Bachelorarbeit, 2010
63 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1. Einleitung
2. Der Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute
2.1 Beitragspflichtige Kreditinstitute
2.2 Aufgaben und Verwendungszwecke des Restrukturierungsfonds
2.3 Maßnahmen im Allgemeinen
2.3.1 Gründung von Brückeninstituten und Anteilserwerbe
2.3.2 Gewährung von Garantien
2.3.3 Rekapitalisierung und sonstige Maßnahmen
2.4 Mittel des Restrukturierungsfonds
2.5 Beitragshöhe
2.5.1 Jahresbeiträge
2.5.2 Sonderbeiträge
3. Unzulänglichkeiten und Streitfragen des Gesetzesentwurfs
3.1 Auswirkungen auf die Kreditvergabe
3.2 Mittelvolumen des Fonds
3.3 Sonderbeiträge
3.4 Die Einflussnahme auf die Unternehmensführung
3.4.1 Gefahr einer Risikogemeinschaft
3.4.2 Notwendigkeit staatlicher Interventionen
3.4.3 Maßnahmen zur Gegensteuerung
3.4.3.1 Keine ex-ante Festlegung auf systemrelevante Institute
3.4.3.2 Vermeidung eines Bail-out
3.5 Begriff der Systemrelevanz
3.6 Beitragspflichtige Kreditinstitute
3.6.1 Nicht systemrelevante Kreditinstitute
3.6.2 Genossenschaftsbanken und Sparkassen
3.6.3 Förderbanken und Landesbanken
3.6.4 Weitere Unternehmen des Finanzsektors
3.7 Beitragsberechnung
3.7.1 Bemessungsgrundlage der Abgabensätze
3.7.2 Alternative Beitragsberechnung
3.8 Auswirkungen unter internationalen Gesichtspunkten
3.8.1 Wettbewerbsvorteile ausländischer Banken
3.8.2 Migration ins Ausland
3.8.3 Internationale Koordination
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das neue Restrukturierungsfondsgesetz eine sinnvolle regulatorische Maßnahme zur Stabilisierung der Finanzbranche darstellt oder lediglich einen populistischen Aktionismus verkörpert. Dabei wird kritisch analysiert, welche Unzulänglichkeiten der Gesetzesentwurf aufweist und ob die damit verbundenen Maßnahmen, wie die Bankenabgabe, tatsächlich geeignet sind, künftige Systemkrisen zu bewältigen.
3.4.1 Gefahr einer Risikogemeinschaft
Wie beabsichtigt, kann ein Kreditinstitut seine Beitragslast dadurch senken, dass es beispielsweise schrumpft und/oder indem es das haftende Eigenkapital erhöht. Dieses hehre Ziel könnte jedoch durch den Umstand torpediert werden, dass die Bankenabgabe die beitragspflichtigen Institute zu einer Risikogemeinschaft zusammenfasst. Diese Kollektivität würde aus systemrelevanten und nicht systemrelevanten Instituten sowie einem Spektrum an Geschäftsmodellen bestehen. Wie der BVR zu Recht bemerkt, könnte im Wege dessen eine Absicherungsmentalität generiert werden, die die legislatorische Programmatik sabotiert. Denn die Folge wäre keine Stärkung der Eigenverantwortlichkeit, sondern stattdessen eine stärkere Risikoorientierung. Letztlich führe dies weniger zu einer höheren Stabilität des Finanzsystems, sondern vielmehr zu einem risikoreicheren und instabileren Gesamtsystem. Auch Andreas Neukirch, Vorstand der GLS Bank, erhofft sich von der Bankenabgabe keine Neuorientierung der Geschäftsmodelle von hohen Renditen und Risiken zu mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund des Gesetzesentwurfs infolge der Finanzkrise und legt die Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit der geplanten Maßnahmen dar.
2. Der Restrukturierungsfonds für Kreditinstitute: Dieses Kapitel stellt die Struktur, die Aufgaben, die Mittelbeschaffung und die Maßnahmen des neu zu errichtenden Fonds detailliert vor.
3. Unzulänglichkeiten und Streitfragen des Gesetzesentwurfs: Der Hauptteil untersucht kritisch die Belastungseffekte für die Banken, die Problematik der Abgabeberechnung sowie die spezifische Einbeziehung verschiedener Institutsgruppen in die Beitragspflicht.
4. Fazit: Das Fazit bewertet das Gesetz abschließend und warnt vor vorschnellen regulatorischen Alleingängen, die den Finanzsektor eher belasten als sanieren könnten.
Restrukturierungsfonds, Bankenabgabe, Finanzmarktkrise, Systemrelevanz, Kreditvergabe, Risikogemeinschaft, Basel III, Eigenkapital, Finanzmarktstabilität, Bankenregulierung, Sonderbeiträge, Moral Hazard, Genossenschaftsbanken, Förderbanken, internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert kritisch das deutsche Restrukturierungsfondsgesetz und die damit verbundene Bankenabgabe vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Finanzmarktkrise.
Zu den zentralen Themen gehören die regulatorischen Anforderungen an Banken, die Finanzierung von Krisenbewältigung, systemische Risiken und die Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf den Wettbewerb.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob das Restrukturierungsfondsgesetz eine sinnvolle Ergänzung der Finanzmarktregulierung ist oder ob es sich um eine Form von populistischem Aktionismus handelt.
Der Autor führt eine tiefgehende juristische und ökonomische Analyse des Gesetzesentwurfs durch, ergänzt durch eine Auswertung zahlreicher Stellungnahmen von Branchenverbänden und Expertenmeinungen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den praktischen Herausforderungen der Bankenabgabe, der beitragsrelevanten Berechnungsgrundlagen, der Definition von Systemrelevanz und der unterschiedlichen Betroffenheit von Bankgruppen.
Die zentralen Schlagworte sind Restrukturierungsfonds, Systemrelevanz, Finanzmarktstabilität, Bankenabgabe und regulatorische Arbitrage.
Kritiker argumentieren, dass diese Institute nicht die Verursacher der Krise waren, bereits über eigene Sicherungssysteme verfügen und durch eine doppelte Belastung ihre Finanzierungsbasis für den Mittelstand gefährden könnten.
Der Autor warnt vor Wettbewerbsnachteilen für den Finanzstandort Deutschland und einer möglichen regulatorischen Arbitrage, falls andere Staaten keine vergleichbaren Schritte unternehmen.
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