Bachelorarbeit, 2011
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Interreligiöses Lernen
2.1. Was ist interreligiöses Lernen?
2.2. Ziele interreligiösen Lernens
3. Gesellschaftlicher Wandel und die damit verbundenen Konsequenzen
3.1. Religiöse Pluralität
3.2. Lebenswelt der Kinder und die Situation in der Grundschule
3.3. Aufgaben einer pluralitätsfähigen Religionsdidaktik
4. Kognitive Entwicklungsbedingungen der Kinder und deren Auswirkungen auf interreligiöse Lernprozesse
4.1. Entwicklungspsychologische Modelle
4.1.1. Oser/Gmünder: Der Mensch – Stufen seiner religiösen Entwicklung
4.1.2. Fowler: Stages of faith – Theorie der Glaubensentwicklung
4.2. Interreligiöses Lernen unter entwicklungspsychologischen Voraussetzungen
5. Interreligiöses Lernen in der Grundschule als Beitrag zur religiösen Identitätsbildung?
5.1. (Beitrag zur) religiöse(n) Identitätsbildung
5.2. Grundschule als Ort religiöser Identitätsbildung?
5.3. Aufgaben eines interreligiös orientierten Religionsunterrichts
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedingungen und Grenzen für interreligiöses Lernen im Kontext der Grundschule unter Berücksichtigung kognitiver Entwicklungsphasen und pädagogischer Möglichkeiten der Identitätsbildung.
4.1.1 Oser/ Gmünder: Der Mensch – Stufen seiner religiösen Entwicklung
Fritz Oser und Paul Gmünder haben im Zuge verschiedener Erhebungen zum religiösen Urteil Kinder, Jugendliche und Erwachsene in klinischen Interviews anhand von Dilemmageschichten befragt und aus den Ergebnissen in Anlehnung an Kohlberg eine Stufenkonzeption zur religiösen Entwicklung entworfen. Hierbei verstehen Oser/ Gmünder unter dem Begriff des religiösen Urteils ein subjektives Muster der Beziehung des Menschen zu einem Letztgültigen bzw. Gott.
Der Gedanke, der der Entwicklung einzelner Stufen des religiösen Urteils zu Grunde liegt ist der, dass Personen im Laufe ihrer Lebensgeschichte jeweils verschiedene und zudem qualitativ differenzierte persönliche und soziale Erfahrungen unter dem Gesichtspunkt eines ‚Religiösen‘ verarbeiten. „Kinder denken anders, verarbeiten anders, sehen die Welt anders, beurteilen das Woher und das Wohin des menschlichen Lebens anders als Erwachsene.“
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch die aktuelle gesellschaftliche Kritik am konfessionellen Religionsunterricht und erläutert den Aufbau sowie die Relevanz der Arbeit für die zukünftige Lehrtätigkeit.
2. Interreligiöses Lernen: Dieses Kapitel definiert interreligiöses Lernen als Begegnungslernen und Dialog zwischen Vertretern verschiedener religiöser Traditionen und erörtert dessen zentrale Ziele im schulischen Kontext.
3. Gesellschaftlicher Wandel und die damit verbundenen Konsequenzen: Hier wird die religiöse Pluralität als neue Realität in Deutschland beschrieben und deren Auswirkungen auf die Lebenswelt der Grundschulkinder sowie die Aufgaben der Religionsdidaktik analysiert.
4. Kognitive Entwicklungsbedingungen der Kinder und deren Auswirkungen auf interreligiöse Lernprozesse: Das Kapitel verknüpft entwicklungspsychologische Stufenmodelle (Oser/Gmünder, Fowler) mit der Lernfähigkeit von Grundschulkindern im Kontext interreligiöser Lernprozesse.
5. Interreligiöses Lernen in der Grundschule als Beitrag zur religiösen Identitätsbildung?: Es wird diskutiert, inwiefern die Schule zur religiösen Identitätsbildung beitragen kann, wobei die Familie als primärer Ort religiöser Erziehung hervorgehoben wird.
6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass interreligiöses Lernen in der Grundschule aufgrund des Entwicklungsstandes möglich ist, aber auf ein Kennenlernen beschränkt bleiben muss, während eine gezielte Identitätsformung primär im familiären Kontext stattfindet.
Interreligiöses Lernen, Grundschule, Religionsunterricht, Religiöse Pluralität, Entwicklungspsychologie, Identitätsbildung, Oser, Gmünder, Fowler, Toleranz, Dialog, Lebenswelt, Religionspädagogik, Fremdverstehen.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Begrenzungen interreligiöser Lernprozesse im schulischen Religionsunterricht der Grundschule.
Die zentralen Themen umfassen religiöse Pluralität, entwicklungspsychologische Grundlagen religiösen Verstehens bei Kindern und die pädagogische Bedeutung der Identitätsbildung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie interreligiöses Lernen in der Grundschule gestaltet werden kann, ohne Kinder entwicklungspsychologisch zu überfordern oder ihre Identitätsentwicklung falsch zu beeinflussen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf fachdidaktischer Literatur und psychologischen Stufenmodellen zur religiösen Entwicklung basiert.
Der Hauptteil analysiert den gesellschaftlichen Wandel, stellt Modelle von Oser/Gmünder und Fowler vor und bewertet die Rolle der Grundschule bei der religiösen Identitätsbildung im Vergleich zur Familienreligiosität.
Wichtige Begriffe sind interreligiöser Dialog, Pluralität, religiöse Identität, Perspektivenwechsel und entwicklungspsychologische Elementarisierung.
Nein, die Arbeit zeigt, dass Grundschulkinder aufgrund ihres Entwicklungsstandes (z.B. mangelnde Unterscheidung zwischen Immanenz und Transzendenz) noch keine tiefgehenden theologischen Wahrheitsdiskurse führen können.
Die Autorin argumentiert, dass familiäre Prägungen die Identität von Grundschulkindern so stark bestimmen, dass die Schule eher einen begleitenden Beitrag leistet, anstatt eine religiöse Identität von Grund auf zu erzeugen.
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