Examensarbeit, 2012
143 Seiten, Note: 1,5
1 RELEVANZ UND PROBLEMSTELLUNG DER ARBEIT
2 DIE „BEWEGTE SCHULE“: THEORETISCHER ANSATZ
2.1 ZUR HISTORIE DER BEWEGUNG AN SCHULEN
2.2 BEGRÜNDUNGSMUSTER FÜR „BEWEGTE SCHULE“
2.2.1 Entwicklungs- und lerntheoretische Begründungen
2.2.2 Gesundheitliche Begründungen
2.2.3 Schulprogrammatische Begründungen
2.2.4 Zwischenfazit
2.3 MERKMALE „BEWEGTER SCHULE“
2.3.1 Rahmenmerkmale
2.3.2 Inhaltsmerkmale
2.3.3 Zwischenfazit
3 METHODIK & INSTITUTIONELLE ASPEKTE
3.1 QUALITATIVE INTERVIEWS
3.1.1 Design der Studie und Vorgehen
3.1.2 Leitfaden der Interviewfragen
3.1.3 Dokumentation, Transkription und Auswertung der Interviews
3.2 (BEWEGUNGS-)PORTRAITS DER SCHULEN
3.2.1 Das Gymnasium Johanneum in Wadersloh
3.2.2 Das Goerdeler-Gymnasium in Paderborn
4 EVALUATION
4.1 UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
4.1.1 Präventionsmaßnahmen
4.1.2 Interventionsmaßnahmen
4.1.3 Zwischenfazit
4.2 EMPFINDUNG DER BEWEGUNG IM KLASSENRAUM
4.2.1 Störende Bewegung
4.2.2 Akzeptable Bewegung
4.2.3 Zwischenfazit
4.3 EINSCHÄTZUNGEN ZUM KONZEPT
4.3.1 Gesamtkonzept
4.3.2 „Bewegtes Lernen“
4.3.3 „Bewegtes Sitzen“
4.3.4 Bewegungspausen
4.3.5 Schulleben: Schulhof-, Raum- und Pausengestaltung
4.3.6 Kooperation mit Vereinen
4.3.7 Zwischenfazit
4.4 BEWEGUNGSANGEBOTE DER LEHRKRÄFTE
4.4.1 Angewandte Bewegung im Unterricht
4.4.2 Schwierigkeiten, Bewegung anzubieten
4.4.3 Zwischenfazit
5 KONKLUSION UND AUSBLICK
Ziel der Arbeit ist es, durch eine theoretische Auseinandersetzung und die Auswertung qualitativer Interviews mit Lehrkräften an Gymnasien zu untersuchen, inwiefern das Konzept der „Bewegten Schule“ an weiterführenden Schulen, insbesondere in der Sekundarstufe I, implementierbar ist und welche Chancen und Grenzen sich aus der subjektiven Sicht der Lehrkräfte ergeben.
2.1 ZUR HISTORIE DER BEWEGUNG AN SCHULEN
Die „Bewegte Schule“ hat besonders seit 1983 durch Urs Illi an Popularität gewonnen, als der Schweizerische Verband für Sport in der Schule (SVSS) eine Tagung zur Thematik der Rückenbeschwerden vieler Schüler abhielt. Bewegung in der Schule war aber schon vor den 80er Jahren ein vieldiskutiertes Thema.
Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gab es Denkanstöße und Umsetzungen von körperlicher Aktivität in Bildungsinstitutionen: Leibesübungen, Bewegung und Spiel wurden von den philanthropischen Musterschulen in Dessau und Schnepfenthal in den Schulalltag integriert, um dem „langen Stillsitzen“ und der „fortgesetzten Anstrengung der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses im Memorieren“ entgegenzuwirken, welches die Kinder „verabscheuen“ (Stibbe & Stariha, 2007, S. 49). Die philanthropischen Reformer waren der Ansicht, durch eine vernunftgeleitete, natürliche Erziehung irdische Glückseligkeit und Vollkommenheit zu erreichen, wozu es einer harmonischen Entwicklung von Körper und Geist bedürfe. Der Mensch nehme Eindrücke über seine Sinne auf, welche vom Geist verknüpft werden und das Lernen somit ermöglichen. So war es eine Idee, den Sitzzwang zu lockern, weil „alle diejenigen Handlungen des Fleisses, welche ebenso gut im Gehen und Stehn, als auch im Stillsitzen können verrichtet werden, auf die erste Art geschehen [sollen]“ (ebd.).
1 RELEVANZ UND PROBLEMSTELLUNG DER ARBEIT: Das Kapitel führt in die gesellschaftlichen und schulischen Bedingungen ein, die zu einem Bewegungsmangel führen, und leitet daraus die Forschungsfrage zur Implementierbarkeit der „Bewegten Schule“ an Gymnasien ab.
2 DIE „BEWEGTE SCHULE“: THEORETISCHER ANSATZ: Hier werden der historische Kontext, verschiedene Begründungsmuster (entwicklungs- und lerntheoretisch, gesundheitlich, schulprogrammatisch) sowie zentrale Merkmale des Konzepts theoretisch aufgearbeitet.
3 METHODIK & INSTITUTIONELLE ASPEKTE: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews an zwei spezifischen Gymnasien und stellt die Rahmenbedingungen der untersuchten Schulen dar.
4 EVALUATION: Der Praxisteil analysiert die Interviews hinsichtlich der Themen Unterrichtsstörungen, Bewegung im Klassenraum, Einschätzungen zum Konzept und konkreter Bewegungsangebote durch die befragten Lehrkräfte.
5 KONKLUSION UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Übertragbarkeit des Konzepts auf Gymnasien und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Schritte zur Umsetzung.
Bewegte Schule, Gymnasien, Sekundarstufe I, Bewegtes Lernen, Bewegte Pause, Bewegtes Sitzen, Experteninterviews, Unterrichtsstörungen, Schulalltag, Schulentwicklung, Lehrersicht, Bewegungsdrang, Handlungsorientierung, Gesundheit, Bewegungsförderung
Die Arbeit untersucht, ob und wie das Konzept der „Bewegten Schule“ – welches Bewegung nicht nur als Sportunterricht, sondern als Prinzip des Lernens und Lebens in den Schulalltag integriert – an Gymnasien in der Sekundarstufe I umsetzbar ist.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Begründungen für Bewegung in Schulen, der praktischen Analyse von Unterrichtsstörungen, der Gestaltung des Schullebens sowie der Akzeptanz und Implementierbarkeit von bewegungsorientierten Ansätzen aus Sicht der Lehrkräfte.
Die zentrale Frage lautet, in welchem Maße aus Sicht der Gymnasiallehrer die Möglichkeit besteht, Bewegung in den Schulalltag der Sekundarstufe I zu integrieren und welche Elemente des Konzepts für diese Lehrkräfte praktisch umsetzbar sind.
Es handelt sich um eine qualitative Fallstudie. Die Datenerhebung erfolgte durch leitfadengestützte Experteninterviews mit insgesamt zehn Lehrkräften zweier verschiedener Gymnasien, die anschließend mittels zusammenfassender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Konzept der „Bewegten Schule“ und einen empirischen Evaluationsteil, in dem die Erfahrungen und Einschätzungen der interviewten Lehrkräfte zu den Bereichen Störungsprävention, Unterrichtsgestaltung, Schulraum und Kooperation mit Vereinen ausgewertet werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Bewegte Schule, Gymnasien, Sekundarstufe I, Bewegtes Lernen, Bewegte Pause, Bewegtes Sitzen sowie Experteninterviews und Schulentwicklung.
Die Lehrkräfte zeigen sich überwiegend offen gegenüber den Ideen und bestätigen zum Teil bereits praktizierte Ansätze (z.B. Methodenwechsel, Vokabelspiele). Sie äußern jedoch berechtigte Bedenken hinsichtlich des Zeitdrucks, straffer Lehrpläne, mangelnder Raumsituationen und fehlender fachspezifischer Konzepte.
Die Lehrkräfte bewerten die Implementierung bei jüngeren Schülern (Klasse 5/6) meist als einfacher und motivierender, während bei älteren Jahrgängen oft eine stärkere Scheu vor spielerischen Formen oder ein höheres Bedürfnis nach konzentriertem Arbeiten (Oberstufe) wahrgenommen wird.
Ja, als wesentliche Hemmnisse werden die straffen curricularen Vorgaben, die hohe Bedeutung fachlicher Wissensvermittlung, räumliche Enge und ein Mangel an praxisnaher Literatur zur konkreten Umsetzung von Bewegung an Gymnasien identifiziert.
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