Masterarbeit, 2009
67 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Interkulturelle Kompetenz: Ein Konzept für den Schulbereich
2.1. Kulturelle und soziale Vielfalt in der österreichischen Schule – ein Auftrag zu interkultureller Erziehung
2.2. Verlauf der Diskussion zu interkultureller Kompetenz
2.3. Dynamisches Kulturverständnis
2.3.1. Kulturelle Selbstreflexion – ein fester Bestandteil interkultureller Kompetenz
2.3.2. Machtasymmetrien und die Notwendigkeit, diese zu erkennen
2.4. Pädagogische Methoden und Rahmenbedingen
2.4.1. Der Lernprozess zur Erlangung interkultureller Kompetenz
2.4.2. Methodische Implikationen
3. Handlungsorientierte Ansätze in schulischen Kontexten
3.1. Einführung in handlungsorientierte Methoden – Menschenbild und theoretische Begründung
3.2. Handlungstheoretische Grundlagen
3.2.1. Grundannahmen der Handlungspsychologie
3.2.2. Aneignungstheorie und Handlungsorientierung
3.2.3. Kognitive Handlungstheorie und handlungsorientiertes Lehren und Lernen
3.2.4. Lern- und Motivationspsychologie und handlungsorientiertes Lehren und Lernen
3.3. Pädagogische Begründung handlungsorientierter Methoden
3.4. Die Problematik des „Idealverhaltens“ – Handeln als situativer Prozess
4. Kulturen er-leben – handlungsorientierte Ansätze aus der Jugendarbeit
4.1. Stark werden/Stark bleiben – Modellprojekt zur Identitätsförderung an einer Münchner Hauptschule
4.2. Gemeinsam nach oben – Klettern als Medium interkultureller Jugendarbeit
4.3. Analyse der Praxismodelle
5. Interkulturelle Lernprozesse mittels handlungsorientierter Methoden
5.1. Das „Fremde“ und die „Offenheit“ als Schlüsselbegriffe in der Handlungsorientierung
5.2. Persönliche Erfahrungen und Reflexion als Voraussetzung für interkulturelle Kompetenz
5.3. Soziales Lernen heißt auch interkulturelles Lernen
5.4. Handlungsorientierte Perspektiven interkulturellen Lernens
5.4.1. Ein mögliches handlungsorientiertes Trainingskonzept für interkulturelle Kompetenzen
5.4.2. Der Organisationsprozess – ein wesentlicher Faktor
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern handlungsorientierte Lehr- und Lernkonzepte dazu beitragen können, interkulturelle Kompetenzen bei Jugendlichen in schulischen Kontexten effektiv aufzubauen. Das primäre Ziel ist es, eine Brücke zwischen theoretischen Ansätzen der interkulturellen Erziehung und der erlebnispädagogischen Handlungsorientierung zu schlagen, um praxisorientierte, aber theoriegeleitete Bildungsangebote zu entwickeln, die dem Bedarf nach einer nicht-technologisierten und selbstreflexiven Pädagogik gerecht werden.
3.1. Einführung in handlungsorientierte Methoden – Menschenbild und theoretische Begründung
Zunächst einmal bedarf es einer Definition von Handlungsorientierung (Zuffellato und Kreszmeier 2007, S.60):
„Learning by doing, learning on the job, und andere Slogans beschreiben den Ansatz der Handlungsorientierung, wie ihn auch die Erlebnispädagogik als ganzheitliche Lern- und Lehrmethodik kennt. Pädagogisch wertvolle Erlebnisse sprechen Kopf, Herz und Hand an, wirken auf den Ebenen der Seele, der Psyche und des Körpers. Handlung führt dabei zur Konkretisierung und fördert die Eingebundenheit der Teilnehmenden in den Lernprozess. In der Handlung bekommen Menschen die Möglichkeit, ganz verschiedene Ressourcen und (Lern-) Fähigkeiten zu entdecken, zu zeigen und zu nutzen, alternative Wege zu gehen und Möglichkeiten auszuprobieren, um so den Handlungsspielraum Schritt für Schritt zu vergrößern.“
Diese angeführte Definition von Handlungsorientierung impliziert die Annahme, dass z.B. Informationsaufnahme, Begriffsbildung, Einsichts- und Einstellungsentwicklung im Zusammenhang mit Handlungserfahrungen dem Lernen angemessener seien. Um herauszufinden, welche Theoriegrundlage diese Annahme hat, interessiert nicht nur, was man unter Handeln eigentlich versteht, sondern auch die Begründung des holistischen Grundansatzes der Handlungsorientierung, wodurch die vielen unterschiedlichen Perspektiven, Forschungszweige, Ansätze und Theorien aufgezeigt werden (Gudjons 2008, S.49-40). Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Begriffe wie beispielsweise „Erlebnispädagogik“, „handlungsorientiertes Lernen“, „Outdoor-Aktivitäten“ und „Erfahrungslernen“ oft als Synonyme verwendet werden, was einer genaueren Durchleuchtung der Begriffe bedarf. Die „Anwender“ solcher Lernarrangements sind somit gefordert, ihre eigenen Ansätze bezüglich Menschenbild und Interventionstechniken genau zu reflektieren.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den hohen Handlungsbedarf an interkultureller Kompetenz und hinterfragt kritisch bestehende praxisorientierte Trainingskonzepte auf ihre wissenschaftliche Fundierung und theoretische Tiefe.
2. Interkulturelle Kompetenz: Ein Konzept für den Schulbereich: Dieses Kapitel definiert den theoretischen Rahmen interkultureller Kompetenz, wobei Selbstreflexion und die Anerkennung machtkritischer Strukturen als zentrale Elemente hervorgehoben werden.
3. Handlungsorientierte Ansätze in schulischen Kontexten: Es werden die handlungstheoretischen Grundlagen und Begründungen für ein ganzheitliches, auf die Person und Situation bezogenes Lernverständnis dargelegt.
4. Kulturen er-leben – handlungsorientierte Ansätze aus der Jugendarbeit: Dieses Kapitel analysiert zwei konkrete Praxisbeispiele, die zeigen, wie Identitätsförderung und interkulturelles Lernen durch aktive Einbindung der Jugendlichen gelingen kann.
5. Interkulturelle Lernprozesse mittels handlungsorientierter Methoden: Das Kapitel synthetisiert die gewonnenen Erkenntnisse und entwirft ein konzeptionelles Rahmenmodell, um methodische Interventionen effektiv mit interkulturellen Lernprozessen zu verknüpfen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines konsistenten, systemisch-konstruktivistischen Ansatzes zusammen, um die Lücke zwischen interkultureller Theorie und pädagogischer Praxis zu schließen.
Interkulturelle Kompetenz, Handlungsorientierung, Erlebnispädagogik, Selbstreflexion, Identitätsförderung, Soziales Lernen, Transkulturelles Lernen, Machtasymmetrien, Praxismodelle, Systemtheorie, Identitätsstärkung, Partizipation, Bildungsangebote, Kulturverständnis, Situationsabhängigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Aufbau interkultureller Kompetenzen bei Jugendlichen durch den Einsatz handlungsorientierter Methoden in schulischen und erlebnispädagogischen Kontexten.
Die zentralen Themen sind das Verständnis interkultureller Kompetenz, handlungstheoretische Lernkonzepte, das Verhältnis zwischen Identität und Kultur sowie die Gestaltung von Lernarrangements, die Machtasymmetrien kritisch reflektieren.
Ziel ist es, handlungsorientierte Konzepte auf ihre Eignung für den Aufbau interkultureller Kompetenzen zu analysieren und ein konzeptionelles Modell zu entwickeln, das eine fundierte pädagogische Praxis ermöglicht.
Der Autor versteht seine Arbeit als hermeneutische Praxisforschung, die vorhandene handlungsorientierte Methoden und theoretische Ansätze kritisch-theoriegeleitet analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung interkultureller Kompetenz, die wissenschaftliche Begründung handlungsorientierter Ansätze sowie die detaillierte Analyse von zwei Praxismodellen („Stark werden/Stark bleiben“ und „Gemeinsam nach oben“).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstreflexion, ganzheitliches Lernen, interkulturelle Erziehung, Handlungsorientierung und systemische Rahmung geprägt.
Der Autor warnt davor, interkulturelle Probleme fälschlicherweise rein ethnisch zu deuten; stattdessen fordert er ein dynamisches Verständnis, das die Individualität und die situative Lebenswelt der Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.
Klettern dient als Medium, um Jugendliche in einer „rauen Wirklichkeit“ mit Herausforderungen zu konfrontieren, bei denen kulturelle Hintergründe in den Hintergrund treten und soziales Lernen sowie Vertrauen durch körperlich-praktische Erfahrungen gefördert werden.
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