Bachelorarbeit, 2012
35 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1. Allgemeine Einführung über den Einfluss der Religion auf die Politik
1.1. Religion und Politik in seinen Anfängen und ihre Beziehung in der Gegenwart
2. Das Verhältnis der türkischen Politik zur Religion
2.1. Zum Begriff des Islams
2.2. Zum Begriff des Laizismus
2.3. Türkei und der Kemalismus
2.3.1. Entstehungsfehler des Kemalismus
2.4. Laizismusverständnis der Türkischen Republik
2.4.1. Das Präsidium für religiöse Angelegenheiten, Diyanet (Diyanet İşleri Başkanlığı)
2.4.2. Kemalistischer Einfluss heute
2.5. Politisierung des Islams
3. Vorstellung ähnlicher Studien
3.1. „Religion and Voting Behaviour in Great Britain: A Reassessment“ von Laurence A. Kotlerberkowitz
3.2. “Determinants of Support for EU Membership in Turkey: Islamic Attachments, Utilitarian Considerations and National Identity” von Cigdem Kentmen
4. Vorstellung der eigenen Studie
4.1. Hypothesen
4.2. Forschungsgegenstand
Abhängige Variable
Unabhängige Variablen
5. Vorstellung der Ergebnisse und Auswertung
Multivariate logistische Regression:
6. Fazit
7. Anhang:
Probleme bei der Bachelorarbeit
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Religion auf das Wahlverhalten der türkischen Bevölkerung im Kontext des Spannungsfeldes zwischen Laizismus und politischem Islam. Dabei soll insbesondere geklärt werden, welche sozioökonomischen und religiösen Faktoren die Präferenz für die AKP als Regierungspartei beeinflussen.
2.4.1. Das Präsidium für religiöse Angelegenheiten, Diyanet (Diyanet İşleri Başkanlığı)
Die Kemalisten sahen sich hinsichtlich der Tatsache, dass die türkische Bevölkerung stark vom Islam geprägt ist, besonders durch die über mehrere Jahrhunderte hinweg islamische Regierung des Osmanischen Reiches, gezwungen, Rücksicht auf die religiöse Tendenz ihrer Bevölkerung zu nehmen. Außerdem wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Religion staatlich kontrollieren zu können, um den befürchteten Einfluss der Islamisten auf die junge Republik zu dämmen. So wurde nur ein Jahr nach der Ausrufung der türkischen Republik das „Diyanet İşleri Başkanlığı“ (kurz Diyanet) gegründet, das Präsidium für religiöse Angelegenheiten. Das Diyanet war (und ist heute noch), wie der Name vermuten lässt, zuständig für die staatliche Übernahme religiöser Angelegenheiten und für die Integration der zum größten Teil sunnitischen Bevölkerung in das kemalistische Zivilisationsprojekt (Karakas, 2007).
Der Historiker Mehmet Fuad Köprülü sollte im Auftrag der Kemalisten zunächst den Islam reformieren. Der „türkische“ Islam sollte verwestlicht und mit dem Modernisierungswunsch von Mustafa Kemal Atatürk vereinbar gemacht werden. Die Kemalisten erarbeiteten einen neuen „türkischen“ Islam und nannten ihn „Çağdaş İslam“, welcher rational und aufgeklärt sein sollte. Der „Çağdaş İslam“ war keine Abkoppelung vom Islam, sondern wurde vielmehr als „islamische Reformation“ vermittelt. Das Vorbild dafür fanden die Kemalisten in Luthers Bibelübersetzung vom Lateinischen ins Deutsche. Doch der „Çağdaş İslam“ führte zu starken Protesten seitens der religiösen Bevölkerung und lediglich der Vorschlag, dass die Gebetsrufe auf türkisch stattfinden sollten wurde angenommen und von 1928 – 1950 praktiziert (Yavuz, 2003).
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Untersuchung des Einflusses von Religion auf die Politik in der Türkei und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Bachelorarbeit vor.
2. Das Verhältnis der türkischen Politik zur Religion: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Islam und Laizismus im türkischen Kontext und analysiert die historische Entstehung des Kemalismus sowie die Rolle staatlicher Akteure wie dem Diyanet.
3. Vorstellung ähnlicher Studien: Hier werden relevante internationale Studien, darunter Analysen zum britischen Wahlverhalten und zur EU-Mitgliedschaft der Türkei, als theoretische Grundlage für die eigene Untersuchung herangezogen.
4. Vorstellung der eigenen Studie: In diesem Teil werden die Hypothesen für die empirische Untersuchung formuliert sowie der Forschungsgegenstand, die Variablen und die Erhebungsmethode definiert.
5. Vorstellung der Ergebnisse und Auswertung: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Befunde durch multivariate logistische Regressionsmodelle und diskutiert deren Signifikanz für das Wahlverhalten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die aufgestellten Hypothesen und reflektiert die politische Bedeutung der Religion für die zukünftige Entwicklung der Türkei.
7. Anhang:: Der Anhang reflektiert kritisch die Limitationen der Bachelorarbeit, insbesondere hinsichtlich der Repräsentativität der Stichprobengröße und der methodischen Einschränkungen.
Türkei, Laizismus, Religion, Politik, Wahlverhalten, AKP, Kemalismus, Diyanet, Islam, Modernisierung, empirische Studie, Landbevölkerung, Religiosität, Regressionsanalyse, EU-Mitgliedschaft
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss die Religion und verschiedene soziokulturelle Faktoren auf das Wahlverhalten der türkischen Wähler haben, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung der AKP.
Zentral sind die historische und politische Rolle des Laizismus, die Funktion religiöser Organisationen wie des Diyanet sowie der Einfluss soziostruktureller Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob und wie religiöse Überzeugungen und soziale Kontexte die Parteipräferenz in der modernen Türkei beeinflussen und welche Faktoren dabei statistisch signifikant sind.
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, bei der Daten mittels einer Online-Umfrage erhoben und anschließend durch multivariate logistische Regressionsmodelle ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Verhältnisses von Politik und Religion in der Türkei, eine Rezeption ähnlicher internationaler Studien und die anschließende Präsentation sowie Interpretation der eigenen empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Türkei, Laizismus, AKP, Kemalismus, Religiosität und Wahlverhalten charakterisiert.
Die empirische Analyse zeigt, dass die Zugehörigkeit zur Landbevölkerung der stärkste Prädiktor für die Wahl der AKP ist, wobei Landbewohner eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, diese Partei zu unterstützen.
Entgegen der ursprünglichen Vermutung konnte im Rahmen der Studie kein signifikanter Zusammenhang zwischen der subjektiven Wahrnehmung des Wirtschaftsaufschwungs und der Wahlentscheidung für die AKP nachgewiesen werden.
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