Bachelorarbeit, 2012
58 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1. Einführung
2. Vorgehensweise
2.1. Konkretisierung der Thematik
2.2. Fragestellungen
2.3. Einführung in die Spieltheorie
II. Ausführungen zur Theoriedebatte
1. Der Neorealismus und der Neoliberalismus
1.1. Über den Neorealismus
1.2. Erweiterung oder Gegenentwurf? - Der Neoliberalismus und die Anarchie
2. Bipolarität im Neorealismus
2.1. Theoretische Überlegungen bei Waltz
2.2. Datenauswertung zur Bestimmung der Polarität
2.3. Analyse der Entwicklung hin zur Bipolarität
2.4. Multi- und Unipolarität
3. Die Neo-Neo Debatte im Kontext der Bipolarität
3.1. Kooperation als Scheidepunkt zwischen Neorealismus und Neoliberalismus
3.2. Relative versus absolute Gewinne
3.3. Abhängige oder unabhängige Variabel: Die Interdependenz
3.4. Der Einfluss von Regimen
3.5. Hegemonial induzierte Kooperation
III. Anwendungsbereiche der Theoriedebatte
1. Wirtschaftliche Interdependenzen der beiden Großmächte
1.1. Präferenzen chinesischer Wirtschaftspolitik
1.2. Die US Wirtschaft der Gegenwart und die Volksrepublik China
1.3. Korrelation zwischen Friedensaffinität und Interdependenz
1.4. Zwischenfazit I: Engagement
2. Militärische Balance of Power Politik in Asien
2.1. Increasing Military Strength: Chinas Stärke verunsichert die USA
2.2. Derzeitige Balance of Power Politik am Beispiel des Konfliktherdes Taiwan
2.3. Eindämmungspolitik der USA
2.4. Chinas Möglichkeiten zur Herstellung des Machtgleichgewichtes
2.5. Zwischenfazit II: Containment
3. Zusammenführung der Anwendungsbereiche
3.1. Erklärungskraft beider Theorien
3.2. Second Image Ansätze als Erklärungen für das bilaterale Verhältnis
IV. Fazit
Die Arbeit untersucht das bilaterale Verhältnis zwischen den USA und China im Kontext der "Neo-Neo Debatte" und analysiert, ob sich die internationale Ordnung in Richtung einer neuen Ära der Bipolarität entwickelt, wobei die theoretischen Konzepte von Neorealismus und Neoliberalismus auf ihre Erklärungskraft für wirtschaftliche und militärische Entwicklungen geprüft werden.
Die Neo-Neo Debatte im Kontext der Bipolarität
Der Ausgangspunkt der Theoriedebatte lässt sich meines Erachtens in drei Punkte zusammenfassen. Beide Theorien teilen die Ansicht, dass Staaten egoistisch-zweckrationale Gebilde sind, die ihren Nutzen maximieren wollen. Unterscheiden tun sie sich in ihren Annahmen über das anarchische System, dass die Staaten umgibt. Dies ist die Ursache für ihre unterschiedlichen Ansichten über die Wahrscheinlichkeit des Auftretens als auch in den Auswirkungen der Kooperation. Man könnte meinen, dass beide Theorien getreu ihrer liberalen beziehungsweise realistischen Tradition ein „positives“ oder „negatives“ Verständnis von Kooperation vertreten.
Für den Ist-Zustand des internationalen Systems sehen beide Theorien Anarchie als gegeben an. Unterscheiden tun sie sich jedoch in den Schlussfolgerungen, die hieraus zu ziehen sind. Wie bereits erwähnt, führt für den Neorealismus die Abwesenheit eines hierarchischen Systems automatisch zu der Möglichkeit eines Konfliktes. Da jeder Staat aus diesem Grund nur an das eigene Überleben denkt, ist es unratsam, sich auf andere zu verlassen, denn die Gefahr eines Konfliktes ist jederzeit gegeben. Wie wir im nächsten Unterkapitel sehen werden, können sich Staaten nach neorealistischer Lesart auch auf internationale Organisationen nicht stützen, da diese als von Staaten stark beeinflusst gelten. Somit ist jeder Staat primär auf die eigene Sicherheitsmaximierung bedacht. Dieses self-help system führt dazu, dass Kooperationen zwischen Staaten aus mehreren Gründen in der Regel vermieden werden.
I. Einleitung: Einführung in die Theoriedebatte, Definition des Untersuchungsrahmens sowie methodische Herangehensweise.
II. Ausführungen zur Theoriedebatte: Detaillierte Auseinandersetzung mit den Grundannahmen des Neorealismus und Neoliberalismus, insbesondere im Hinblick auf Bipolarität und Kooperation.
III. Anwendungsbereiche der Theoriedebatte: Anwendung der theoretischen Konzepte auf konkrete wirtschaftliche und militärische Interdependenzen sowie Konfliktfelder wie Taiwan zwischen den USA und China.
IV. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Aussagekraft beider Theorien für das zukünftige bilaterale Verhältnis und Ausblick auf die Wahrscheinlichkeit einer bipolaren Weltordnung.
Neorealismus, Neoliberalismus, Neo-Neo Debatte, Bipolarität, USA, China, Internationale Beziehungen, Machtgleichgewicht, Interdependenz, Balance of Power, Sicherheit, Kooperation, Hegemonie, Anarchie, Außenpolitik.
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen den USA und China im 21. Jahrhundert auf Basis der theoretischen Debatte zwischen Neorealismus und Neoliberalismus.
Die zentralen Felder sind die Definition von Bipolarität, wirtschaftliche Interdependenzen und die militärische Machtbalance in Asien.
Das Ziel ist zu evaluieren, inwieweit die beiden Theorien in der Lage sind, die zukünftige Entwicklung einer bipolaren Weltordnung zu beschreiben und zu prognostizieren.
Es wird ein theoriegeleiteter, analytischer Ansatz verfolgt, der durch spieltheoretische Modelle und quantitative Daten zur Machtmessung ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Neo-Neo Debatte und deren Anwendung auf empirische Beobachtungen, insbesondere hinsichtlich Handel und Militärpolitik.
Zu den prägenden Begriffen zählen Bipolarität, Neorealismus, Neoliberalismus, Machtgleichgewicht, Interdependenz und hegemoniale Kooperation.
Der Autor konstatiert eine paradoxe Situation: Während die Staaten sicherheitspolitisch neorealistisch agieren (Balance of Power), sind sie wirtschaftlich neoliberal interdependent.
Taiwan dient als zentrales Fallbeispiel für die militärische Machtgleichgewichtspolitik, an dem sich die Unsicherheit beider Großmächte und deren Handlungsoptionen besonders gut verdeutlichen lassen.
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