Bachelorarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 2
1. Einleitende Worte
2. Definition wichtiger Begriffe
2.1 Popkultur
2.2 Nationalsozialismus
2.3 Propaganda
2.4 Faschismus
2.5 Ästhetik
3. Grundlagen der Filmästhetik
3.1 Kamera
3.1.1 Bewegung
3.1.2 Einstellungsgrößen
3.1.3 Perspektiven
3.1.4 Tiefenschärfe
3.2 Montage
3.2.1 Grundlagen der Montage
3.3 Exkurs: Sergej Eisensteins Wirkungs-Montage
4. Intertextualität
4.1 Der Forschungsbereich
4.2 Intertextualität im Film
4.2.1 Intention von Filmzitaten
4.2.2 Doppelcodierung
4.2.3 Definition eines Filmzitats für diese Arbeit
5. Nationalsozialistische Ästhetik
5.1 Ästhetische Präsentation des Nationalsozialismus
5.2 Die SS als Maxime nationalsozialistischer Ästhetik
5.3 Fazit zum ästhetischen Faschismus
6. Triumph des Willens (Leni Riefenstahl, 1935)
6.1 Leni Riefenstahl
6.2 Vorgeschichte und Intention des Films
6.3 Inhaltliche Zusammenfassung
6.4 Analyse nach filmästhetischen Elementen
6.4.1 Kamera
6.4.2 Montage
6.5 Aussage und Wirkung des Films
7. Praktischer Teil: Analyse popkultureller Filmszenen
7.1 Zur methodischen Vorgehensweise
7.2 Star Wars
7.2.1 Star Wars IV – A New Hope (George Lucas, 1977)
7.2.2 Star Wars VI – Return of the Jedi (1983, Marquand Richard)
7.3 Der König der Löwen (Roger Allers, Rob Minkoff, 1994)
7.4 Gladiator (Ridley Scott, 2000)
8. Resumé
Diese Arbeit untersucht das filmästhetische Erbe von Leni Riefenstahls "Triumph des Willens" innerhalb moderner Popkulturproduktionen, um zu klären, welche Intentionen und Wirkungen hinter der Verwendung filmischer Zitate liegen und wie diese ästhetischen Muster in heutigen Filmen neu kontextualisiert werden.
3.1.2 Einstellungsgrößen
Ein besonders bedeutender Aspekt einer filmästhetischen Aufnahme ist die Einstellungsgröße. Sie gibt die Distanz zum Hauptbildinhalt an und setzt den Zuschauer somit in ein Verhältnis zu diesem (Steinmetz 2007: 1). Die Einstellungsgröße kann auch durch den Zoom verändert werden, wie aber im Punkt 3.1.1 schon erwähnt, wird dadurch auch die Tiefenwahrnehmung verändert. Grundsätzlich gilt, je größer der Raum um die abgebildete Person/Objekt ist, desto totaler ist die Einstellung (vgl. ebd.). Die Distanz zum gezeigten Objekt hat neben einer Informationsfunktion vor allem einen emotionalen und atmosphärischen Charakter (vgl. Korte 1999, S. 25). Durch die Entfernung zu den Personen kann die Aufmerksamkeit und die Identifikationsbereitschaft der Zuschauer beeinflusst werden (vgl. ebd.). Um die Einstellungsgröße zu differenzieren werden sie in fünf gröbere beziehungsweise 7-8 feinere Größen unterteilt. Ich möchte mich jedoch hier an Kortes Einteilung in sieben Größen halten, da ich in diesem Punkt mit ihm konform bin, dass die Unterscheidung der Halbnahen und der Amerikanischen sich oft als unklar erweist. Im Folgenden sollen nun die sieben Einstellungsgrößen an Beispielen von Triumph des Willens veranschaulicht werden.
Sie werden folgendermaßen definiert:
- Weit, Super-Totale oder Panorama: Person in der Weite der Landschaft, in einem weitläufigen Innenraum etc.
- Totale: Person, umgeben von viel Raum.
- Halbtotale: Person füllt das Bildformat
- Amerikanische oder >knee shot<: Person von Kopf bis Oberschenkel
- Nah: Person mit Kopf und Oberkörper
- Groß: Kopf oder Hand der Person
- Detail: Auge, Nase oder Finger der Person
1. Einleitende Worte: Einführung in die Thematik der Bachelorarbeit und Zielsetzung der Analyse von Riefenstahls filmästhetischem Erbe.
2. Definition wichtiger Begriffe: Definition der für die Arbeit zentralen Fachbegriffe wie Popkultur, Nationalsozialismus, Propaganda, Faschismus und Ästhetik.
3. Grundlagen der Filmästhetik: Darstellung der theoretischen Mittel der Filmgestaltung, insbesondere Kameraarbeit, Montage und deren Wirkung.
4. Intertextualität: Erörterung des Konzepts der Intertextualität in Bezug auf den Film und Entwicklung eines Analysemodells für Filmzitate.
5. Nationalsozialistische Ästhetik: Analyse der bewussten Inszenierung von Macht und Ideologie im "Dritten Reich" durch visuelle Symbole und choreografierte Massenbewegung.
6. Triumph des Willens (Leni Riefenstahl, 1935): Historische Einordnung, Entstehungsgeschichte und Analyse der ästhetischen Mittel in Riefenstahls zentralem Propagandafilm.
7. Praktischer Teil: Analyse popkultureller Filmszenen: Vergleichende Analyse von Sequenzen aus Star Wars, Der König der Löwen und Gladiator im Hinblick auf ihre filmische Anlehnung an TdW.
8. Resumé: Zusammenfassende Schlussfolgerung über die Bedeutung des filmästhetischen Erbes und die intertextuellen Zusammenhänge zwischen den untersuchten Werken.
Triumph des Willens, Leni Riefenstahl, Filmästhetik, Intertextualität, Nationalsozialismus, Propaganda, Filmzitat, Montage, Kameraarbeit, Popkultur, Star Wars, Der König der Löwen, Gladiator, Doppelcodierung, Ästhetisierung von Macht.
Die Arbeit untersucht, wie visuelle und formale Elemente aus Leni Riefenstahls NS-Propagandafilm "Triumph des Willens" in bedeutenden Filmen der modernen Popkultur (wie Star Wars oder Gladiator) rezipiert und neu eingesetzt wurden.
Die Arbeit verknüpft Filmtheorie, insbesondere Kameraästhetik und Montagetechnik, mit dem Konzept der Intertextualität und einer Analyse der nationalsozialistischen Bildsprache.
Ziel ist es, die Eindeutigkeit der filmischen Zitate nachzuweisen und zu hinterfragen, warum Regisseure bewusst auf eine Ästhetik zurückgreifen, die historisch mit der NS-Ideologie belastet ist.
Es handelt sich um eine vergleichende Filmanalyse, bei der Sequenzen aus den genannten modernen Filmen direkt mit Bild- und Montageelementen aus "Triumph des Willens" gegenübergestellt und interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Filmästhetik und Intertextualität sowie in einen praktischen Analyseteil, in dem gezielte Filmszenen hinsichtlich ihrer kompositorischen Ähnlichkeit untersucht werden.
Zu den prägenden Begriffen gehören die "Doppelcodierung" von Filmzitaten, die "nationalsozialistische Ästhetik" und die Bedeutung von Einstellungsgrößen und Montage für die Zuschauerwirkung.
Die Doppelcodierung erlaubt es, dass Filme sowohl auf einer einfachen, unterhaltenden Ebene als auch auf einer analytischen, intertextuellen Ebene gelesen werden können, wodurch die Ästhetik des NS-Films für ein breites Publikum "nutzbar" gemacht wird.
Die Arbeit zeigt auf, dass Regisseur Ridley Scott bewusst die visuelle Ästhetik von Riefenstahl bei der Ankunft des Imperators in Rom zitiert, um die korrupte und machtbesessene Natur des Regimes symbolisch zu unterstreichen.
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