Bachelorarbeit, 2011
58 Seiten
1. Einleitung und Methodik
2. Arten und Ausgestaltung der Lebensversicherung
2.1 Risikolebensversicherung
2.2 Kapitallebensversicherung
2.3 Private Rentenversicherung
2.4 Direktversicherung
2.5 Riester-Rente
3. Prämienkalkulation
3.1 Kalkulation allgemein
3.2 Nettoprämienberechnung und Bruttoprämienberechnung
3.3 Äquivalenzprinzip der Prämienkalkulation
3.4 Vergleich von Rentenversicherungen und Kapitalverzehrplänen
4. Unisex-Tarife: Grundlagen und Auswirkungen
4.1 Entstehungsgeschichte des EuGH-Urteils
4.2 Geschlecht als Faktor der Risikobewertung
4.3 Risikomerkmale
4.4 Versicherungstechnische Auswirkungen
4.5 Ökonomische Konsequenzen durch Unisex-Tarife
4.6 Umgehung von Unisex-Tarifen
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 01.03.2011 zur Einführung von Unisex-Tarifen in der Lebensversicherung. Ziel ist es, die ökonomischen und versicherungstechnischen Konsequenzen für Versicherungsunternehmen sowie Versicherungsnehmer zu analysieren und zu erläutern, wie die Branche auf den Wegfall des Geschlechts als Risikomerkmal reagiert.
3.1 Kalkulation allgemein
Zu einer der wichtigsten Tätigkeiten in der Versicherungsbranche gehört traditionell die Prämienkalkulation. Im weiteren Verlauf wird zuerst auf die Bedeutung der Prämien eingegangen, anschließend werden die Rechnungsgrundlagen der LV beschrieben. Im Marktverkehr ist unter der Versicherungsprämie der Preis für das Wirtschaftsgut Versicherungsschutz mit Risikogeschäft zu verstehen. Durch die Gegenüberstellung des Nutzens der Versicherungsnahme und des Missnutzens der zu zahlenden Prämie beim VN sowie der Gegenüberstellung der Risiko- bzw. Kostenwirkung des zugesagten Versicherungsschutzes beim VR, ist die Prämie bezüglich der Versicherung auch eine Größe im Nettonutzenkalkül. Deshalb werden aus der Sicht des VN diese Kalküle als Preis-Leistungs-Relation und aus der Sichtweise des VR als Kosten-Nutzen-Relation bezeichnet. Die Rechenregeln welche Prämien bzw. Prämientarife mit Hilfe von Kosteninformationen des Rechnungswesens bestimmen können, werden in den meisten Fällen als Prämienkalkulation bezeichnet.
Zwischen den im Marktverkehr anwendbaren Prämien und den im Rechnungswesen ermittelten Plan-Kosten der Zukunft oder Ist-Kosten der Vergangenheit, wird in der Praxis häufig ein mechanischer Zusammenhang unterstellt. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine zweckmäßige betriebswirtschaftliche Regel: Denn die Kalkulation liefert nur Informationen für individuelle und generelle Prämienentscheidungen des Versicherers, die als Prämienpolitik bezeichnet werden. Die Kalkulation ist eine auf die Leistungseinheit bezogene Ist- oder Plankostenrechnung, wobei als Leistungseinheit der Versicherungsschutz zu verstehen ist. Ob die Prämienforderungen des VR mit den Ist- und Plankosten übereinstimmten oder von diesen abweichen, ist abhängig vom Ziel des Versicherungsunternehmens und von der Zahlungsbereitschaft der VN.
1. Einleitung und Methodik: Einführung in das Thema Unisex-Tarife, Darlegung der Forschungsziele und Beschreibung der explorativen methodischen Vorgehensweise inklusive Experteninterviews.
2. Arten und Ausgestaltung der Lebensversicherung: Detaillierte Vorstellung verschiedener Produkte wie Risikolebens-, Kapitallebens- und Rentenversicherungen sowie der Direktversicherung und Riester-Rente.
3. Prämienkalkulation: Erklärung der versicherungsmathematischen Grundlagen, des Äquivalenzprinzips und ein Vergleich von Rentenversicherungen mit Kapitalverzehrplänen.
4. Unisex-Tarife: Grundlagen und Auswirkungen: Analyse des EuGH-Urteils, der Bedeutung des Geschlechts als Risikomerkmal, der versicherungstechnischen Folgen sowie möglicher Umgehungsstrategien.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der wichtigsten Ergebnisse bezüglich des EuGH-Urteils und Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklungen im Bereich Lebensversicherung.
Unisex-Tarife, Lebensversicherung, Prämienkalkulation, EuGH-Urteil, Geschlecht, Risikomerkmal, Äquivalenzprinzip, Risikolebensversicherung, Rentenversicherung, Altersvorsorge, Versicherungsmathematik, Beitrag, Leistung, Versicherungswirtschaft, Kapitalverzehrplan.
Die Arbeit befasst sich mit der Umstellung der privaten Lebensversicherung auf geschlechtsneutrale Tarife (Unisex-Tarife) infolge eines EuGH-Urteils.
Die zentralen Felder umfassen die Prämienkalkulation, die rechtlichen Hintergründe des EuGH-Urteils, versicherungstechnische Auswirkungen und mögliche Strategien der Branche auf diese Änderung.
Das Ziel ist die Erläuterung der ökonomischen und versicherungstechnischen Konsequenzen für Versicherte und Unternehmen sowie die Klärung, wer von der Umstellung profitiert.
Es wurde ein exploratives Vorgehen mit Literaturanalyse und qualitativen Experteninterviews angewandt.
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Arten der Lebensversicherung, die Grundlagen der Kalkulation, das EuGH-Urteil im Detail sowie die Auswirkungen und Umgehungsmöglichkeiten von Unisex-Tarifen.
Wichtige Begriffe sind Unisex-Tarife, Äquivalenzprinzip, Risikomerkmal, Lebensversicherung und versicherungsmathematische Kalkulation.
Die Tendenz geht bei Unisex-Tarifen zu einer Preiserhöhung, da das bisherige Differenzierungsmerkmal "Geschlecht" entfällt und Sicherheitszuschläge zur Kompensation der Unsicherheit über den Versichertenmix erhöht werden.
Ja, laut Arbeit werden sowohl von Versicherern (über indirekte Selektionsmethoden) als auch von Kunden (durch alternative Produkte oder Abschlüsse im Ausland) verschiedene Ansätze diskutiert, wenngleich deren Wirksamkeit und Legalität oft strittig sind.
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