Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 2.0
1. Einführung
1.1. Zielsetzung
1.2. Was ist ein Mindestlohn?
1.3. Aktuelle politische Diskussion in Deutschland
2. Der Niedriglohnsektor
2.1. Die Makroebene
2.2. Die Mikroebene
3. Die Theorie des neoklassischen Arbeitsmarktes
3.1. Das Standardmodell
3.2. Das Monopson
4. Mindestlöhne
4.1. Mindestlöhne in Deutschland
4.1.1. Tarifautonomie
4.1.2. Ergebnisse
4.2. National Minimum Wage – Mindestlohn in Großbritannien
4.2.1. Überblick
4.2.2. Ergebnisse
4.3. Mindestlöhne International
4.3.1. Ergebnisse
5. Fazit
6. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Mindestlöhnen im internationalen Vergleich unter besonderer Berücksichtigung der Forschungsfrage, ob die Einführung einer gesetzlichen Lohnuntergrenze zwangsläufig zu negativen Beschäftigungseffekten führt.
3.1 Das Standardmodell
Im neoklassischen Arbeitsmarkt stehen wir mehreren Situationen gegenüber, zwei davon werden näher betrachtet. Einerseits einem Modell dem ein polypolistischer Markt (vollständige Konkurrenz8) unterstellt wird, also eine Welt in der sich viele Anbieter und Nachfrager gegenüberstehen. Den Akteuren wird rationales Handeln unterstellt. Unternehmen verfolgen allgemein das Ziel Gewinne zu machen (Gewinnmaximierung) und die Arbeitnehmer ihren Nutzen zu maximieren (Nutzenmaximierung). Die Unterstellung eines polypolistischen Marktes ist dazu dienlich, dass weder Anbieter noch Nachfrager einzeln Einfluss auf die Höhe des Preises (im Arbeitsmarkt der Lohnsatz) nehmen können. Anbieter von Arbeit sind somit Mengenanpasser und Arbeitsnachfrager sind Lohnsatznehmer9. Andererseits befinden wir uns einer einsamen Welt, in der es nur einen Nachfrager nach Arbeitskräften aber viele Arbeitnehmer gibt (Mankiw:2004).
Schauen wir uns Darstellung 5 auf der nächsten Seite an. Dort sehen wir einen Arbeitsmarkt für eine x-beliebige Branche in einem Wettbewerbsmarkt (Polypol) ohne Restriktionen. Die Kurve der Arbeitsnachfrage der Unternehmen hat einen fallenden Verlauf, das heißt die Arbeitsnachfrage der Unternehmen nimmt ab. Warum? Die Unternehmen sind daran interessiert welche Menge sie mit einer Arbeitskraft produzieren können (Grenzprodukt der Arbeit) und wie hoch der Erlös pro Arbeitskraft ist (Wertgrenzprodukt der Arbeit). Grenzprodukte und Wertgrenzprodukte nehmen mit zunehmender Anzahl an Arbeitnehmern ab (abnehmende Grenzprodukte), da mit steigendem Faktoreinsatz Arbeit die Grenzkosten (oder auch Mehrkosten für eine produzierte Einheit) stetig steigen (Pindyck, Rubinfeld:2007). Daher entspricht der fallende Verlauf der Nachfragekurve von Arbeitskräften dem fallenden Wertgrenzprodukt der Arbeit.
1. Einführung: Vorstellung der Problemstellung, der Hypothese und der Struktur der Arbeit im Kontext der aktuellen politischen Debatte um Mindestlöhne in Deutschland.
2. Der Niedriglohnsektor: Analyse der Ursachen für die Ausweitung des Niedriglohnsektors unterteilt in Makro- und Mikroebene, sowie statistische Einordnung der Beschäftigungsverhältnisse.
3. Die Theorie des neoklassischen Arbeitsmarktes: Theoretische Herleitung der Auswirkungen von Mindestlöhnen auf Basis des neoklassischen Standardmodells und des Monopson-Modells.
4. Mindestlöhne: Empirische Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand von Fallbeispielen aus Deutschland, Großbritannien und im internationalen Vergleich.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Reflexion der Grenzen der theoretischen Modelle in der praktischen Anwendung.
6. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Methodik der vorliegenden Studien und Einordnung der Ergebnisse in den wirtschaftspolitischen Kontext.
Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Beschäftigungseffekte, Neoklassik, Arbeitsmarkt, Tarifautonomie, Lohndumping, Beschäftigung, Kaufkraft, internationale Vergleichsstudie, Lohnuntergrenze, Standardmodell, Monopson, Sozialpolitik, Wirtschaftsgeographie.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf den Arbeitsmarkt. Dabei werden sowohl theoretische Konzepte als auch praktische empirische Daten aus verschiedenen Ländern verglichen.
Zentrale Themen sind die Ausweitung des Niedriglohnsektors in Deutschland, die theoretische Fundierung in der Neoklassik sowie die empirische Evaluation von Mindestlohneinführungen im In- und Ausland.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Einführung einer gesetzlichen Lohnuntergrenze zwingend negative Auswirkungen auf die Beschäftigung hat, wie oft in klassischen Modellen postuliert.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie die Auswertung von ex-post-Evaluationen und empirischen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen von Mindestlohnregelungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (neoklassischer Arbeitsmarkt) und die empirische Überprüfung mittels Fallstudien in Deutschland, Großbritannien und einem internationalen Vergleich.
Wichtige Begriffe sind Mindestlohn, Niedriglohnsektor, Beschäftigungseffekte, Tarifautonomie, Lohndumping und neoklassische Arbeitsmarkttheorie.
Das Monopson-Modell wird als theoretischer Gegenpol zum Wettbewerbsmarkt (Polypol) eingeführt, da es zeigen kann, dass unter bestimmten Marktbedingungen Mindestlöhne sogar positive Beschäftigungseffekte haben können.
Großbritannien dient als ein zentrales Fallbeispiel („Realexperiment“), da der dort eingeführte „National Minimum Wage“ umfangreich evaluiert wurde und als Modell für eine evidenzbasierte Politik dient.
Die Compliance beschreibt die tatsächliche Durchsetzung und Einhaltung der Mindestlöhne durch Unternehmen, was ein entscheidender, oft schwer operationalisierbarer Faktor für die Wirksamkeit politischer Maßnahmen ist.
Die Unterschiede resultieren aus methodischen Differenzen bei der Datenlage, dem Untersuchungszeitraum und den zugrunde liegenden Annahmen, was die allgemeine Übertragbarkeit von Ergebnissen erschwert.
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