Bachelorarbeit, 2011
48 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 VON NEUROSEN UND PSYCHOSEN: Die Verwandlung als psychologisches Phänomen
2.2 VON DICHTERN UND GEDICHTETEN: Die Verwandlung als literarisches Motiv
3. LITERARISCHE VERWANDLUNGEN
3.1 DAS TIER IN UNS: Verwandlungen in der Epik
3.1.1 Franz Kafkas Käfer
3.1.2 Carlos Ruiz Zafóns Schmetterling
3.2 AUSBRUCH DER IDENTITÄTSLOSEN: Verwandlungen in der Dramatik
3.2.1 Die späte Einsicht der Nora von Henrik Ibsen
3.2.2 Die Ohnmacht des Graf Öderland von Max Frisch
3.3 REIFEN UND ALTERN: Verwandlungen in der Lyrik
3.3.1 Die Stufen des Hermann Hesse
3.3.2 Die Identität der Hilde Domin
4. FAZIT
Die Arbeit untersucht das Motiv der Verwandlung in ausgewählten literarischen Werken der Epik, Dramatik und Lyrik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie und warum sich diese Werke mit Metamorphosen befassen, welche Muster der Auslösung oder Unterdrückung existieren und inwiefern der Schreibprozess selbst als lebensspendende oder emanzipatorische Verwandlung des Autors und seiner Protagonisten verstanden werden kann.
3.1.1 Franz Kafkas Käfer
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Mit diesem Satz beginnt Franz Kafkas Geschichte über die tragische Verwandlung eines jungen Mannes in einen überdimensionalen Käfer. Es ist genau dieser eine Satz, der die unbeschreibliche Magie des Textes ausmacht und unzählige Interpreten der Literaturwissenschaft zu den verschiedensten Denkweisen trieb. „Die Ungeheuerlichkeit des Vorgangs“, „die ganze unerhörte Begebenheit: die Verwandlung eines Menschen in ein Insekt“ überrascht den Leser mit einer solch enormen Kraft, dass es ihm schwer fällt, eine gewisse Distanz zu den dargestellten Ereignissen zu wahren. Vielmehr verfällt er ebenso in eine Zwischenebene, die weder Traum noch Wirklichkeit zu sein scheint, wie es dem Protagonisten selbst ergeht. Auch wenn dieser vorgibt, klar zu erkennen, dass es kein Traum war, was er da an seinem eigenen Körper feststellte, so ergeben sich doch im Folgenden einige Zweifel, was seine Selbstwahrnehmung und -bewertung betrifft.
Es soll in diesem Kapitel davon abgesehen werden, eine systematische Darstellung und Wiedergabe der einzelnen Interpretationswege zu unternehmen. Vielmehr soll eine Mischung der plausibelsten Ansätze und Überlegungen angestrebt werden, um das zentrale Motiv der Verwandlung Gregor Samsas in seiner Ganzheit analysieren zu können.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das universelle Sujet der Verwandlung ein und definiert die methodische Herangehensweise der Arbeit anhand ausgewählter literarischer Gattungen.
2. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert psychologische Krankheitsbilder wie Neurosen und Psychosen, um eine Grundlage für die Analyse der literarischen Metamorphosen zu schaffen.
3. LITERARISCHE VERWANDLUNGEN: Der Hauptteil analysiert exemplarische Werke der Epik, Dramatik und Lyrik auf ihre spezifische Verwandlungsthematik hin.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt Sprache, Ambivalenz und Emanzipation als zentrale Aspekte der literarischen Verwandlungsdarstellung hervor.
Verwandlung, Metamorphose, Identität, Literatur, Neurose, Emanzipation, Psychoanalyse, Sprache, Kafka, Hesse, Ibsen, Frisch, Zafón, Domin, Rollenzwang
Die Arbeit untersucht das literarische Motiv der Verwandlung und analysiert, wie Autoren durch Metamorphosen psychische Prozesse und gesellschaftliche Entwicklungen in ihren Texten reflektieren.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Autors als Schöpfer, das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft sowie die psychologischen Hintergründe von Identitätskrisen.
Das Ziel ist es, wiederkehrende Muster der Verwandlung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Literatur genutzt wird, um Identität zu hinterfragen und Emanzipation zu ermöglichen.
Die Untersuchung folgt einer komparatistischen Methode, die klassische Gattungsdreiteilung (Epik, Dramatik, Lyrik) nutzt und psychologische Theorien zur Deutung literarischer Metamorphosen heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen von epischen Werken (Kafka, Zafón), dramatischen Texten (Ibsen, Frisch) und lyrischen Gedichten (Hesse, Domin), um die jeweilige Ausprägung des Verwandlungsmotivs darzustellen.
Wichtige Begriffe sind Metamorphose, Identitätsbildung, Entfremdung, das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit sowie die psychoanalytische Deutung literarischer Charaktere.
Der Begriff von Elias Canetti dient als theoretischer Rahmen, um die Fähigkeit des Dichters zu verdeutlichen, durch Sprache Identitäten zu gestalten und Zugänge zwischen Menschen offenzuhalten.
Die Arbeit argumentiert, dass Gregors Zustand als eine unbewusste Reaktion auf verdrängte Konflikte und den Druck seines familiären sowie beruflichen Umfelds gedeutet werden kann, was symptomatisch für neurotische Störungen ist.
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