Diplomarbeit, 2010
105 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die klassische Rollentheorie
2.1 Die Rollentheorie – Ein konstruktivistischer Ansatz
2.2 Die Entstehung der Rollentheorie
2.3 Die Rollentheorie als Analyseinstrument
2.4 Rollentheoretische Modelle der Außenpolitik und ihre Prüfkriterien
2.4.1 Das realistische Modell des Machtstaates
2.4.2 Das liberale Modell des Handelsstaates
2.4.3 Das idealistische Modell des Zivilstaates
2.5 Hypothesen zum außenpolitischen Verhalten Deutschlands in Krisensituationen
2.5.1 Deutschland als Machtstaat
2.5.2 Deutschland als Handelsstaat
2.5.3 Deutschland als Zivilstaat
3. Der Afghanistan-Krieg
3.1 Deutschlands Einbindung in und sein Einfluss auf Internationale Institutionen im Bezug auf den Afghanistan-Krieg
3.2 Deutsche Truppenorganisation/Truppenbindung und militärisches Verhalten vor und während des Afghanistan-Krieges
3.3 Deutschlands Rolle im Afghanistan-Krieg
4. Der Irak-Krieg
4.1 Deutschlands Einbindung in und sein Einfluss auf Internationale Institutionen im Bezug auf den Irak-Krieg
4.2 Deutsche Truppenorganisation/Truppenbindung und militärisches Verhalten vor und während des Irak-Krieges
4.3 Deutschlands Rolle im Irak-Krieg
5. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht das außenpolitische Verhalten Deutschlands in den Krisensituationen Afghanistan und Irak unter Anwendung der klassischen Rollentheorie, um zu klären, inwieweit deutsche Entscheidungsträger dabei den idealtypischen Modellen des Macht-, Handels- oder Zivilstaates folgen.
1. Einleitung
Am Morgen des 11. September 2001 schlugen wenige Minuten nacheinander zwei vollbesetzte Passagierflugzeuge in die Türme des New Yorker World Trade Centers ein, explodierten und brachten die „Twin Towers“ zum Einsturz. Eine knappe Stunde nach der ersten Explosion stürzte eine Boeing 757 ins Washingtoner Pentagon, eine vierte Maschine stürzte über Pennsylvania ab. Bereits einen Tag nach den Terroranschlägen in New York und Washington verurteilte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen diese als Angriff auf die Vereinigten Staaten sowie als Bedrohung für den weltweiten Frieden und die internationale Sicherheit. Die transnationalen Rahmenbedingungen veränderten sich durch die Anschläge grundlegend und die in ihrer Folge beginnenden Kriege in Afghanistan und im Irak stellten die Regierenden der Bundesrepublik Deutschland vor schwierige Entscheidungen und das außenpolitische Rollenkonzept Deutschlands auf die Probe.
Beginnend mit den Anschlägen in den USA, sah sich die westliche Welt einer neuen Form des internationalen Terrorismus gegenüber. Nie zuvor war es letzterem gelungen, Amerika und zugleich die gesamte westliche Welt so systematisch zu attackieren, wie mit den Anschlägen auf das World Trade Center. Die Terroristen wollten nicht nur den Hegemon USA, sondern das Herz einer westlichen Zivilisation treffen, die sie mit Inbrunst hassen. Doch weil Amerika in einer Feldschlacht nicht zu besiegen ist, wird der Krieg von den Terroristen „asymmetrisch“ geführt und unterscheidet sich von früheren Kriegen sowohl hinsichtlich der Ziele, als auch bezüglich der Art der Kriegführung und der Finanzierung. Die neuen Kriege haben, im Gegensatz zu den geopolitischen oder ideologischen Motiven früherer Konflikte, eine Politik der – in diesem Fall religiösen - Identität zum Ziel und ihre Strategien machen sich gleichermaßen die Erfahrungen des Guerillakrieges wie des Anti-Guerillakampfes zunutze.
1. Einleitung: Beschreibt die durch die Anschläge vom 11. September 2001 veränderten Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Herausforderungen für das außenpolitische Rollenkonzept Deutschlands.
2. Die klassische Rollentheorie: Legt das theoretische Fundament dar, definiert das Konzept des Rollenmodells und erarbeitet die Idealtypen des Macht-, Handels- und Zivilstaates als Prüfkriterien für die empirische Analyse.
3. Der Afghanistan-Krieg: Analysiert das deutsche Verhalten im Afghanistan-Konflikt, insbesondere hinsichtlich der internationalen Einbindung und der militärischen Rolle der Bundeswehr.
4. Der Irak-Krieg: Untersucht das deutsche Verhalten im Irak-Krieg unter Anwendung der erarbeiteten Rollenmodelle und beleuchtet den Bruch mit der multilateralen Tradition der deutschen Außenpolitik.
5. Fazit: Resümiert die Ergebnisse der Fallstudien und kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Außenpolitik keine eindeutige Rollenkonzeption verfolgt, sondern sich in Widersprüchlichkeiten zwischen den Idealtypen bewegt.
Außenpolitik, Rollentheorie, Deutschland, Afghanistan-Krieg, Irak-Krieg, Zivilmacht, Handelsstaat, Machtstaat, Multilateralismus, Internationale Institutionen, Bundeswehr, Sicherheitspolitik, Krisensituationen, Rollenkonzept, Außenpolitikanalyse.
Die Arbeit untersucht das außenpolitische Handeln Deutschlands nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Konflikten in Afghanistan und im Irak unter dem Fokus der Rollentheorie.
Die Arbeit fokussiert auf die Anwendung theoretischer Modelle (Macht-, Handels- und Zivilstaat) auf die deutsche Außenpolitik, die Analyse internationaler Einsätze der Bundeswehr und die Untersuchung von Entscheidungsprozessen in Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, herauszufinden, welches außenpolitische Rollenverhalten Deutschland in den beiden Krisenfällen Afghanistan und Irak eingenommen hat und ob dies einem der idealtypischen Modelle der Rollentheorie entspricht.
Es wird eine qualitative Analyse auf Basis rollentheoretischer Konzepte (nach Rittberger und Holsti) durchgeführt, die empirische Daten und Dokumente (z.B. Weißbücher, Reden) nutzt.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Rollentheorie sowie die Modelle des Macht-, Handels- und Zivilstaates erläutert. Anschließend werden diese Modelle anhand der Fallbeispiele Afghanistan und Irak auf die deutsche Außenpolitik angewendet.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Außenpolitik, Rollentheorie, Zivilmacht, Handelsstaat, Multilateralismus und Krisenbewältigung charakterisiert.
Die Arbeit legt dar, dass die Grundwerte des Grundgesetzes, insbesondere Artikel 26 (Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges), eine zentrale Grundlage für die Entscheidung bildeten, sich nicht am Irak-Krieg zu beteiligen.
Das Fazit der Arbeit betont, dass Deutschland sowohl zivil- als auch handelsstaatliche Instrumente einsetzt und in den untersuchten Krisen keine konsistente, sondern eine widersprüchliche Rollenkonzeption zeigt, die durch eine gewisse Strategielosigkeit und den Wandel des Selbstverständnisses geprägt ist.
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