Diplomarbeit, 2006
63 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Geschlecht als Kategorie
2.1 Genderaspekte von Erwerbstätigkeit
2.2 Zur heutigen Situation
2.3 Chancengleichheit im Arbeitsleben?
3 Privatisierung in der Sozialen Arbeit
3.1 Entstehungszusammenhänge und Besonderheiten
3.2 Auswirkungen
4 Genderaspekte Sozialer Arbeit
4.1 Entstehungszusammenhänge
4.2 Besonderheiten in der Arbeitsorganisation
4.3 Auswirkungen
5 Selbstständigkeit als Erwerbsform
5.1 Entstehungszusammenhänge selbstständiger Erwerbstätigkeit
5.2 Genderaspekte von Selbstständigkeit
5.3 Selbstständige Soziale Arbeit
6 Genderaspekte selbstständiger Sozialer Arbeit
6.1 Entstehungszusammenhänge
6.2 Besonderheiten
6.3 Arbeitsbereiche
7 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Aspekte
7.1 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Aspekte auf die Soziale Arbeit allgemein
7.2 Auswirkungen der geschlechtsspezifische Aspekte auf Selbstständige in der Sozialen Arbeit
7.3 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Aspekte auf die Vergabepraxis
8 Fazit
Die Arbeit untersucht die Selbstständigkeit in der Sozialen Arbeit unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten. Dabei wird analysiert, inwiefern die zunehmende Privatisierung und die spezifischen Strukturen des sozialen Sektors in Deutschland weibliche Erwerbsbiografien und Gründungsentscheidungen beeinflussen, um geschlechtstypische Muster und Karrierehindernisse aufzudecken.
2.1 Genderaspekte von Erwerbstätigkeit
Dieses Kapitel befasst sich mit Erwerbstätigkeit - also jenen Tätigkeiten, die entlohnt werden. Grundsätzlich ist festzustellen, das der Arbeitsmarkt von einem abstrakten männlichen Arbeitnehmer ausgeht (Hollstein 2004, Stolz-Willig 2002, Fooken & Lind 1994): DER Arbeitnehmer ist zeitlich und örtlich flexibel und dauerhaft einsetzbar. Die „weibliche Normalbiografie“6 dagegen sieht anders aus: Geprägt von hauswirtschaftlicher Betreuung des berufstätigen Mannes, Mutterschaft, Kinderbetreuungszeiten und Pflege von Familienangehörigen und den daraus resultierenden beruflichen Brüchen sind Frauen den alltäglichen Gegebenheiten unterworfen. Sie planen ihre Karriere nicht gezielt, sondern entscheiden nach dem, was möglich ist:
„Die Vielzahl von Sachzwängen unterschiedlicher Anforderungen und struktureller Einschränkungen macht aus der biografischen ‚Wahlfreiheit‘ eher eine weibliche „Kompromissbiografie.“ (Fooken & Lind 1994, 72f.)
Für die weibliche Geschlechtsidentität ist Mütterlichkeit/Fürsorglichkeit und/oder Erwerbstätigkeit vorgesehen (siehe Abschnitt 4.1, S. 29). Die Berufstätigkeit ist nicht wie bei Männern automatisch Bestandteil weiblicher Identität.
1 Einleitung: Definiert das Erkenntnisinteresse an der Selbstständigkeit in der Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung frauenspezifischer Besonderheiten und der Auswirkungen der Privatisierung.
2 Geschlecht als Kategorie: Untersucht die theoretischen Grundlagen von Geschlecht, Rolle und Erwerbstätigkeit und zeigt die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen auf.
3 Privatisierung in der Sozialen Arbeit: Analysiert marktwirtschaftliche Steuerungselemente und deren Auswirkungen auf Trägerstrukturen, Finanzierung und Qualität der sozialen Dienstleistungen.
4 Genderaspekte Sozialer Arbeit: Beleuchtet die geschlechtsspezifische Organisation der Sozialen Arbeit als traditionellen Frauenberuf und die daraus resultierende Geschlechterhierarchie.
5 Selbstständigkeit als Erwerbsform: Bietet einen Überblick über Ursachen und Rahmenbedingungen selbstständiger Arbeit sowie die Bedeutung von Ressourcen für Frauen bei der Existenzgründung.
6 Genderaspekte selbstständiger Sozialer Arbeit: Überträgt die vorherigen Ergebnisse auf die spezifische Situation von selbstständigen Akteuren im sozialen Sektor.
7 Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Aspekte: Bewertet die Folgen der geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf die Soziale Arbeit, die Gründungsberatung und die Vergabepraxis.
8 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Verankerung der geschlechtsspezifischen Gründungsförderung sowie ein Umdenken im berufspolitischen Diskurs.
Soziale Arbeit, Selbstständigkeit, Gender, Privatisierung, Erwerbstätigkeit, Geschlechterrollen, Frauen, Existenzgründung, Sozialwirtschaft, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit, Ressourcen, Vergabepraxis, Professionalisierung, Arbeitsorganisation.
Die Arbeit analysiert die Selbstständigkeit innerhalb der Sozialen Arbeit unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten, insbesondere da der Sektor überwiegend weiblich geprägt ist und sich durch Privatisierungsprozesse wandelt.
Die Themen umfassen die soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Auswirkungen der Privatisierung auf soziale Dienstleister, die geschlechtshierarchische Organisation der Sozialen Arbeit sowie die spezifischen Voraussetzungen für Frauen bei der Existenzgründung.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern Frauen bei der angestrebten Selbstständigkeit in der Sozialen Arbeit andere Voraussetzungen vorfinden als Männer und wie diesen durch gezielte Beratung und neue Strukturen begegnet werden kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Forschungsergebnisse aus der Soziologie, Gründungsforschung und Sozialwirtschaft, um diese auf die spezifische Situation in der Sozialen Arbeit anzuwenden.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen zu Gender und Selbstständigkeit, die Privatisierungstendenzen im sozialen Sektor sowie die spezifischen Bedingungen für selbstständige Akteure in der Sozialen Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Selbstständigkeit, Gender, Privatisierung, Geschlechterrollen, Existenzgründung, Vereinbarkeit und Sozialwirtschaft.
Dies beschreibt, dass Frauen aufgrund von Sachzwängen wie Kinderbetreuung und Pflege häufig nicht ihre Karriere gezielt planen, sondern berufliche Wege nach dem wählen, was unter den gegebenen Einschränkungen möglich ist.
Der Korporatismus beschreibt die privilegierte Stellung von Wohlfahrtsverbänden in staatlichen Strukturen, was es für privat-gewerbliche Selbstständige erschwert, Zugang zu Aufträgen und Fördermitteln zu erhalten.
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