Masterarbeit, 2012
58 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Didaktische Begründung
1.2 Rahmenlehrplanbezug für die Sekundarstufe I, Land Berlin
2. Die Imagination von Geschichte
2.1 Die Kompetenz, den Hintergrund einer Quelle zu erfassen
2.2 Das individuelle Verstricktsein durch historische Imagination
2.3 Die Bedeutung von Imagination für die Geschichtsdidaktik
2.4 Imaginationsimpulse und Historizität
2.5 Die Imagination von Personen
2.6 Historische Imagination anhand von Bildern
2.7 Schwierigkeiten der Bildbetrachtung
2.8 Grenzen der historischen Imagination
2.9 Die Erzeugung von historischer Imagination anhand authentischen Materials
3. Beispiele historischer Zahlungsmittel und ihre detaillierte Betrachtung
3.1 Der Flottenhunderter: Betrachtung eines einzelnen Zahlungsmittels
3.2 Reihenbetrachtung: Vom silbernem Dreimarkstück zur völligen Entwertung (1911-1923)
4. Die Herangehensweise an historische Zahlungsmittel und ihr Einsatz im Unterricht
4.1 Fragen an einen Geldschein
4.2 Die Reihenbetrachtung in mehreren Schritten
5. Die Bedeutung historischer Imagination in Bezug auf Zahlungsmittel
5.1 Die Imagination als Moment der historischen Rekonstruktion
5.2 Die Imagination als Moment (historischer) Rezeption
5.3 Die Imagination als Moment narrativer Identität
5.4 Die historische Imagination als Moment der Aneignung eines historischen Gegenstands
5.5 Sind die vier Arten der historischen Imagination auf historische Zahlungsmittel anwendbar?
6. Historische Imagination anhand alter Zahlungsmittel in der Praxis des Geschichtsunterrichts
6.1 Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
6.2 Einsatz historischer Zahlungsmittel in der Unterrichtspraxis
6.3 Antizipierte Schwierigkeiten bei der Betrachtung historischer Zahlungsmittel im Geschichtsunterricht
6.4 Zahlungsmittel im fächerübergreifenden Unterricht
7. Abschlussbetrachtungen und Ausblick
Diese Masterarbeit untersucht, inwiefern historische Zahlungsmittel als authentische Quellen im Geschichtsunterricht zur Erzeugung historischer Imagination genutzt werden können, um den Schülern einen individuellen Zugang zur Vergangenheit und zur Rekonstruktion historischer Lebenswelten zu ermöglichen.
Die Bedeutung von Imagination für die Geschichtsdidaktik
Wie bereits ausgeführt, kann Imagination immer nur eine Annäherung an einen historischen Gegenstand ermöglichen, nicht jedoch eine völlige Vertrautheit. Dies bedeutet, dass Imagination auch von der Erfahrung des Abstands zum historischen Gegenstand zehrt. Erst aus einer angemessenen Distanz kann die Erfahrung von Alterität entstehen, welche als Grundlage zur „Sinnbildung über Zeiterfahrung“ verstanden werden kann. Oswalt spricht unter Bezug auf Gerhard Henke-Bockschatz von einer Notwendigkeit der Implementierung von „Stolpersteinen der Imagination“, um hieraus notwendige Korrekturen im eigenen Imaginationsprozess zu ermöglichen. Gemeint ist damit, dass „die konkrete Vorstellungsbildung oftmals an historische Stereotypen gekoppelt ist“ und daher die Fähigkeit zur kritischen Reflexion gegeben sein muss, um stereotype Vorstellungen berichtigen zu können.
Gegenwärtig ist der Zugang zur historischen Narration durch Massenmedien für die große Mehrheit der Menschen leicht geworden. Im Fernsehen ist ein Zuschauer jedoch mit recht vereinfachten Darstellungen von Geschichte konfrontiert, welche sich weniger an geschichtsinteressierte Rezipienten wenden, sondern eher an ein breites Publikum, mit dem Anspruch, Zerstreuung und Unterhaltung zu bieten. Um dem entgegenzuwirken, sind historisch interessierte Schüler und Schülerinnen gehalten, durch eigene Fragestellungen an die Geschichte sich eben jene unvertraut zu machen. Eine tiefergehende Fragestellung und kritische Distanzierung von historischen Geschichten aus den Massenmedien kann daher erst für den interessierten Rezipienten den Erkenntniszugewinn ermöglichen.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Zahlungsmitteln als historische Quelle und die Bedeutung der historischen Imagination.
2. Die Imagination von Geschichte: Theoretische Auseinandersetzung mit der Rolle der Imagination für das historische Lernen und die Bedeutung von Quellenbildern.
3. Beispiele historischer Zahlungsmittel und ihre detaillierte Betrachtung: Analyse von spezifischen Zahlungsmitteln wie dem „Flottenhunderter“ und deren symbolischem Gehalt.
4. Die Herangehensweise an historische Zahlungsmittel und ihr Einsatz im Unterricht: Methoden zur Analyse von Geldscheinen und Münzen im schulischen Kontext.
5. Die Bedeutung historischer Imagination in Bezug auf Zahlungsmittel: Anwendung der vier Imginationstypen nach Schörken auf Zahlungsmittel.
6. Historische Imagination anhand alter Zahlungsmittel in der Praxis des Geschichtsunterrichts: Praktische Hinweise zur Beschaffung und didaktischen Verwendung von altem Geld.
7. Abschlussbetrachtungen und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle von Geld als Zeugnis der Zeit.
Historische Imagination, Geschichtsunterricht, Zahlungsmittel, historische Quelle, Münzen, Banknoten, Fachdidaktik, historische Narration, Alteritätserfahrung, Bildinterpretation, Inflation, Kaiserreich, Weimarer Republik, politische Bildung, Quellenarbeit
Die Arbeit untersucht das Potenzial historischer Zahlungsmittel als Lerngegenstand im Geschichtsunterricht zur Förderung historischer Imagination.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der historischen Imagination, die Analyse von Geld als Quelle sowie deren praktische didaktische Umsetzung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch die Arbeit mit authentischen Zahlungsmitteln dazu angeregt werden können, ein tieferes Verständnis für vergangene Lebenswelten zu entwickeln.
Es handelt sich um eine fachdidaktische Untersuchung, die theoretische Konzepte (v.a. nach Schörken und Ricœur) mit exemplarischen Analysen von Münzen und Geldscheinen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Imagination, die detaillierte Analyse spezifischer Zahlungsmittel (z.B. „Flottenhunderter“) sowie methodische Vorschläge für den Unterricht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie historische Imagination, Quellenarbeit, Fachdidaktik, Inflation und historische Narration beschreiben.
Zahlungsmittel sind Träger herrschaftlicher Botschaften und nationaler Identität; ihre kritische Analyse schult die Demokratie- und Partizipationskompetenz der Schüler.
Bilder sind keine exakten Abbilder, sondern kulturell geprägt; erst durch das Kontextwissen können Schüler Fehlinterpretationen vermeiden und eine eigene, reflektierte Vorstellung entwickeln.
Die Inflation von 1914 bis 1923 dient als Fallbeispiel für eine Reihenbetrachtung von Zahlungsmitteln, um Dynamik und Entwertungsprozesse historisch nachvollziehbar zu machen.
Ja, die Arbeit empfiehlt, Zahlungsmittel als haptische Quellen einzusetzen, um Interesse zu wecken, wobei eine Übersättigung vermieden und das Augenmerk auf die kontextuelle Einbettung gelegt werden sollte.
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