Bachelorarbeit, 2012
104 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des touristischen Vertriebssystems
2.1 Marketing
2.1.1 Hybrider Kunde
2.1.2 Produkt- und Programmpolitik / Leistungspolitik
2.1.3 Preis-/ Kontrahierungspolitik
2.1.4 Distributions-/ Vertriebspolitik
2.1.5 Kommunikationspolitik
2.2 Vertrieb
2.2.1 Vertriebsstrategie
2.2.2 Tourismusvertrieb
2.3 Vertriebswege
2.3.1 Direkte Vertriebswege
2.3.2 Indirekte Vertriebswege
2.4 Vertriebskanäle
2.4.1 Offline-Vertriebskanäle
2.4.2 Online-Vertriebskanäle
2.5 Vertriebsakteure
2.5.1 Leistungsanbieter
2.5.2 Reisemittler
2.5.2.1 Eigene Mittler
2.5.2.2 Fremde Branchenmittler
2.5.2.3 Branchenfremde Mittler & NTOs
2.5.3 Nachfrager
3 Auslösende Faktoren für die Veränderungen im Reisevertrieb
3.1 Der Wandel des Verbraucherverhaltens
3.2 Der technologische Wandel
3.3 Der Wandel der Distributions-Kanäle zu Kommunikations- und Kontakt-Kanälen
4 Reisevertrieb über Lebensmittelketten
4.1 Geschäftsmodell
4.2 Reiseanbieter im Lebensmittelhandel
4.3 Reiseangebote & Buchbarkeit
4.4 Praxisbeispiele
4.4.1 Aldi Reisen
4.4.2 Lidl Reisen
4.4.3 Penny Reisen
5 Analyse des Reisevertriebes über Lebensmittelketten
5.1 Kritische Analyse des Geschäftsmodelles und der Marketingstrategie
5.1.1 Preis- und Produktpolitik
5.1.2 Kommunikationspolitik
5.1.3 Distributionspolitik
5.2 Chancen & Risiken der Lebensmittelketten
5.3 Chancen & Risiken der Reiseveranstalter und Leistungsträger
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Wandel des Reisevertriebes durch branchenfremde Unternehmen, insbesondere am Beispiel deutscher Lebensmittelketten. Ziel ist es, die entscheidenden Faktoren für diese Veränderung zu identifizieren und das Geschäftsmodell dieses speziellen Vertriebsweges tiefgehend zu analysieren, um dessen Zukunftsfähigkeit zu bewerten.
2.1.1 Hybrider Kunde
Ein hybrider Kunde ist ein „Kunde mit wechselhaftem, den Einzelfall optimierenden Nachfragerverhalten, das heißt nicht einseitig leistungs-, preis- oder serviceorientiert“ und gewinnt bei der Wahl zwischen Serviceanbietern und Billiganbietern zunehmend an Bedeutung.
Hybride Kunden werden auch als „paradoxe Konsumenten“ bezeichnet und sind vom „klassischen Schnäppchenjäger“ über den „Smart Shopper“ bis zum „Gutverdiener“ in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen. Paradoxe Kunden werden durch eine Polarisierung des Preisinteresses charakterisiert, da diese sowohl preisgünstig kaufen als auch Luxus erleben möchten. Sie setzen sich klare Prioritäten, sind für Qualität und gehobene Ware sehr empfänglich und wägen je nach Bedürfnis ab, wie viel Geld sie für das gewünschte Produkt ausgeben möchten: so wird zum Beispiel bei Lebensmitteln der Discounter bevorzugt, während sie für den Urlaub eine luxuriöse Fernreise oder Kreuzfahrt buchen. Das Paradebeispiel für den hybriden, das heißt „nicht mehr in klassische Schubladen ablegbaren“, Konsumenten ist „der Porsche-Fahrer mit der ALDI-Tüte.“
Ulrich Eggert, Unternehmensberater und Associate Partner des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI), prognostizierte bereits 2008, dass sich der Anteil der paradoxen Konsumenten bis 2013 um mehr als 50 Prozent erhöhen und diese damit die wichtigste Zielgruppe werden würde. Die Veränderungen im Konsumentenverhalten, insbesondere durch das hybride Einkaufsverhalten der Kunden, wirken sich dabei auch auf die Wahl des Absatzkanales der Hersteller aus. Angesichts der zunehmend instabileren Käufergewohnheiten („sinkende Marken- und Einkaufsstättentreue“) wird dabei die Realisierung langfristig ausgerichteter Strategien erschwert.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des branchenfremden Reisevertriebs ein und definiert die zentralen Fragestellungen sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Grundlagen des touristischen Vertriebssystems: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Marketings, Vertriebs, der Vertriebswege, -kanäle und -akteure im touristischen Kontext detailliert dargelegt.
3 Auslösende Faktoren für die Veränderungen im Reisevertrieb: Dieses Kapitel erläutert die strukturellen Ursachen für den Umbruch im touristischen Vertrieb, primär bedingt durch verändertes Verbraucherverhalten und technologischen Wandel.
4 Reisevertrieb über Lebensmittelketten: Der Hauptteil beschreibt die Entwicklung, Geschäftsmodelle und Kooperationsstrategien der Lebensmittelketten im Reisesegment anhand konkreter Praxisbeispiele.
5 Analyse des Reisevertriebes über Lebensmittelketten: Hier erfolgt eine kritische Bewertung des Geschäftsmodells sowie eine Ableitung der Chancen und Risiken für die beteiligten Akteure.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial dieses Vertriebsweges für die Zukunft.
Reisevertrieb, Lebensmittelketten, Discounter, Non Traditional Outlets, NTO, Tourismusmarketing, Hybrider Kunde, Distributionsstrategie, Kooperationspartner, Reiseveranstalter, Buchbarkeit, Marketing-Mix, Reisebranche, Online-Vertrieb, Impulskauf.
Die Bachelor-Thesis untersucht, wie und warum Lebensmittelketten als branchenfremde Akteure in den Reisevertrieb eingestiegen sind und welche Bedeutung dieser Vertriebsweg in der Tourismusbranche hat.
Die Arbeit beleuchtet das Marketing und den Vertrieb im Tourismus, den technologischen Wandel, das hybride Kundenverhalten sowie die speziellen Kooperationsmodelle zwischen Reiseveranstaltern und Discountern.
Die Arbeit analysiert, ob der Reisevertrieb über Lebensmittelketten ein zukunftsfähiges Geschäftsfeld darstellt oder lediglich einen temporären Trend, und welche Rollen die beteiligten Parteien dabei einnehmen.
Neben einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche basiert die Arbeit auf einer empirischen Analyse von Praxisbeispielen (Aldi, Lidl, Penny) und Experteninterviews mit Branchenvertretern.
Der Hauptteil beschreibt die historische Entwicklung des Reisevertriebs im Lebensmitteleinzelhandel, stellt die Kooperationsmodelle sowie konkrete Praxisbeispiele dar und analysiert kritisch die Marketingstrategien.
Zu den zentralen Begriffen zählen Reisevertrieb, Discounter, Non Traditional Outlets, Hybrider Kunde und Distributionsstrategie.
Die Discounter fungieren nicht als eigenständige Reiseveranstalter, sondern bieten Reiseanrechte in Kooperation mit spezialisierten Veranstaltern über ihre Filialnetze und Internetplattformen an, um von Synergieeffekten und Kundenfrequenz zu profitieren.
Kunden zeigen ein hybrides Einkaufsverhalten und nutzen die Angebote bei Discountern oft impulsartig. Die Beurteilung der Qualität erfolgt zunehmend unter Einbeziehung von Bewertungsportalen im Internet.
Die Reiseveranstalter nutzen die Discounter als passive Distributions- oder Kommunikationskanäle, um Kapazitäten auszulasten und neue Kundengruppen zu erschließen, die über traditionelle Reisebüros schwerer erreichbar sind.
Die Experteninterviews liefern wertvolle Einblicke in die tatsächlichen Anforderungen, Motivationen und Strategien der Entscheidungsträger bei den beteiligten Unternehmen und dienen als Basis für die kritische Analyse.
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