Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
21 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Leseerfahrungen im Kontext der interkulturellen Germanistik
2. Das interkulturelle Lesergespräch
2.1 Der Leseprozess und die literarische „Wirklichkeit“
2.2 Definitorische Unterscheidung von Rezeption und Interpretation
2.3 Interkulturelle Rezeption und Interpretation
2.3.1 Leserpositionen im Kontext kultureller Fremdheit und Distanz
2.3.2 Funktion des Lesergesprächs: interkulturelle Hermeneutik und Dialog
3. Praxis: Aphorismen über die Deutschen
3.1 Definition und Bestimmung des Aphorismus‘
3.1.1 Literarisch und philosophisch
3.1.2 Sprachlich und grammatikalisch
3.2 Analyse des Untersuchungsgegenstands
3.3 Aphorismen im interkulturellen Lesergespräch
4. Resümee und Ausblick: Das interkulturelle Lesergespräch und Aphorismen in seinem Kontext
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik des interkulturellen Lesergesprächs und analysiert, wie Leseerfahrungen im Kontext der interkulturellen Germanistik durch kulturelle Fremdheit beeinflusst werden. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss des „fremden Blicks“ auf die Interpretation deutscher Literatur zu erforschen und zu evaluieren, inwiefern Aphorismen über die Deutschen als didaktisches Mittel im interkulturellen Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (DaF) fungieren können.
3.2 Analyse des Untersuchungsgegenstands
Dietrich Krusche (1992a) hat in seinem Werk „Aufschluss. Kurze Prosa im Unterricht Deutsch als Fremdsprache.“ besonders Aphorismen behandelt. Diese unterteilte er nach Themenbereichen, wie beispielsweise „Deutschland und die Deutschen“ (ebd.:66-71). Von jenem übersichtlichen Korpus, der 29 Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Jean Paul, Franz Grillparzer, Heinrich Heine, Friedrich Hebbel, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus und Kurt Tucholsky enthält, sollen einige Beispiele im Rahmen dieser Arbeit analysiert werden.
Begonnen werden soll mit einem Aphorismus von Lichtenberg, der als „Umkehrung einer Wendung“ bezeichnet werden kann: „Sag, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfen lernt als putzen?“ (Krusche 1992a:66)
Der Leser hat es hier mit einem Wortspiel zu tun, das sich durch die syntaktische Gleichstellung der Verbkonstruktionen „Nase rümpfen“ und „Nase putzen“ zeigt, wobei zugleich zu bemerken ist, dass die beiden Verbkonstruktionen zwar eine sprachliche, jedoch keine inhaltliche Übereinstimmung haben. Eine inhaltliche Logik der Verknüpfung beider Formulierungen lässt sich also nicht erkennen.
Eine ähnliche Konstruktion, eine „Assoziation von Wörtern“ lässt sich bei Friedrich Hebbel finden:
„Selbst im Fall einer Revolution würden die Deutschen sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit zu erkämpfen suchen.“ (Krusche 1992a:69)
1. Leseerfahrungen im Kontext der interkulturellen Germanistik: Einführung in die Thematik der Rezeption fremdsprachlicher Literatur und die Bedeutung des interkulturellen Verstehens.
2. Das interkulturelle Lesergespräch: Theoretische Auseinandersetzung mit Leseprozessen, der Differenz von Rezeption und Interpretation sowie der Rolle der interkulturellen Hermeneutik.
3. Praxis: Aphorismen über die Deutschen: Empirische Analyse von Aphorismen zur Untersuchung kultureller Stereotype und zur Anwendung im didaktischen Kontext.
4. Resümee und Ausblick: Das interkulturelle Lesergespräch und Aphorismen in seinem Kontext: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über das Potenzial von Aphorismen zur Förderung der interkulturellen Diskurskultur.
Interkulturelle Germanistik, Lesergespräch, Aphorismus, Rezeption, Interpretation, Kulturtransfer, Deutsch als Fremdsprache, Literarische Didaktik, Stereotype, Fremdheit, Hermeneutik, Interkulturelle Kompetenz, Textverständnis, Kulturhistorische Prägung, Sprachdidaktik.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Grundlegung und praktischen Anwendung des interkulturellen Lesergesprächs im Kontext der Germanistik.
Im Fokus stehen die literarische Rezeption unter kultureller Distanz, die Bedeutung von Aphorismen und deren didaktischer Nutzen im Fremdsprachenunterricht.
Ziel ist es zu ergründen, wie der „fremde Blick“ die Interpretation deutscher Texte beeinflusst und wie Aphorismen über die Deutschen Reflexionsprozesse bei Lernenden anstoßen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung des Leseprozesses sowie auf eine exemplarische Analyse eines aphoristischen Korpus nach Dietrich Krusche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der interkulturellen Hermeneutik und eine praktische Analyse von Aphorismen bekannter deutscher Autoren auf ihre interkulturelle Wirksamkeit hin.
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Germanistik, Rezeption, Hermeneutik, literarische Didaktik, Stereotype und Aphoristik.
Aufgrund ihrer Kürze, ihrer Provokation und ihrer oft klischeebehafteten Aussagen über „die Deutschen“ bieten sie einen idealen Anlass, um über Stereotype und kulturelle Selbstbilder kritisch zu diskutieren.
Dies ist eine spezifische sprachliche Strategie, die Lichtenberg nutzt, um durch syntaktische Parallelen inhaltliche Widersprüche zu erzeugen, die den Leser zur Reflexion über das Dargestellte zwingen.
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