Bachelorarbeit, 2011
37 Seiten, Note: 12
1. Einleitung
2. Das Profil der Evangelikalen Bewegung
2.1 Evangelikale und Fundamentalismus
2.2 Der Missionsbefehl
3. Was bedeutet Ethnozid?
4. Geschichtlicher Verlauf der frühen Missionsmethoden
5. Die Methoden des Summer Institutes of Linguistics und der Wycliff-Bibelübersetzer
5.1 Die Strategie der Verknüpfung von Mission und Wissenschaft
5.2 Die zweisprachige Erziehung
5.2.1 Das Lehrmaterial
5.3 Generationskonflikte durch die Erziehung des ILV
5.4 Die politisch-ökonomische Agenda
6. Das Summer Institute of Linguistics in Ecuador
6.1 Das Beispiel der Huaorani
7. Die Kosmologie der Amarakaeri in Peru und die christliche Lehre
8. Das Beispiel der Cuiva in Kolumbien
9. Die Missionsmethoden der New Tribes Mission
9.1 Die systematische Entfremdung der Indigenen in Venezuela
10. Ein Beispiel für erfolgreichen Widerstand
11. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Methoden evangelikaler Missionierung gegenüber indigenen Gruppen in Lateinamerika. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit diese Vorgehensweisen kulturelle Identitäten zerstören und als Form des Ethnozids bewertet werden können, indem die Strategien verschiedener Missionsorganisationen analysiert werden.
5.1 Die Strategie der Verknüpfung von Mission und Wissenschaft
Die WBT/ILV verknüpfen Mission mit der Strategie der wissenschaftlichen Sprachforschung. „Das Tor der Seele“, nämlich die Muttersprache, dient dazu, Indigene mit der biblischen Botschaft effektiver erreichen zu können. Roland Garve schreibt folgendes zum Institut: „Sie behaupten, eine anthropologische Forschungsorganisation zu sein, die zur Erweiterung des linguistischen Wissens unbekannte Sprachen studiert sowie Alphabetisierung fördert“ (Garve 2007, S. 363). Fakt ist aber, dass ihr Hauptziel nicht nur die Übersetzung der Bibel auf indigene Sprachen ist, sondern die Gründung von Kirchen. Dieser Prozess erfolgt in drei Schritten: Erstens, die Übersetzung der Bibel, zweitens, die Gründung von Schulen und drittens, die Gründung von protestantisch ausgerichteten Kirchen.
Dazu spielt das Personal eine gewichtige Rolle: „Ein Teil der ILV-Mitarbeiter sind Übersetzer, ein anderer ist Unterstützungspersonal für Erziehung, Medizin und Technik. Die Kandidaten erhalten ein Training in Bibelkunde und linguistischen Methoden, werden dann in `Dschungelüberlebenskursen´ für den Einsatz in spezifischen Gebieten geschult, ehe sie ausgeschickt werden“ (Cano, Georg et. al, 1979, S. 28). Ihnen wird gelehrt in die Seelenwelt der Indigenen einzutauchen, „um deren `Knackpunkte´ zu finden: Was ist identisch mit dem Christentum? Wo kann man ansetzen? Was entspricht in ihrer Kultur dem Teufel und was könnte mit Jesus identifiziert werden?“ (Garve 2007, S. 363). Die Vorstellung des christlichen Universums wird dadurch in die indigene Kultur „transkribiert“.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Gefährdung indigener Identitäten weltweit durch Missionseifer und führt in die Kritik an missionarischen Methoden als Form der Kolonialisierung ein.
2. Das Profil der Evangelikalen Bewegung: Dieses Kapitel definiert die evangelikale Bewegung über Merkmale wie individuelle Bekehrung, Bibelverständnis und Missionseifer sowie deren fundamentalistische Züge.
3. Was bedeutet Ethnozid?: Hier wird der Begriff Ethnozid als Zerstörung traditioneller Kulturen erläutert, oft verursacht durch ungleichwertige Austauschprozesse und ökonomischen Imperialismus.
4. Geschichtlicher Verlauf der frühen Missionsmethoden: Das Kapitel beschreibt verschiedene Phasen der Kommunikation zwischen Missionaren und Indigenen, von der stummen bis zur linguistischen Methode.
5. Die Methoden des Summer Institutes of Linguistics und der Wycliff-Bibelübersetzer: Hier werden die spezifischen Vorgehensweisen und Ziele dieser Organisationen, insbesondere die Verbindung von Sprache und Evangelisation, kritisch beleuchtet.
6. Das Summer Institute of Linguistics in Ecuador: Anhand des Falls Ecuador wird die Kontroverse um die Arbeit des SIL aufgezeigt, die schließlich zu dessen Verbannung aus dem Land führte.
7. Die Kosmologie der Amarakaeri in Peru und die christliche Lehre: Dieses Kapitel zeigt am Beispiel der Amarakaeri die durch Missverständnisse christlicher Lehren verursachte Verwirrung und psychische Belastung der Indigenen.
8. Das Beispiel der Cuiva in Kolumbien: Anhand der Cuiva wird die kritische Problematik der Sprache, der gezielten kulturellen Entfremdung und der Manipulation von Mythen dargestellt.
9. Die Missionsmethoden der New Tribes Mission: Das Kapitel analysiert die Nachfolgeorganisation NTM, deren Vorgehensweise, politische Verstrickungen und die gesundheitlichen Folgen für indigene Gruppen.
10. Ein Beispiel für erfolgreichen Widerstand: Hier wird der erfolgreiche Kampf der Waiapi in Brasilien gegen das Eindringen von Konzernen und Missionaren als positives Gegenbeispiel geschildert.
11. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die missionarische Arbeit oft erhebliche Zerstörungen indigener Sozialstrukturen zur Folge hat und die ethische Rechtfertigung der Methoden in Frage gestellt werden muss.
Evangelikale Bewegung, Missionierung, Indigene, Lateinamerika, Ethnozid, Summer Institute of Linguistics, Wycliff-Bibelübersetzer, New Tribes Mission, kulturelle Identität, Akkulturation, fundamentales Bibelverständnis, koloniales Erbe, Sprachforschung, Glaubensvermittlung, indigener Widerstand.
Die Arbeit befasst sich mit den Methoden und Auswirkungen evangelikaler Missionsarbeit auf indigene Völker in Lateinamerika.
Schwerpunkte sind die Strategien von Organisationen wie dem SIL und der NTM, die Konzepte von Ethnozid und Akkulturation sowie deren Auswirkungen auf indigene Kulturen.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung missionarischer Vorgehensweisen und die Analyse ihrer Konsequenzen für die kulturelle Entwicklung betroffener Gruppen.
Die Arbeit verfolgt einen ethnologischen und religionswissenschaftlichen Ansatz, indem sie Literaturanalysen, Fallbeispiele und Berichte von Feldforschern auswertet.
Der Hauptteil analysiert die Methoden der zweisprachigen Erziehung, die Rolle des Lehrmaterials, die Einmischung in soziale Strukturen und die politisch-ökonomische Agenda der Missionare.
Zu den zentralen Begriffen zählen Ethnozid, evangelikale Mission, Akkulturation, indigene Identität und kulturelle Zerstörung.
Kritiker werfen dem SIL vor, indigene Gruppen durch Umsiedlungen aus Landgebieten zu vertreiben, die für die Erdölförderung wirtschaftlich von Interesse waren.
Sie führt oft zu Identitätskrisen und Generationskonflikten, da die traditionellen Autoritätsstrukturen durch westlich geprägte Bildungsinhalte untergraben werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

