Examensarbeit, 2012
62 Seiten, Note: 2.1
1. Das Krankheitsbild der Pest und deren Verbreitung
1.1. Die Pest als Krankheit
1.2. Der mittelalterliche Kenntnisstand über die Pest
2. Die Folgewirkungen der Pest
2.1. Ein Mangel an Arbeitskräften
2.2. Das Geißlertum
2.3. Die Judenpogrome
2.4. Warten auf das jüngste Gericht/ Moralverfall
2.5. Quarantäne, Pesthäuser und Flucht– Bewältigung der Pest
2.6. Totentänze – künstlerische Verarbeitung der Pest
3. Langfristige Folgen der Pest – die Neuzeit entsteht
3.1. Elitenwandel
3.2. Folgen der Mortalität für Berufsgruppen
3.2.1. Folgen der erhöhten Mortalität für den Klerus
3.3. Spitäler und Universitäten
3.4. Langfristige Folgen für die Bevölkerung auf dem Land und in der Stadt
3.5. Europas Weltanschauung wankt
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Folgewirkungen der Pestepidemien im Spätmittelalter, wobei die Pest primär als Katalysator für soziale und technische Veränderungsprozesse betrachtet wird, die den Übergang zur Neuzeit maßgeblich beeinflusst haben.
2.3. Die Judenpogrome
Neben den Geißlerzügen als Begleitphänomen der Pest, bzw. als Parallelepidemien, gab es noch ein weiteres Phänomen: Die Judenverfolgung. Jene Verfolgungen standen zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Geißlerzügen, doch gingen diese den Judenpogromen meist voraus. Beide stellten Symptome einer aufkeimenden Kollektivangst dar, die sich in irrationalem Verhalten zu entladen versuchte.
Vermutlich von Südfrankreich aus kam das Gerücht auf, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, um dem Christentum zu schaden, es gar auszulöschen. Jenes Gerücht verbreitete sich, da die Information direkt in den Schriftverkehr zwischen den Behörden Einzug hielt, schneller als die Pest selbst in die benachbarten Länder und löste regelrechte Judenschlächtereien aus. Friedell spricht gar von einem ebenfalls pathologischen und epidemischen Charakter dieser Judenverfolgung, welcher aber nicht direkt nur mit der Pest zu tun hätte, da solcherlei Erscheinungen zu allen Zeiten möglich wären und waren. Bei der Judenverfolgung bekundeten die Juden einen blinden Heroismus, welcher bei der Geschichte der Judenpogrome wiederholt sichtbar wurde. So stürzten sich Frauen, deren Gatten auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, mit ihren Kindern zusammen gleichfalls in die Flammen. Einige jüdische Gemeinden zündeten sich ganz und gar selbst an, um den Pogromen zu entgehen. Einerseits um zu verhindern, dass sie in die Hände der aufgebrachten Menge fallen, andererseits um dabei die Ausbeute für die Peiniger zu verringern. Aus Furcht, die ganze Stadt könnte in Flammen aufgehen, ließen die Stadthäupter Straßburgs die Juden zusammen treiben, damit diese dann in einem eigens dafür hergerichteten Holzhaus verbrannt werden konnten.
1. Das Krankheitsbild der Pest und deren Verbreitung: Dieses Kapitel definiert das medizinische Verständnis der Pest im Mittelalter und beleuchtet die Ausbreitungswege sowie den damaligen Kenntnisstand der Gelehrten.
2. Die Folgewirkungen der Pest: Hier werden die unmittelbaren gesellschaftlichen und ökonomischen Reaktionen auf die Pandemie analysiert, darunter der Arbeitskräftemangel, das Geißlertum, die Judenpogrome und der Moralverfall.
3. Langfristige Folgen der Pest – die Neuzeit entsteht: Das letzte Kapitel untersucht die nachhaltigen Wandlungsprozesse in der Gesellschaft, den Elitenwandel, die Veränderungen in der Klerusstruktur sowie technische und institutionelle Entwicklungen.
Pest, Spätmittelalter, Schwarzer Tod, Judenpogrome, Geißlerzüge, Mortalität, Sozialer Wandel, Agrarkrise, Wirtschaftsgeschichte, Kirche, Mentalitätskrise, Totentanz, Katalysatorfunktion, Neuzeit, Krisenphänomene.
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen der großen Pestepidemien des 14. und 15. Jahrhunderts auf die europäische Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.
Im Fokus stehen insbesondere die direkten sozialen Begleiterscheinungen wie Geißlerzüge und Judenpogrome sowie die längerfristigen ökonomischen Strukturveränderungen.
Das Ziel ist es, die Pest als Katalysator für gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse zu analysieren, die den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit begünstigten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen und einschlägiger wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Krankheit selbst, die unmittelbaren sozialen Folgen (Angst, Verfolgung) und die langfristigen Folgen für Eliten, Berufsgruppen und die europäische Weltanschauung.
Wichtige Begriffe sind Pest, Spätmittelalter, Judenpogrome, Katalysatorfunktion und Krisenphänomene.
Die Arbeit zeigt, dass die Pogrome eher durch soziale Spannungen und die Angst vor der Pest ausgelöst wurden, wobei die Seuche oft als Vorwand für wirtschaftlich motivierte Enteignungen diente.
Die Kirche verlor während der Pest an Glaubwürdigkeit und Autorität, da sie den Krisen nicht angemessen entgegenwirken konnte, was den Ruf nach Reformen stärkte.
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