Masterarbeit, 2012
122 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Einführung in die Thematik: Integration, Inklusion und Gemeinsamer Unterricht
3. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
4. Der integrative Unterricht der Primarstufe in der Beurteilung von Lehrkräften - Übersicht über den Forschungsstand
5. Forschungsleitende Fragestellungen
6. Festlegung der Forschungsmethodik und Durchführung der Untersuchung
6.1 Erhebungsdesign
6.1.1 Auswahl und Begründung der Forschungsmethode
6.1.2 Festlegung des Erhebungsdesigns und Durchführung der Untersuchung
6.1.2.1 Interview-Setting
6.1.2.2 Interview-Leitfaden
6.2 Auswertungsdesign
6.2.1 Datenaufbereitung
6.2.2 Auswahl und Begründung der Auswertungsmethode
6.2.3 Festlegung des Auswertungsdesigns
7. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
7.1 Erwartungen an den Gemeinsamen Unterricht vor Tätigkeitsbeginn
7.2 Beurteilung der Elemente einer Didaktik in integrativen Settings
7.2.1 Differenzierung und Individualisierung als Unterrichtsprinzipien (vgl. Kap. 3.2.1)
7.2.1.1 Notwendigkeit äußerer Differenzierungsformen
7.2.1.2 Balanceakt zwischen individuellen und gemeinsamen Lernsituationen und Vereinzelung bestimmter Schüler (vgl. Kap. 3.2.1.2)
7.2.1.3 Individualisierung der Leistungsbewertung (vgl. Kap. 3.2.1.1)
7.2.2 Diagnostik und Förderplanung
7.2.3 Beurteilung des Offenen Unterrichts (vgl. Kap. 3.2.2)
7.2.3.1 Stärken und Schwächen des Offenen Unterrichts
7.2.3.2 Beurteilung der Materialbeschaffung
7.2.3.3 Beurteilung der Methoden des Offenen Unterrichts (vgl. Kap. 3.2.2.2)
7.3 Beurteilung der Teamarbeit und Kooperation
7.4 Persönliches Kompetenzempfinden
7.5 Persönliches Belastungsempfinden
7.6 Stärken, Schwächen und Grenzen des Gemeinsamen Unterrichts in der Primarstufe
7.7 Zufriedenheit mit dem Gemeinsamen Unterricht in der Primarstufe
7.8 Aussagen zur Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems in Deutschland
8. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf das Gelingen inklusiver Bildung in Deutschland
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Einstellung, Erfahrungen und subjektiven Einschätzungen von Grundschullehrkräften zum Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung in integrativen Settings der Primarstufe zu erfassen und zu analysieren.
Schulische Integration
MUTH versteht unter schulischer Integration „die gemeinsame Erziehung und Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen des Bildungswesens“ (1988, S.15). Diese Definition stimmt in ihren Grundzügen mit der von SONDER überein, wenngleich letztere in ihrer Beschreibung expliziter ist: „Integration im Schulalter meint die aktive und effektive Teilnahme von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen aller Arten und Schweregrade am Unterricht und sonstigen Schulleben auf allen Schulstufen in wohnortnahen Regelschulklassen etwa gleichaltriger Nichtbehinderter“ (2008, S.32). Schulische Integration vollzieht sich also dann, wenn Kinder mit Behinderungen, die zuvor an einer vom Regelschulzweig separierten Förderschule unterrichtet wurden, in eine Klasse der Regelschule zurückgeführt werden, um mit Gleichaltrigen ohne attestierten sonderpädagogischen Förderbedarf in einem Gemeinsamen Unterricht zu lernen.
Die Regelschule nimmt also Kinder mit Behinderungen auf, um diese zielgleich oder zieldifferent mit den Schülern der Regelklassen zu unterrichten. Dabei erhalten die Kinder mit Behinderung spezielle Förderpläne sowie eine spezielle sonderpädagogische Unterstützung durch anwesende Sonderpädagogen. Dementsprechend finden die Sonderpädagogen ihren Arbeitsbereich hauptsächlich in der Unterstützung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Aufgrund der Tatsache, dass Ressourcen (z.B. Fördergelder) für integrative Klassen pro Kopf vergeben werden, ist eine Klassifizierung der Kinder unumgänglich. Um Fördermittel zu bekommen, müssen entsprechende Kinder und deren Förderbedarf bei der Schulbehörde gemeldet werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Forderung nach Integration in Deutschland und formuliert das Ziel der Arbeit, subjektive Einstellungen und Erfahrungen von Lehrkräften zum Gemeinsamen Unterricht zu erfassen.
2. Einführung in die Thematik: Integration, Inklusion und Gemeinsamer Unterricht: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, diskutiert die Bedeutung internationaler Vereinbarungen wie der UN-Behindertenrechtskonvention und gibt einen statistischen Überblick über den Status Quo der Integration.
3. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Hier werden didaktische Grundelemente heterogener Lerngruppen, wie die Notwendigkeit innerer Differenzierung und die Bedeutung von Teamarbeit im Gemeinsamen Unterricht, theoretisch hergeleitet und diskutiert.
4. Der integrative Unterricht der Primarstufe in der Beurteilung von Lehrkräften - Übersicht über den Forschungsstand: Dieses Kapitel fasst bisherige Studien zusammen, die Einstellungen und Erfahrungen von Lehrkräften bezüglich der Arbeit in integrativen Klassen untersuchten.
5. Forschungsleitende Fragestellungen: Basierend auf der Theorie und dem Forschungsstand werden hier die konkreten Fragen für die eigene Untersuchung der Lehrkräfteperspektive formuliert.
6. Festlegung der Forschungsmethodik und Durchführung der Untersuchung: Dieses Kapitel begründet die Wahl des qualitativen Forschungsansatzes, beschreibt das Design der Leitfadeninterviews, die Datenaufbereitung sowie die Methode der inhaltsanalytischen Auswertung.
7. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Interviews werden hier detailliert präsentiert, wobei Schwerpunkte wie didaktische Konzepte, Kooperation im Team, Belastungsempfinden und Zukunftsperspektiven im Mittelpunkt stehen.
8. Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf das Gelingen inklusiver Bildung in Deutschland: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und diskutiert Gelingensbedingungen sowie strukturelle Voraussetzungen für ein inklusives Schulsystem in Deutschland.
9. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und ein kurzer Ausblick auf die weitere Entwicklung der Inklusion gegeben.
Integration, Inklusion, Gemeinsamer Unterricht, Grundschule, Lehrkräfte, Heterogenität, Sonderpädagogik, Team-Teaching, Differenzierung, Diagnostik, Förderdiagnostik, Schulsystem, UN-Behindertenrechtskonvention, Kooperation, Schulentwicklung
Die Arbeit untersucht die Einstellung, Erfahrungen und subjektiven Einschätzungen von Lehrkräften zur gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung in der Grundschule.
Die Themenfelder umfassen die Abgrenzung von Integration und Inklusion, didaktische Konzepte für heterogene Gruppen, die Rolle von Sonderpädagogen und Regelschullehrkräften im Team-Teaching sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung inklusiver Bildung.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Lehrkräfte den Gemeinsamen Unterricht in der Praxis bewerten und welche Stärken, Schwächen und Belastungsfaktoren sie dabei wahrnehmen.
Die Autorin wählte eine qualitative Forschungsmethode. Es wurden leitfadenorientierte Experteninterviews mit Grundschul- und Sonderschullehrkräften geführt und mittels einer kategoriegeleiteten Inhaltsanalyse ausgewertet.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der didaktischen Umsetzung (Differenzierung, Individualisierung), der Kooperation zwischen den Professionen im Team-Teaching sowie der Diagnose von Förderbedarfen.
Wichtige Begriffe sind Integration, Inklusion, Gemeinsamer Unterricht, Team-Teaching, Heterogenität, Förderdiagnostik und die Perspektive von Lehrkräften.
Die Lehrkräfte bewerten die Kooperation grundsätzlich als sehr positiv und entlastend, weisen jedoch auf Herausforderungen durch mangelnde personelle Ausstattung und zeitliche Einschränkungen bei der Absprache hin.
Die Lehrkräfte stehen der gemeinsamen Beschulung positiv gegenüber und sehen darin Vorteile für die soziale Entwicklung der Kinder, betonen aber, dass die strukturellen Rahmenbedingungen und die finanzielle Ausstattung für ein echtes inklusives Bildungssystem derzeit unzureichend sind.
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