Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Die Schüsse am Ussuri
1.2 Fragestellung und weitere Vorgehensweise der Arbeit
1.3 Quellenlage und Forschungsstand zum Thema
2. Presseartikel als Quelle
2.1 Vorstellung der Quellenart „Presse“
2.2 Vorstellung der verwendeten Presseorgane in der Arbeit
2.3 Berichterstattung im März 1969 in den acht Presseorganen
3. Der Grenzkonflikt am Ussuri im Zusammenhang des sowjetisch-chinesischen Konflikts
3.1 Wie kam es zum Konflikt zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China?
3.2 Die Geschehnisse am Ussuri im März 1969
3.3 Die Auswirkungen des Konflikts am Ussuri
4. Untersuchung der Presseartikel
4.1 Vorstellung der Untersuchungskriterien
4.2 Vorstellung der Untersuchungsergebnisse
4.2.1 Masse und Umfang der Artikel
4.2.2 Angaben zu den Quellen der Informationen
4.2.3 Anknüpfung an damals aktuelle weltgeschichtliche Ereignisse?
4.2.4 Spekulationen und Analysen der Journalisten
4.2.5 Sachlichkeit der Berichtserstattung oder Dramatisierung der Ereignisse?
4.2.6 Verwendung von Stereotypen
5. (Un-)Genauigkeiten in der Berichtserstattung 1969 im Vergleich mit den heutigen Forschungsergebnissen – ein Fazit
6. Anhang
6.1 „Eurasia“
6.2 „China: Border and Territorial Conflicts”
6.3 „Kartenskizze der Insel Damanskij”
6.4 „Kartenskizze der durch die Verträge von Ajgun (1858) und Peking (1860) abgetrennten chinesischen Territorien“
Die vorliegende Arbeit analysiert die Berichterstattung acht ausgewählter westdeutscher Zeitungen und Zeitschriften über den sowjetisch-chinesischen Grenzkonflikt am Ussuri im März 1969. Dabei wird untersucht, wie Journalisten die Ereignisse darstellten, welche Informationsquellen genutzt wurden und inwieweit Spekulationen oder einflussnehmende Narrative – wie der Vergleich mit historischen Konflikten oder die Verwendung von Stereotypen – die mediale Vermittlung prägten, wobei die Ergebnisse abschließend mit heutigem geschichtswissenschaftlichem Forschungsstand abgeglichen werden.
3.2 Die Geschehnisse am Ussuri im März 1969
Betrachtet man die oben genannten Gründe für die Spannungen zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China, so kann Cheng-Chi Wu zugestimmt werden, welcher 1988 schrieb:
Der chinesisch-sowjetische Konflikt ist jedoch nicht nur ein ideologischer Kampf zwischen zwei kommunistischen Parteien, die sich gegenseitig als revisionistisch oder reaktionär einstufen und nicht nur ein Konflikt zwischen zwei Grossmächten [sic] um Überlegenheit und Einflussgebiete in Asien und anderen Regionen der Welt, sondern auch ein Grenzkonflikt über die Zugehörigkeit bestimmter Gebiete.74
Am 5. Januar 1968 kam es auf der Qiliqin Insel im Ussuri zu einem ernsthaften Zwischenfall, bei welchem sowjetische Soldaten in gepanzerten Fahrzeugen chinesische Arbeiter angriffen und vier von ihnen töteten75. Der zentrale Militärausschuss der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) reagierte darauf, indem er beschloss, dass sich die chinesischen Grenzposten für einen Gegenschlag rüsten müssten. Da es im gleichen Jahr auch in Osteuropa zu Unruhen kam, ließen die Russen davon ab „new aggressive advances on Sino-Soviet borders“76 zu machen. „Consequently, although the Chinese troops had made every preparation for launching a counterattack at Qiliqin, they did not find an opportunity to carry out the plan“77.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in den sowjetisch-chinesischen Grenzkonflikt am Ussuri im Jahr 1969 ein und definiert die Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Presseartikel als Quelle: Es wird die Eignung von Presseerzeugnissen als historische Quelle erörtert und die acht für die Untersuchung ausgewählten Zeitungen und Zeitschriften sowie deren Berichterstattung im März 1969 vorgestellt.
3. Der Grenzkonflikt am Ussuri im Zusammenhang des sowjetisch-chinesischen Konflikts: Dieses Kapitel erläutert die historischen Hintergründe, die Entstehung des Konflikts, die Ereignisse am Ussuri im März 1969 sowie dessen Auswirkungen.
4. Untersuchung der Presseartikel: Der Hauptteil analysiert die Berichterstattung anhand von sechs Kriterien, von der Quellenlage und den weltpolitischen Anknüpfungspunkten bis hin zu Spekulationen, der Art der Darstellung und der Verwendung von Stereotypen.
5. (Un-)Genauigkeiten in der Berichtserstattung 1969 im Vergleich mit den heutigen Forschungsergebnissen – ein Fazit: Das Fazit stellt die damalige mediale Berichterstattung dem heutigen Forschungsstand gegenüber und bewertet die Qualität der damaligen Analysen.
6. Anhang: Der Anhang enthält visuelle Materialien wie Karten zur geographischen Lage und zur historischen Entwicklung der umstrittenen Gebiete.
sowjetisch-chinesischer Konflikt, Grenzkonflikt, Ussuri, Insel Zhenbao, Damanskij, westdeutsche Presse, Diskursanalyse, Stereotypenforschung, Kalter Krieg, Mao Zedong, Sowjetunion, Volksrepublik China, ungleiche Verträge, Berichterstattung, 1969
Die Arbeit untersucht, wie westdeutsche Printmedien im März 1969 über den sowjetisch-chinesischen Grenzkonflikt am Fluss Ussuri berichteten und ob die damaligen Journalisten die Hintergründe korrekt erfassen konnten.
Zentrale Themen sind der Grenzstreit zwischen Moskau und Peking, die Nutzung der Presse als historische Quelle, die Einordnung in den Kalten Krieg sowie die Frage nach Spekulationen und Stereotypen in der journalistischen Berichterstattung.
Das Hauptziel ist es zu klären, welchen Informationsstand westdeutsche Journalisten im Jahr 1969 hatten und inwieweit ihre damaligen Analysen und Spekulationen mit heutigen, durch Archivöffnungen fundierten Forschungsergebnissen übereinstimmen.
Die Autorin bedient sich der Methode der Diskursanalyse, ergänzt durch Ansätze des „linguistic turns“ zur sprachlichen Untersuchung sowie der Stereotypenforschung zur Analyse der vermittelten Feind- und Fremdbilder.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Presseartikel basierend auf sechs Kriterien, darunter die Quellen der Journalisten, Anknüpfungspunkte an aktuelle Weltpolitik, die Analyse des Vokabulars sowie der Einsatz von Stereotypen über Russen und Chinesen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie den Ussuri-Konflikt, die Analyse der westdeutschen Presseberichterstattung, das sowjetisch-chinesische Zerwürfnis, die Rolle von Stereotypen und den Vergleich historischer Berichterstattung mit modernen Forschungsergebnissen beschreiben.
Die mediale Darstellung trug maßgeblich zur Identifikation der Konfliktparteien bei. Während die Sowjetunion oft als etablierte Macht wahrgenommen wurde, prägte das Bild einer „aufsteigenden, kulturell fremden“ dritten Weltmacht das Narrativ über China, was die Wahrnehmung der Bedrohungslage beeinflusste.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Journalisten trotz begrenzter Informationsquellen im März 1969 erstaunlich treffende Analysen und Spekulationen anstellten, die durch neuere Studien weitgehend bestätigt werden konnten, auch wenn einige Schlussfolgerungen zur politischen Bedeutung für die Bundesrepublik als spekulativ einzustufen sind.
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