete, versucht die Theorie des klassischen Realismus nach dem Politikwissenschaftler Hans Joachim Morgenthau, das Verhalten von Staaten zu erklären. Nach seiner Definition sieht der klassische Realismus in den Strategien der Politik jedes Staates das Machtstreben gegen die anderen, sei es, um Macht zu gewinnen, zu bewahren oder auszubauen.
Auch der Philosoph Niccòlo Machiavelli begründete dieses Verhalten mit dem Beispiel des rationalen Akteurs: „[A] prudent ruler cannot keep his word, nor should he, where such fidelity would damage him, and when the reasons that made him promise are no longer relevant.“
Diese Theorie ist zwar für die Modellbildung geeignet, vermag jedoch nicht alleine zu erklären, warum Staaten nur aus Selbstinteresse vertragliche Verpflichtungen einhalten sollten. Eine Analyse der Internationalen Beziehungen hat vielmehr gezeigt, dass Regierungschefs, Außenminister und Diplomaten sehr viel Zeit und Energie darauf verwenden, Verträge auszuhandeln und diese auch einzuhalten. Der Motivation wird vorausgesetzt, dass die Inhalte der Verträge entweder dem Effizienzgedanken, den Interessen oder allgemein betrachteten Normen zugrunde liegen. Compliance ist daher aus dem Grund effizient, da bestehende Entscheidungen befolgt werden ohne ständige erneute Politikanalyse, die meist mit hohen Kosten verbunden ist. Die so genannten Transaktionskosten werden somit gespart. Den Interessen wird theoretisch meistens gedient, indem alle betroffenen Parteien in die erste Phase der Entscheidungsfindung miteinbezogen wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Staatsverschuldung in der EU ein, erläutert die Ziele des Fiskalpaktes und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Bedingungen für die Compliance des EU-Rechts.
2. Die theoretische Grundlage der Compliance: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Definitionen von Compliance und Non-Compliance, betrachtet verschiedene Ansätze der Logik sozialen Handelns und untersucht die EU als institutionellen Rahmen.
3. Aktuelle Bestandsaufnahme des Fiskalpaktes: Hier wird der aktuelle Stand des Fiskalpaktes und des ESM dargelegt, inklusive deren Instrumente sowie deren Umsetzung und Folgen für die Mitgliedstaaten.
4. Compliance des Fiskalpaktes und Hindernisse an Fallbeispielen: Dieses Kapitel analysiert anhand der Beispiele Deutschland, Frankreich und Irland die Bedingungen für Compliance, wobei die nationalen Interessen und die Anwendung des Fiskalpaktes kritisch geprüft werden.
5. Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerungen fassen die Bedingungen für eine effektive Compliance des EU-Rechts zusammen und betonen die Bedeutung von Sanktionen, Kommunikation und dem Einbezug von Akteuren.
Compliance, Non-Compliance, Fiskalpakt, Europäische Union, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdisziplin, Staatsverschuldung, ESM, Wirtschafts- und Währungsunion, Prinzipal-Agenten-Theorie, Realismus, Sozialkapital, Defizitverfahren, Sanktionen, Ratifizierung.
Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ihre rechtlichen Verpflichtungen, insbesondere im Rahmen der fiskalpolitischen Regeln des Fiskalpaktes, tatsächlich einhalten.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Compliance, die Analyse des Fiskalpaktes sowie die praktische Umsetzung dieser Regeln in den ausgewählten EU-Mitgliedstaaten.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage nach den Bedingungen für die Compliance des Rechts der Europäischen Union am Beispiel des Fiskalpaktes.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung von Compliance-Konzepten sowie eine vergleichende Fallstudienanalyse der Länder Deutschland, Frankreich und Irland.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Compliance, den aktuellen Stand des Fiskalpaktes sowie eine detaillierte Analyse der Einhaltung dieser Vorgaben in den Fallbeispielen unter Berücksichtigung nationaler Interessen.
Wichtige Begriffe sind Compliance, Fiskalpakt, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Staatsverschuldung, Defizitverfahren und europäische Integration.
Deutschland agiert als treibende Kraft bei der Einführung strenger Regeln, geriet aber selbst durch eigene Verstöße gegen den SWP und durch Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht in den Fokus der Untersuchung.
Unter Francois Hollande zeigte sich Frankreich kritisch gegenüber dem Fiskalpakt, konnte aber durch Kompromisse, wie den Wachstumspakt, zur Ratifizierung überzeugt werden, obwohl die Haushaltslage schwierig bleibt.
Irland gilt als Beispiel für ein Land, das trotz wirtschaftlicher Krisen eine hohe Bereitschaft zur Einhaltung der Regeln zeigte, was sich unter anderem durch die Zustimmung im Referendum verdeutlichte.
Ein hohes Maß an Sozialkapital und Vertrauen in das demokratische System wird als wesentliche Bedingung angesehen, um die Compliance innerhalb der EU-Mitgliedstaaten zu fördern und den Trittbrettfahrer-Effekt zu minimieren.
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