Masterarbeit, 2012
62 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Charakterisierung von Kreditrisiken
2.2. Risikomaße
2.3. Value at Risk
2.4. Risikobeiträge
3. Das Vasicek-Modell
3.1. Einführung in das Vasicek Standard-Modell
3.2. Modellerweiterungen
4. Anwendung des erweiterten Vasicek-Modells anhand eines Beispiels mit drei Kreditportfolios
5. Ermittlung von Risikobeiträgen unter der Annahme einer Normalverteilung der Kreditportfolios
6. Vergleich der Ergebnisse und Fazit
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Risikobeiträge in Kreditportfolios unter Verwendung des erweiterten Vasicek-Modells zu ermitteln. Dabei wird untersucht, inwieweit dieses Modell durch die Berücksichtigung schiefer Verteilungen präzisere Ergebnisse liefert als herkömmliche Methoden, die eine Normalverteilung unterstellen, und ob dies eine verbesserte Risikosteuerung ermöglicht.
3.1. Einführung in das Vasicek Standard-Modell
Die Quantifizierung des Gesamtrisikos eines Kreditportfolios geschieht mit Hilfe von Kreditrisikomodellen. Allerdings ist dies bedingt durch Korrelationen einzelner Kredite und den asymmetrischen Verteilungen eine durchaus komplexe Angelegenheit.
In der Literatur wird grundsätzlich zwischen zwei stochastischen Ansätzen zur Modellierung von Kreditausfällen unterschieden: Unternehmenswertmodelle (strukturelle Modelle, Asset-Value-Models) und Intensitätsmodelle.
Beide Konzepte unterscheiden sich in erster Linie in der Vorgehensweise bei der Bestimmung der maßgeblichen Ausfallwahrscheinlichkeiten der risikobehafteten Positionen. Während erstere die Ausfallwahrscheinlichkeit aus der Entwicklung des Unternehmenswertes ableiten, wird diese bei Intensitätsmodellen exogen vorgegeben. Bei dem in dieser Arbeit behandelten Vasicek-Modell handelt es sich um ein einperiodiges Unternehmenswertmodell. Auf eine weitergehende Definition der Intensitätsmodelle wird an dieser Stelle verzichtet.
Die Gruppe der Unternehmenswertmodelle begründet einen Kreditausfall über den Zusammenhang zwischen dem Marktwert des Unternehmens auf der einen Seite und seiner Kapitalisierung und dem Wert des Fremdkapitals auf der anderen Seite. Die Kreditwürdigkeit des Schuldners bzw. dessen Ausfall wird hier über das Verhältnis des Fremdkapitalwertes zum eigenen Unternehmenswert definiert. Tatsächlich wird nicht das Kreditereignis an sich modelliert, sondern durch ein simuliertes Szenario des kreditrisikotreibenden Faktors erklärt. Dieser ist zumeist der Unternehmenswert, da eine Kredittilgung ausnahmslos aus dem Vermögen des Kreditnehmers erfolgen kann.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Kreditrisikomanagements für Banken und begründet die Relevanz der präzisen Risikomessung sowie die Motivation zur Untersuchung des erweiterten Vasicek-Modells.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Kreditrisiko, Risikomaße und den Value at Risk (VaR) und erläutert die theoretischen Anforderungen an Risikomaße sowie die Berechnung von Risikobeiträgen.
3. Das Vasicek-Modell: Es erfolgt die mathematische Einführung des Vasicek-Standardmodells sowie dessen Modellerweiterungen, die eine sektorspezifische Differenzierung ermöglichen.
4. Anwendung des erweiterten Vasicek-Modells anhand eines Beispiels mit drei Kreditportfolios: Anhand eines Fallbeispiels wird das Modell auf drei Kreditportfolios angewendet, um die Risikobeiträge mithilfe von Simulationen zu bestimmen und zu vergleichen.
5. Ermittlung von Risikobeiträgen unter der Annahme einer Normalverteilung der Kreditportfolios: Zur Benchmark-Bildung werden die Risikobeiträge der Portfolios erneut berechnet, jedoch unter der vereinfachenden Annahme einer Normalverteilung der Rückzahlungen.
6. Vergleich der Ergebnisse und Fazit: Die Ergebnisse beider Modellansätze werden gegenübergestellt und bewertet, um Schlussfolgerungen über die Eignung des erweiterten Vasicek-Modells für die Praxis zu ziehen.
Kreditrisiko, Risikomanagement, Kreditportfolio, Vasicek-Modell, Value at Risk, Risikobeitrag, Unternehmenswertmodell, Ausfallwahrscheinlichkeit, Diversifikation, Normalverteilung, Simulation, Kapitalallokation, Component-VaR, Risikosteuerung, Benchmark.
Die Masterarbeit befasst sich mit der quantitativen Messung und Steuerung von Kreditrisiken auf Portfolioebene durch die Ermittlung von Risikobeiträgen einzelner Portfoliobestandteile.
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Risikomessung (insbesondere den Value at Risk), die Modellierung von Ausfallrisiken mittels des Vasicek-Modells und die vergleichende Analyse von Risikoberechnungsverfahren.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob das erweiterte Vasicek-Modell durch die explizite Berücksichtigung von realitätsnahen, schiefen Verteilungen die Risikobeiträge in Kreditportfolios genauer bestimmen kann als Modelle, die auf einer Normalverteilung basieren.
Die Arbeit kombiniert theoretische Herleitungen des Vasicek-Modells mit einer quantitativen, simulativen Anwendung auf ein Fallbeispiel mit drei Kreditportfolios, gefolgt von einer vergleichenden Benchmark-Analyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung des Vasicek-Modells sowie die praktische Anwendung und den anschließenden Benchmark-Vergleich der Ergebnisse.
Wesentliche Begriffe sind Kreditrisiko, Value at Risk (VaR), Vasicek-Modell, Risikobeiträge, Unternehmenswertmodelle und Portfoliodiversifikation.
Der wesentliche Vorteil liegt in der Fähigkeit des erweiterten Vasicek-Modells, asymmetrische, linksschiefe Verteilungen von Kreditportfoliowerten abzubilden, was die Realität bei Kreditrisiken besser widerspiegelt als die Normalverteilungsannahme.
Der Vergleich zeigt, dass die Methoden zu unterschiedlichen Risikoeinschätzungen führen. Das erweiterte Vasicek-Modell erscheint zwar theoretisch überlegen, erfordert aber einen höheren Implementierungs- und Berechnungsaufwand im Vergleich zur einfacheren Normalverteilungsannahme.
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