Magisterarbeit, 2012
112 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Annäherung an die Metapher: Begriffsbestimmung, Typen und Funktionen
2.1 Begriffsbestimmung „Metapher“ im Allgemeinen
2.2 Der klassische Metaphernbegriff nach Aristoteles
2.3 Die Bildfeldtheorie nach Harald Weinrich
2.4 Klassifizierung der Metapher nach dem Konventionalitätsgrad
2.4.1 Konventionelle Metaphern
2.4.2 Neue Metaphern
2.5 Funktionen von Metaphern
3 Metaphern und Kognition
3.1 Die kognitive Linguistik und Semantik als Rahmen der kognitiven Metapherntheorie
3.2 Die kognitive Metapherntheorie: Einleitung
3.3 Komponenten und der Prozess der Übertragung einer konzeptuellen Metapher
3.3.1 Ursprungs- und Zielbereich der konzeptuellen Metapher
3.3.2 Ursachen und Motivierung für Ursprungs- und Zielbereich
3.3.3 Mapping – Eigenschaften und Prinzipien der metaphorischen Übertragung
3.4 Klassifikation von konzeptuellen Metaphern
3.4.1 Die Klassifikation nach Lakoff und Johnson (1980, 2008)
3.4.2 Die Klassifikation der kognitiven Metapher nach Christa Baldauf (1997)
3.5 Kritik an der kognitiven Metapherntheorie
4 Metaphern und Wissensvermittlung
4.1 Metaphern und Modelle des Wissens
4.1.1 Wissensformen und die Verortung der Metapher
4.1.2 Speicherformen von Wissen: Konzepte und Schemata
4.2 Verstehen von Metaphern: Analogiebildung und mentale Modelle
4.3 Vermittlung von semantischem Wissen mit Texten
4.4 Arten und Prinzipien des Wissenstransfers
4.5 Spezifika fachinternen und fachexternen Wissenstransfers
4.5.1 Merkmale des fachinternen Wissenstransfers
4.5.2 Merkmale des fachexternen Wissenstransfers
4.6 Zur Rolle von Metaphern in der Wissensvermittlung
5 Metaphernkonzepte in der fachinternen und fachexternen Wissensvermittlung
5.1 Fragestellung
5.2 Das Korpus
5.2.1 Texte der Hochschul- und Expertenkommunikation: Lehrbücher und wissenschaftliche Artikel
5.2.2 Texte der Experten-Laien-Kommunikation: Sachbücher
5.3 Zum Untersuchungsgegenstand Web 2.0
5.4 Methodisches Vorgehen für die Metaphernanalyse
6 Darstellung der Ergebnisse
6.1 Quantitative Aspekte zum Auftreten der Metapherntypen
6.2 Gemeinsam verwendete Ursprungsbereiche
6.2.1 Die Netz-Metapher als Ausgangspunkt verschiedener Metaphernkonzepte
6.2.2 Attributsmetaphern
6.2.3 Ontologische Metaphern
6.2.4 Bildschematische Metaphern
6.2.5 Konstellationsmetaphern
6.2.6 Kreative Metaphern
6.3 Unterschiedlich verwendete Konstellationsmetaphern
6.4 Diskussion der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht, ob und wie Metaphern als kognitive Werkzeuge in Fachtexten und Sachbüchern zur Vermittlung von Web-2.0-Konzepten eingesetzt werden, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen fachinterner (Experte zu Experte) und fachexterner (Experte zu Laie) Wissensvermittlung liegt.
3.3.1 Ursprungs- und Zielbereich der konzeptuellen Metapher
Bei der erneuten Betrachtung des bereits erwähnten Satzes „Wir stehen am Scheideweg“ und der korrespondierenden konzeptuellen Metapher LIEBE IST EINE REISE werden der Ursprungsbereich (Reise) und der Zielbereich (Liebe) der Metapher leicht erkennbar. Bestimmte Aspekte, die konzeptuell unter dem Begriff „Reise“ gespeichert sind, werden auf den Bereich „Liebe“ übertragen, da dieser schwer fassbar, abstrakt und nicht genau abgrenzbar ist. Ursprungs- und Zielbereich sind grundsätzlich konzeptuell repräsentiert, sodass auch von „konzeptuellen Domänen“ gesprochen wird (Jäkel, 2003, S. 22).
Der Ursprungsbereich ist nach Lakoff und Johnson in den meisten Fällen ein „konkreter, sinnlich erfahrbarer und verifizierbarer Gegenstandsbereich“ (Jäkel, 1998, S. 100). Es sind damit meist die erfahrungs- und körpernahen Bereiche, die als Ursprung für eine Metapher dienen. Hier spielt vor allem die sinnliche Wahrnehmung der Umwelt des Menschen eine wichtige Rolle. Die Sprachgemeinschaft und so auch der individuelle Sprecher verfügen über sogenannte „ganzheitliche Wissensbestände“ zu diesem Bereich. Strukturen des Ursprungsbereichs werden dann mithilfe der Metapher auf den Zielbereich projiziert. Die kognitive Metapher ist in Jäkels (2003, S. 32) Sinne eine „X ist Y“-Relation, wobei X den Herkunftsbereich und Y den Zielbereich darstellt. Nach dem Linguisten Kövecses (2002, S. 6) besteht das Wissen um eine Metapher daraus, dass jene Menge von festen Übereinstimmungen zwischen einem Ziel- und Ursprungsbereich einer konzeptuellen Metapher bewusst ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Metaphern in der Wissensvermittlung vor und definiert die Grundlage der kognitiven Metapherntheorie nach Lakoff und Johnson.
2 Theoretische Annäherung an die Metapher: Begriffsbestimmung, Typen und Funktionen: Dieses Kapitel erläutert klassische und kognitive Theorien der Metapher und ihre rhetorischen sowie kognitiven Funktionen.
3 Metaphern und Kognition: Das Kapitel skizziert die Herkunft der kognitiven Metapherntheorie, deren Kernannahmen sowie Prozesse wie das Mapping zwischen Ursprungs- und Zielbereichen.
4 Metaphern und Wissensvermittlung: Hier werden Wissensmodelle, Konzepte und Schemata analysiert, um die Rolle der Metapher bei der Wissensvermittlung in Fach- und Sachliteratur einzuordnen.
5 Metaphernkonzepte in der fachinternen und fachexternen Wissensvermittlung: Dieses Kapitel definiert die Fragestellung der Arbeit, beschreibt das Korpus der analysierten Texte und legt die methodischen Schritte für die Metaphernanalyse fest.
6 Darstellung der Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyseergebnisse hinsichtlich quantitativer Aspekte und identifizierter Metaphernkonzepte sowie deren Diskussion.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse zur Metaphorik im Bereich Web 2.0 und deutet Potenziale für zukünftige Forschung an.
Metapherntheorie, Web 2.0, kognitive Linguistik, Wissensvermittlung, konzeptuelle Metapher, Mapping, Ursprungsbereich, Zielbereich, fachinterner Wissenstransfer, fachexterner Wissenstransfer, Konstellationsmetapher, Wissensorganisation, Wissensrepräsentation, Metaphernanalyse.
Die Arbeit untersucht die Nutzung und Funktion von Metaphern in Texten über das Web 2.0, wobei ein Fokus auf dem Vergleich zwischen Expertenkommunikation und der Kommunikation von Experten an Laien liegt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die kognitive Metapherntheorie, Wissensvermittlungsprozesse und die praktische Analyse von Lehrbüchern, wissenschaftlichen Artikeln und Sachbüchern zum Thema Web 2.0.
Die Forschungsfrage ist, ob korrespondierende Metaphernkonzepte in verschiedenen Textsorten eingesetzt werden, um Wissen zielgruppengerecht zu vermitteln und welche kognitiven Funktionen diese Metaphern dabei erfüllen.
Es wird eine onomasiologische Metaphernanalyse in Anlehnung an Jäkel und Drewer durchgeführt, bei der Metaphern identifiziert, systematisiert und nach ihrem Konventionalitätsgrad und Kategorien klassifiziert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur kognitiven Metapherntheorie, die Rolle von Metaphern bei der Wissensvermittlung sowie die empirische Analyse und Diskussion der identifizierten Metaphern im Korpus.
Zu den zentralen Begriffen gehören Metapherntheorie, kognitive Linguistik, Web 2.0, Wissenstransfer, konzeptuelle Metaphern und Mapping.
Die Lagerhaus-Metapher ist eine der identifizierten kreativen Metaphern, die explizit genutzt wird, um die Speicherung und Bereitstellung von Informationen in sozialen Web-Anwendungen zu veranschaulichen.
Die Theater-Metapher, die das Web 2.0 als Bühne darstellt, wird in allen Textsorten verwendet, wobei sie in Sachtexten stärker auf den individuellen Nutzer als Akteur fokussiert, während in fachinternen Texten die Anwendung selbst mehr im Vordergrund steht.
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