Magisterarbeit, 2010
83 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Dimension und Beständigkeit der Figuren und Linien von Nasca
3 Schwerpunkte in der Erforschung der Nasca-Kultur
3.1 Problemstellungen und aktuelle Erkenntnisse interdisziplinärer Forschung
3.2 Erste Erwähnungen und die Entdeckung der Wüstenbilder
3.3 Maria Reiche und ihr Lebenswerk
3.4 Weiterführende Forschungsarbeiten und Theoriebildungen
4 Zerstörungen des Kulturerbes
4.1 Klimatische Veränderungen und ihre Auswirkungen
4.2 Zerstörungen durch menschliche Eingriffe
4.3 Was treibt Einheimische dazu, die Spuren ihrer Vorfahren zu zerstören?
5 Chancen und Gefahren des Tourismus
5.1 Positive Entwicklungen in Peru und Nasca
5.2 Gefahren des komplexen Tourismusnetzwerkes
5.2.1 Ökonomische Risiken für die Bevölkerung
5.2.2 Ökologische Folgen
5.2.3 Sozio-kulturelle Auswirkungen: Vom Kulturkontakt zum Kulturwandel
6 Entwicklungen der Nasca-Identität und des Bezugs zum Kulturerbe
6.1 Einflüsse und Vermischung verschiedener Kulturen im Laufe der Zeit
6.2 Hybride Kultur
6.3 Modernisierung, Globalisierung und die Bedeutung des Tourismus für das Verhältnis der Nasqueños zum kulturellen Erbe
6.4 Das Kulturerbe als reine Geldquelle?
7 Schutzmaßnahmen und Probleme der Umsetzung
7.1 Vergangene Bemühungen um den Erhalt des Kulturerbes
7.2 Aktuelle Interessen und Pläne
8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Umgang der heutigen lokalen Bevölkerung mit dem jahrtausendealten Erbe der Nasca-Kultur unter dem Einfluss von Tourismus, Armut und Modernisierung, um aufzuzeigen, wie ein nachhaltiger Schutz der archäologischen Stätten erreicht werden kann.
3.3 Maria Reiche und ihr Lebenswerk
Die Grundsteine für die weitere Untersuchung waren bereits gelegt, als die 1903 in Dresden geborene Viktoria Maria Reiche-Große Newmann ab 1941 in die Fußstapfen Kosoks trat und in seinem Auftrag die Figuren und Linien in der Pampa von Nasca erforschte – eine Aufgabe, der sich Maria Reiche bis an ihr Lebensende 1998 mit großer Hingabe widmete.
Doch bis dahin hatte sie einen ereignisreichen Lebensweg zurückgelegt. Aus einem gutbürgerlichen, für damalige Verhältnisse fortschrittlichen Elternhaus stammend – der Mutter Anna Elisabeth war es vergönnt, Theologie und englische Literatur in Hamburg und Edinburgh zu studieren – zeigte Maria schon als junges Mädchen großes Interesse an naturwissenschaftlichen Beobachtungen. Nachdem sie an der Städtischen Höheren Mädchenschule Romain-Rolland ein gutes Abitur abgelegt hatte, begann Maria 1924 ihr Studium der Mathematik und Geographie an der Technischen Hochschule Dresden. Zwei Semester verbrachte sie in Hamburg und belegte zusätzlich Kurse in Philosophie und Pädagogik. Maria Reiche beendete diese breit gefächerte Ausbildung 1928.
Da die Aussicht auf Arbeit in Zeiten der Wirtschaftskrise sehr schlecht war und sie sich mit kurzzeitlich befristeten Anstellungen nicht zufrieden geben wollte, setzte Maria Reiche vier Jahre später mit dem Schiff nach Peru über, um bei dem deutschen Konsul Tabel in Cusco als Lehrerin für dessen zwei Kinder zu arbeiten. Schon zu diesem Zeitpunkt spürte sie die bedrückenden Entwicklungen in Deutschland, von denen Reiche Abstand nehmen wollte. Die Zeit in der damaligen Inkahauptstadt ermöglichte ihr nebenbei Spanisch zu lernen und sich mit der Kultur und Geschichte Perus zu beschäftigen. Vor allem die alten Festungen mit ihren Observatorien und Tempeln begeisterten die dreißigjährige Reiche und weckten immer größeres Interesse an den astronomischen Beobachtungen prähispanischer Kulturen. Wegen Unstimmigkeiten wurde Maria nach zwei Jahren vorzeitig entlassen und aufgefordert, direkt in ihr Heimatland zurückzukehren.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der Nasca-Kultur und die wachsende Problematik zwischen touristischer Nutzung und notwendigem Erhalt der archäologischen Stätten.
2 Dimension und Beständigkeit der Figuren und Linien von Nasca: Dieses Kapitel beschreibt die physische Beschaffenheit und die außergewöhnliche klimatische Schutzwirkung, die das Überdauern der Geoglyphen über Jahrtausende ermöglichte.
3 Schwerpunkte in der Erforschung der Nasca-Kultur: Der Abschnitt bietet einen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung, von der Entdeckung der Wüstenbilder bis zum Lebenswerk von Maria Reiche und modernen interdisziplinären Projekten.
4 Zerstörungen des Kulturerbes: Es werden die verschiedenen Gefahrenquellen analysiert, die das Kulturerbe bedrohen, darunter klimatische Einflüsse, menschliche Eingriffe und das gravierende Problem der Grabräuberei.
5 Chancen und Gefahren des Tourismus: Dieses Kapitel erörtert die ökonomische Ambivalenz des Tourismus als Einkommensquelle für die Bevölkerung bei gleichzeitig drohender sozio-kultureller und ökologischer Degradierung.
6 Entwicklungen der Nasca-Identität und des Bezugs zum Kulturerbe: Die Untersuchung zeigt, wie sich Identität in einem von Migration und Globalisierung geprägten Umfeld wandelt und welchen Stellenwert das archäologische Erbe für die heutige Bevölkerung hat.
7 Schutzmaßnahmen und Probleme der Umsetzung: Die Schlussbetrachtung der Schutzmaßnahmen verdeutlicht die Schwierigkeiten bei der praktischen Implementierung von Erhaltungskonzepten in einem von Interessenkonflikten geprägten Umfeld.
Nasca-Kultur, Scharrbilder, Geoglyphen, Maria Reiche, Kulturerbe, Tourismus, Grabräuberei, Archäologie, Identität, Peru, Denkmalschutz, interdisziplinäre Forschung, indigene Bevölkerung, Cahuachi, nachhaltige Entwicklung.
Die Arbeit behandelt den Umgang mit dem antiken Erbe der Nasca-Kultur in Peru vor dem Hintergrund der Spannungsfelder zwischen Tourismusentwicklung, Armut der lokalen Bevölkerung und der Notwendigkeit archäologischer Konservierung.
Zentrale Themen sind die historische Erforschung der Nazca-Linien, die Gefährdung der Stätten durch Umwelt und Mensch, sowie die soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus auf die lokale Identität.
Das Ziel ist es, den Status quo des Erhalts der Nasca-Kultur zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie das kulturelle Erbe trotz ökonomischem Druck geschützt und für die Bevölkerung identitätsstiftend genutzt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und einer eigenen empirischen Untersuchung vor Ort in Peru, inklusive Experteninterviews und Umfragen in lokalen Schulen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Forschungsgeschichte, die Untersuchung der Zerstörungsursachen, die Bewertung der Tourismuseffekte und die kritische Betrachtung der kulturellen Identität der "Nasqueños".
Wichtige Begriffe sind Nasca-Kultur, Geoglyphen, Maria Reiche, Kulturerbe, Tourismus, Grabräuberei, Archäologie, Identität und indigene Bevölkerung.
Maria Reiche leistete einen entscheidenden Beitrag, indem sie durch ihre jahrzehntelange Arbeit die Bedeutung der Linien für die Öffentlichkeit bekannt machte und sich aktiv für deren Schutz als Weltkulturerbe einsetzte.
Der Tourismus bietet neue ökonomische Perspektiven und Arbeitsplätze, führt aber gleichzeitig zu Akkulturationsprozessen, steigenden Lebenshaltungskosten und der Gefahr der Kommerzialisierung lokaler Traditionen.
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