Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begrifflichkeiten
2.1 Rechtsextremismus
2.2 Gewalt als bedeutsamer Bestandteil des Rechtsextremismus
3. Die Jugendphase
3.1 Jugend und Delinquenz
3.2 Die Gleichaltrigengruppe als zentraler Bestandteil der Jugendphase
3.3 Jugendkulturen
4. Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Einstellungen und Handlungsweisen
4.1 Die Makroebene – eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung
4.2 Familiäre Sozialisation
4.3 Täter- und Opferstudien
4.4 Persönlichkeitsmerkmale
4.5 Geschlechtsspezifische Erklärungen
4.6 Die Clique als Verstärker
4.7 Stabilität rechtsextremer Einstellungen
5. Die vielfältigen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus
5.1 Parteien, Organisationen, Szenen, Gruppen und Jugendkultur
5.2 Die rechtsextreme Jugendclique als Zielgruppe Sozialer Arbeit
6. Soziale Arbeit – Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit und Rechtsextremismus
6.1 Jugendarbeit
6.2 Jugendsozialarbeit
6.3 Doppeltes Mandat, Akzeptanz und Beziehungsarbeit
6.4 Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit und Rechtsextremismus
7. Die Akzeptierende Jugendarbeit
7.1 Grundsätze und Ziele der Akzeptierenden Jugendarbeit
7.2 Handlungsebenen
7.2.1 Sozialräumliche Entfaltungsmöglichkeiten
7.2.2 Beziehungsarbeit
7.2.2.1 Beziehungsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen aus sozialarbeiterischer Perspektive
7.2.2.2 Nähe und Distanz
7.2.3 Akzeptanz existierender Cliquen
7.2.4 Lebensweltorientierung und infrastrukturelle Arbeit
7.3 Sozialarbeiterische Kompetenzen und notwendige Rahmenbedingungen
7.4 Anwendungsbereiche - Akzeptierende Jugendarbeit in der Praxis
7.5 Erfolge und ihre Voraussetzungen
7.6 Grenzen und Regeln der Akzeptierenden Jugendarbeit
7.7 Inadäquate Akzeptierende Jugendarbeit und die berechtigte Kritik
7.8 Rechtsextreme Jugendliche – alternative Handlungsmöglichkeiten?
7.9 Weiterentwickelte Konzepte
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des fachlichen Ansatzes der "Akzeptierenden Jugendarbeit" im Umgang mit rechtsextremen männlichen Jugendlichen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht, wie pädagogische Fachkräfte eine professionelle Beziehungsbasis zu dieser Zielgruppe aufbauen können, ohne dabei rechtsextreme Ideologien zu legitimieren oder das professionelle Mandat der Sozialen Arbeit zu gefährden.
1. Einleitung
„Im Winzerclub (später: "Hugo") galten von Anfang im Rahmen der akzeptierten [sic] Jugendarbeit klare Regeln, sagt Reinhard Schwabe, damals Jugendamtsleiter, heute Teamleiter Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in der Stadtverwaltung: Kader von Rechtsextremen haben keinen Zutritt, ihnen stehen keine Räume und Reserven zur Verfügung, politisch wird mit ihnen nicht diskutiert, Jugendliche, die Rechte-Szene gefährdet sind, werden integriert. (...) Es ging am Ende nicht so auf wie anfangs gedacht. Die rechts-orientierten Jugendlichen erhielten bald Zutrittsverbot.“ (Döbert, 2011)
„Unsere Aufgabe sah ich vor allem darin, den Jugendlichen einen Ort zu geben, wo sie sich ausprobieren konnten. (...) Natürlich besteht die Gefahr, dass junge Leute diesen Ort nicht nur nutzen, sondern ihn auch ausnutzen.“ (Frenzel, 2011a) „Wir haben keine Schuld an dem, was passiert ist, sagt Reinhard Schwabe. Wer glaubt, wir hätten etwas verhindern können, der überschätzt Jugendarbeit. (...) Wären wir nicht gewesen, hätten die Nazis noch mehr Einfluss auf die Jugendlichen gehabt.“ (Frenzel, 2011b)
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Rechtsextremismus im Kontext der Jugendarbeit und Darlegung der persönlichen Motivation des Autors.
2. Begrifflichkeiten: Definition von Rechtsextremismus als Ideologie und Einordnung von Gewalt als zentralem Bestandteil dieser Erscheinungsform.
3. Die Jugendphase: Analyse der Entwicklungsaufgaben im Jugendalter sowie der Rolle von Gleichaltrigengruppen und Jugendkulturen.
4. Erklärungsansätze zur Entstehung rechtsextremer Einstellungen und Handlungsweisen: Untersuchung soziologischer, psychologischer und familiärer Faktoren, die zur Radikalisierung beitragen.
5. Die vielfältigen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus: Überblick über organisatorische Strukturen und die Bedeutung der rechten Szene als Lebenswelt.
6. Soziale Arbeit – Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit und Rechtsextremismus: Reflexion des professionellen Auftrags der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld politischer und pädagogischer Ziele.
7. Die Akzeptierende Jugendarbeit: Umfassende Darstellung des Fachansatzes, seiner methodischen Ebenen, der notwendigen Kompetenzen sowie der kritischen Diskussion seiner Anwendung.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit und der notwendigen Weiterentwicklung akzeptierender Ansätze.
Rechtsextremismus, Akzeptierende Jugendarbeit, Soziale Arbeit, Jugendsozialarbeit, Beziehungsarbeit, Rechtsextreme Jugendliche, Gruppenpädagogik, Sozialraumorientierung, Radikalisierung, Jugendclique, Delinquenz, Professionelle Distanz, Gewaltprävention, Rechtsextreme Einstellungen.
Die Arbeit analysiert das Konzept der Akzeptierenden Jugendarbeit im Kontext der pädagogischen Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen und untersucht die professionellen Handlungsmöglichkeiten sowie ethischen Grenzen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehung rechtsextremer Einstellungen, der Bedeutung von Peer-Groups, der Methodenentwicklung in der Sozialen Arbeit und der kritischen Reflexion der Akzeptanz als pädagogisches Prinzip.
Ziel ist es zu klären, wie Sozialarbeiter einen professionellen Zugang zu rechtsextremen Jugendlichen finden können, der einerseits eine Beziehungsbasis schafft und andererseits klar definierte pädagogische Grenzen wahrt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Ansätze sowie praxisorientierter Fallbeispiele zur Akzeptierenden Jugendarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Jugendphase, die Erklärungsmodelle für Rechtsextremismus und die detaillierte Ausarbeitung des akzeptierenden Ansatzes samt seiner kritischen Erfolgsfaktoren.
Zentrale Begriffe sind Rechtsextremismus, Akzeptierende Jugendarbeit, Beziehungsarbeit, Sozialraumorientierung, professionelle Grenzziehung und Jugendsozialarbeit.
Die Arbeit betont, dass sich pädagogische Akzeptanz immer auf die Person des Jugendlichen bezieht und keinesfalls die billigende Anerkennung menschenverachtender rechtsextremer Ideologien oder Gewalt beinhaltet.
Cliquen fungieren laut Autor als wichtige Sozialisationsinstanz, die sowohl Sicherheit und Identität bieten als auch als Verstärker für rechtsextreme Orientierungen und Gruppendruck wirken können.
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