Examensarbeit, 2012
28 Seiten, Note: 2
1. Lernvoraussetzungen
2. Darstellung und Begründung didaktisch-methodischer Entscheidungen
2.1 Sequenzplanung
2.2 Curriculare Einordnung
2.3 Unterrichtsziele
2.4 Didaktischer Kommentar
2.5 Methodischer Kommentar
2.6 Verlaufsplanung
Die vorliegende Unterrichtsplanung zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler den grundlegenden Widerspruch zwischen dem hohen sozialen Engagement von Frauen in der Französischen Revolution und ihrer gleichzeitigen politischen Ausgrenzung durch die männlich dominierte Ordnung erkennen und kritisch reflektieren.
M1 Théroigne de Mericourt: Feierliche Ansprache auf dem Platz Louis XIII. am 25. März 1792:
Théroigne de Mericourt trat in der Französischen Revolution aktiv für die Rechte der Frauen ein. In Frauenclubs vertrat sie die Meinung, dass auch Frauen das Recht hätten, sich zu bewaffnen und für die Revolution zu kämpfen.
(...) Bewaffnen wir uns, wir haben dazu das Recht durch die Natur und sogar durch das Gesetz. Zeigen wir den Männern, dass wir ihnen nicht unterlegen sind – weder in den Tugenden noch in den Mut (...). Man wird versuchen, uns mit den Waffen der Lächerlichkeit zurückzuhalten. Aber wir werden uns bewaffnen, weil es vernünftig ist, dass wir uns darauf vorbereiten, unsere Rechte zu verteidigen und unsere Häuser und weil wir ungerecht gegen uns selbst wären und verantwortlich vor dem Vaterland, wenn die Verzagtheit, die uns in der Sklaverei ergriffen hat, immer noch mächtig genug wäre, uns an der Verdoppelung unserer Kräfte zu hindern (...). Es ist an der Zeit, dass die Frauen herauskommen aus ihrer schändlichen Nichtigkeit. Sollen die Männer alleine das Recht auf Ruhm beanspruchen? Auch wir wollen nach der Bürgerkrone streben, nach der Ehre zu sterben für eine Freiheit, die uns vielleicht teurer ist als ihnen; denn die Auswirkungen des Despotismus lasten noch viel schwerer auf unseren Häuptern als auf ihren (...). Bewaffnen wir uns: Lasst uns dreimal in der Woche auf den Champs-Élysées exerzieren, lasst uns eine Kompanie der Amazonen eröffnen! (...)
1. Lernvoraussetzungen: Analyse der Lerngruppe, des Sozialverhaltens und der methodischen Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
2. Darstellung und Begründung didaktisch-methodischer Entscheidungen: Erläuterung der Sequenzplanung, des Lehrplans sowie der fachdidaktischen und methodischen Begründung für die Unterrichtsgestaltung.
2.1 Sequenzplanung: Übersicht über den zeitlichen Ablauf der Unterrichtseinheit zur Französischen Revolution.
2.2 Curriculare Einordnung: Verankerung des Themas im Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg und Einordnung in den Kompetenzbereich der Deutungskompetenz.
2.3 Unterrichtsziele: Definition von Grob- und Feinzielen für die Sach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz.
2.4 Didaktischer Kommentar: Reflexion über die Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung sowie die Exemplarität des Themas im Sinne von W. Klafki.
2.5 Methodischer Kommentar: Erläuterung des gewählten schülerzentrierten Ansatzes und der methodischen Durchführung des "Lerntempoduetts".
2.6 Verlaufsplanung: Detaillierte tabellarische Aufschlüsselung der Unterrichtsphasen mit Lehrer- und Schülerverhalten sowie Medieneinsatz.
Französische Revolution, Frauenrechte, Politische Teilhabe, Théroigne de Mericourt, Nationalkonvent, Frauenclubs, Geschlechterrollen, Emanzipation, Lerntempoduett, Didaktik, Geschichte, Unterrichtsentwurf, Deutungskompetenz, Primärquellen, Politische Betätigung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Planung einer Geschichtsstunde zur Rolle der Frau in der Französischen Revolution, wobei der Fokus auf dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Engagement der Frauen und deren politischer Ausgrenzung durch die Männer liegt.
Zentrale Themen sind die Frauenbilder der Epoche, die rechtliche Situation der Frau, die Entwicklung von Frauenclubs und der Kampf um politische Partizipation sowie die zeitgenössische Ablehnung dieser Forderungen.
Das Grobziel ist, dass die Lernenden den Widerspruch zwischen den Forderungen der Frauen nach Rechten und deren aktiver Ablehnung durch die männlich dominierte Revolution erkennen und bewerten können.
Zum Einsatz kommt die Methode des "Lerntempoduetts", bei der Schülerinnen und Schüler in Phasen des Austauschs und der kooperativen Partnerarbeit komplexe Sachtexte erschließen und gemeinsam bearbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analysephase (Arbeit mit Primärquellen wie der Rede von Théroigne de Mericourt oder dem Verbot der Frauenclubs durch den Nationalkonvent) und eine Phase der Ergebnissicherung durch Partneraustausch.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Französische Revolution, Politische Partizipation, Geschlechterrollen, Didaktik der Geschichte und kooperatives Lernen (Lerntempoduett) definieren.
Diese Methode wurde gewählt, um das selbstbestimmte Lernen zu fördern, die Ausdauer der Schülerinnen und Schüler zu steigern und Kooperationskompetenzen durch den inhaltlichen Austausch mit Partnern zu stärken.
Die Lernenden vergleichen den Kupferstich einer häuslich-unterwürfigen Frau mit historischen Fakten über das kämpferische Engagement und die politische Organisation von Frauen, um die Ambivalenz der Epoche selbstständig aufzulösen.
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