Masterarbeit, 2012
81 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Sozialpolitische Entwicklungen in Deutschland
1.1 Verlauf der wohlfahrtsstaatlichen Neuausrichtung in der BRD nach der Abkehr vom Keynesianismus bis zum Jahr 1998
1.2 Paradigmatische Wende und sozialpolitische Umgestaltungsprozesse in der Bundesrepublik ab 1998
2. Veränderungen der sozialen Lage in der BRD
2.1 Die Entwicklung von Armut und sozialer Ungleichheit in der Bundesrepublik seit der Jahrtausendwende
2.2 Zusammenhänge zwischen politischen Maßnahmen und Armutsentwicklungen in Deutschland ab dem Regierungswechsel 1998
3. Sozialstaatlichkeit im Umbruch?
3.1 Die gegenwärtige Veränderung von Wohlfahrtsstaatlichkeit und ihre Zusammenhänge und Hintergründe in der Bundesrepublik
3.2 Armuts-, Ungleichheits- und Gerechtigkeitsaspekte im deutschen Sozialstaat der Gegenwart
Schlussbetrachtung
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die sozialpolitischen Reformvorgänge in der Bundesrepublik Deutschland seit der Jahrtausendwende soziologisch zu untersuchen und deren Auswirkungen auf Armut und soziale Ungleichheit kritisch zu bewerten.
Die Entwicklung von Armut und sozialer Ungleichheit in der Bundesrepublik seit der Jahrtausendwende
Die Frage nach der Existenz und Verbreitung von Armut in Deutschland bzw. in den Wohlstandsländern allgemein hat in den letzten Jahrzehnten einen spürbaren Bedeutungszuwachs erlebt und erscheint hierzulande besonders seit dem Jahrtausendwechsel omnipräsent. Gerade in einem reichen Staat, der sich prinzipiell als Sozialstaat definiert, stellt Armut ab einem gewissen Ausmaß „das Wirtschafts- und Sozialsystem in Frage und gefährdet die politische und soziale Legitimation“. In einem Sozialstaat wie der BRD muss das Vorhandensein von Armen unter der Bevölkerung eigentlich als „Verfehlung eines wichtigen sozialpolitischen Ziels“ bewertet werden.
Dabei stellt die adäquate Erfassung von Armut und Reichtum in modernen Wohlstandsgesellschaften Forscher immer noch vor Schwierigkeiten. Um die quantitativen Dimensionen von Armut und die betroffenen Personengruppen in einer Region empirisch-statistisch aufzeigen zu können, sind vor allem klare, allgemein gültige Armutskriterien notwendig. Bei der Suche nach diesen Kriterien kann jedoch nicht nur auf objektive Daten zurückgegriffen werden, wie Bäcker et al. (2008) betonen; die Bestimmung von Armut hängt weniger von statistisch erhobenen Fakten, als vielmehr von normativen Entscheidungen ab.
Armut wird derzeit in den Industrieländern überwiegend als relative Einkommensarmut definiert. Diese Armutsdefinition steht in Relation zur aktuellen Wohlstandsverteilung der Gesamtbevölkerung eines Landes oder einer Region und bezieht sich stärker auf soziale Ungleichheit als auf Armut im eigentlichen Sinne. Armut wird hierbei als ein Mangel an ökonomischen Mitteln (Einkommen) verstanden, der dazu führt, dass eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht ausreichend gewährleistet ist. In sämtlichen Industriestaaten setzt das Einkommen den Rahmen für den Lebensstandard, ist also zentrale Ressource, auch wenn der Handlungsspielraum von Personen und Haushalten daneben durch weitere wichtige Faktoren (z.B. Vermögen, Zeit, soziale Netzwerke) beeinflusst wird. Der sog. Ressourcenansatz ist ein grundlegender und gegenwärtig weit verbreiteter Ansatz zur Armutsmessung.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den unter Druck geratenen westlichen Wohlfahrtsstaat und den Paradigmenwechsel hin zum "aktivierenden Staat" im Kontext globaler ökonomischer Zwänge.
1. Sozialpolitische Entwicklungen in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet den Verlauf der sozialpolitischen Neuausrichtung in Deutschland nach, von der Abkehr vom Keynesianismus in den 80er Jahren bis zu den drastischen Reformen ab 1998.
2. Veränderungen der sozialen Lage in der BRD: Hier wird die empirische Entwicklung von Armut und sozialer Ungleichheit analysiert, wobei besonders die Auswirkungen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen kritisch hinterfragt werden.
3. Sozialstaatlichkeit im Umbruch?: Dieses Kapitel bewertet soziologisch den Umbruch der Wohlfahrtsstaatlichkeit und reflektiert die Divergenz zwischen dem politischen Handeln und den Gerechtigkeitsvorstellungen der Bevölkerung.
Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und verdeutlicht, dass die sozialpolitische Neuausrichtung die soziale Spaltung verschärft hat, statt Armut effektiv zu bekämpfen.
Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Armut, soziale Ungleichheit, Hartz-Reformen, Neoliberalismus, Aktivierungspolitik, Prekarisierung, Gerechtigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Umverteilung, soziale Sicherung, Einkommensverteilung, Mindestsicherung, Erwerbsarbeit.
Die Arbeit untersucht die sozialpolitischen Reformen in Deutschland seit der Jahrtausendwende und deren Auswirkungen auf die soziale Lage, insbesondere in Bezug auf Armut und Ungleichheit.
Zentrale Themen sind der Wandel vom fürsorgenden zum aktivierenden Staat, die Hartz-Reformen, die Entwicklung von Einkommens- und Vermögensungleichheit sowie die Verschiebung sozialpolitischer Gerechtigkeitsbegriffe.
Ziel ist eine soziologische Bestandsaufnahme der armutsrelevanten politischen Entwicklungen und eine Bewertung, ob der reformierte Sozialstaat die sozialen Folgen marktwirtschaftlicher Ökonomie wirksam abmildern konnte.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Statistiken (wie z.B. Armuts- und Reichtumsberichte), soziologische Studien sowie regierungsamtliche Dokumente.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Historie der Sozialpolitik seit den 80ern, die Analyse der realen sozialen Lage und deren statistische Erfassung sowie die kritische soziologische Bewertung der Umbrüche im Sozialstaat.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Sozialstaat, Prekarisierung, Aktivierungspolitik, Armut, soziale Ungleichheit und Neoliberalismus.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Reformen die soziale Spaltung verschärft haben und das Ziel der Armutsvermeidung verfehlt wurde; stattdessen ist eine zunehmende Prekarisierung zu beobachten.
Die Arbeit zeigt auf, dass sich der Gerechtigkeitsbegriff in der Politik einseitig auf "Leistungsgerechtigkeit" verengt hat, was im Widerspruch zum Gerechtigkeitsempfinden der breiten Bevölkerung steht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

