Bachelorarbeit, 2011
33 Seiten, Note: 2,0
1. Vorwort
2. Stand der Wissenschaft
3. Soldatensprache
3.1 Offizielle Soldatensprache kontra inoffizielle Soldatensprache
3.2 DDR-Soldatensprache
3.2.1 Die E-Bewegung
3.2.2 Aggressivität der DDR-Soldatensprache
3.2.3 Praktische Nachweise – NS-Lexik, Frauensynonyme und abgesonderte Rekruten in der NVA-Soldatensprache
3.2.4 Problem der Grenzziehung – Was ist eindeutig, was aber nur Deutung?
4. Umfrage zur Sprache der NVA-Soldaten
4.1 Zur Befragung
4.2 Auswertung des Fragebogens zur DDR-Soldatensprache
4.3 Zu den Personen
4.4 Befragung der Personen zu ihrer Zeit als NVA-Soldaten
5. Verhältnis der Soldaten zur NVA
6. Resümee
Die Arbeit untersucht das diskriminierende Potenzial der Sprache der NVA-Soldaten in der ehemaligen DDR, um zu klären, wie sich dieses Vokabular äußerte und auf wen es sich richtete. Dabei wird analysiert, wie inoffizielle Hierarchien und der Dienstalltag das Sprachverhalten der Soldaten prägten und inwiefern dabei diskriminierende sowie aggressive Sprachmuster Anwendung fanden.
3.1 Offizielle Soldatensprache kontra inoffizielle Soldatensprache
Die Militärsprache ist in einen offiziellen sowie einen inoffiziellen Teil zu trennen. Für diese Arbeit ist die inoffizielle Sprache von Interesse. Diese Unterscheidung ist zwingend notwendig, denn „Soldatensprache, die Gruppensprache der Militärangehörigen, ist der nicht standardisierte Teil der Sprachvarietät des Militär- und Kriegswesens.“ Um Verwirrungen zu vermeiden, ist es hilfreich, den inoffiziellen Teil als Soldatensprache und den offiziellen Teil als Militärsprache zu definieren. Eine große Unterscheidung lässt sich in den jeweiligen Anwendungsgebieten ausmachen. Die Soldatensprache ist ähnlich der Sprache des Arbeiters, jedoch ist sie nicht auf den dienstlichen Teil beschränkt, sondern findet auch im nichtdienstlichen Bereich des Soldaten Verwendung. Das ist mit dem Faktor Raum zu erklären. Anders als ein Arbeiter, der sich nach Dienstende vom Arbeitsort entfernen darf, ist der NVA-Soldat nach Beendigung seines Dienstes an den Standort Kaserne gebunden. Die Auseinandersetzung mit anderen Rekruten ist demnach permanent vorhanden. Die Militärsprache ist auf offizielle Befehle bzw. Kommandos beschränkt und endet mit dem täglichen Dienstende, da Befehlende und Befehligte nach Dienstende so gut wie nicht miteinander verkehren.
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und begründet das wissenschaftliche Interesse an der bisher wenig erforschten Sprache der NVA-Soldaten.
2. Stand der Wissenschaft: Hier wird der aktuelle Forschungsstand kritisch beleuchtet und die Bedeutung von Standardwerken zur DDR-Soldatensprache hervorgehoben.
3. Soldatensprache: Dieses Hauptkapitel differenziert zwischen offizieller Militärsprache und inoffiziellem Soldatenslang und untersucht Mechanismen der Diskriminierung innerhalb der NVA-Hierarchie.
4. Umfrage zur Sprache der NVA-Soldaten: Das Kapitel dokumentiert die methodische Herangehensweise und Ergebnisse der Befragung von Zeitzeugen hinsichtlich ihrer Sprachgewohnheiten während der Dienstzeit.
5. Verhältnis der Soldaten zur NVA: Hier werden die Umfrageergebnisse mit den theoretischen Erkenntnissen verknüpft, um das subjektive Empfinden der Soldaten in der NVA zu deuten.
6. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Synthese, dass die Soldatensprache als dynamisches, von Machtstrukturen geprägtes Phänomen zu verstehen ist, das als Integrationsmoment diente.
NVA, DDR-Soldatensprache, Soldatensprache, E-Bewegung, Diskriminierung, NS-Lexik, Militärsprache, Hierarchie, Sprachwissenschaft, Zeitzeugenaussagen, Wehrmacht, Rekruten, Sprachsoziologie, DDR-Bürger, Soldatenausbildung
Die Arbeit befasst sich mit dem diskriminierenden Potenzial und der Entstehung von spezifischem Vokabular unter NVA-Soldaten in der DDR.
Im Zentrum stehen die Unterscheidung von offizieller und inoffizieller Soldatensprache, die E-Bewegung sowie der Einfluss von Machtstrukturen auf den Sprachgebrauch.
Ziel ist es, die Ausprägung von diskriminierenden Sprachmustern innerhalb der NVA zu identifizieren und zu analysieren, auf wen sich diese richteten.
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine empirische Umfrage unter neun ehemaligen NVA-Soldaten durchgeführt, um die Rezeption und Anwendung der Soldatensprache zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Abgrenzung der Sprachstile und eine datengestützte Auswertung der Befragung, inklusive der Analyse von NS-Lexik und Frauensynonymen.
Wichtige Begriffe sind NVA, Soldatensprache, E-Bewegung, inoffizielle Hierarchie, Diskriminierung und DDR-Soldaten.
Die E-Bewegung beschreibt ein informelles Hierarchiesystem, bei dem Soldaten in fortgeschrittenen Diensthalbjahren (EKs) ihre Macht gegenüber Rekruten ausübten.
Die Arbeit untersucht, wie Begriffe aus der Zeit des Nationalsozialismus in den soldatischen Jargon der NVA gelangten und als Mittel zur Abwertung oder Abgrenzung dienten.
Das Fazit betont, dass die Sprache zwar aggressive und diskriminierende Elemente enthielt, diese jedoch eng mit dem Dienstalltag und der erzwungenen Umgebung der Kaserne verknüpft waren.
Die Untersuchung zeigt, dass der Sprachgebrauch bildungsübergreifend war und alle Soldaten unabhängig von ihrem schulischen Hintergrund gleichermaßen erfasste.
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