Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Psychoanalyse und Literaturwissenschaft – Was Traum, Phantasie und Erzählung gemeinsam haben
3 Der Antiheld in der Literatur - Georg Büchners Woyzeck und J.D. Salingers Der Fänger im Roggen
4 Der Antiheld im Film – Der Joker
4.1 Einleitende Worte zum Inhalt der Filme Batman (1989) und The Dark Knight (2008) und den unterschiedlichen Inszenierungen des Batman- Universums
4.2 Die psychoanalytisch-literaturwissenschaftliche Untersuchung des Jokers
5 Der Antiheld im Videospiel – Adam „Kane“ Marcus
5.1 Einleitende Worte zur Interaktivität in und Analyse von Computer- und Videospielen
5.2 Eine kurze inhaltliche Zusammenfassung des Videospiel Kane & Lynch: Dead Men
5.3 Die psychoanalytisch-literaturwissenschaftliche Untersuchung Kanes
6 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Faszination von Antihelden in verschiedenen Medien wie Literatur, Film und Videospielen auf Basis psychoanalytischer Theorien Sigmund Freuds, um zu ergründen, warum Rezipienten Gefallen an moralisch fragwürdigen oder gewalttätigen Figuren finden.
Der Antiheld in der Literatur - Georg Büchners Woyzeck und J.D. Salingers Der Fänger im Roggen
Franz Woyzeck kann vielleicht schon als Archetyp des Antihelden bezeichnet werden. Denn in keiner Hinsicht erfüllt er die Norm, deren Ideal ein heroischer Held erfüllen würde. Woyzeck ist ein einfacher Soldat im 19. Jahrhundert. Er lebt zusammen mit seiner Lebensgefährtin Marie Zickwolf, mit der er ein uneheliches Kind, Christian, hat. Sein gesamtes Dasein ist von der Arbeit für diese zwei ihm nahe stehenden Personen bestimmt. Allerdings reicht sein einfacher Sold nicht aus. Da er Marie und Christian ein angenehmes Leben ermöglichen möchte, bürdet er sich selbst weitere Arbeiten auf, wie etwa die Teilnahme an dem pseudo-wissenschaftlichen Experiment des Doktors.
Büchner strickt dabei Szene für Szene ein System der Unterdrückung und Erniedrigung, das alle Bereiche des Lebens beherrscht, Woyzeck schließlich in den Wahnsinn treibt und ihn zum Mörder macht. Büchner bringt darin seine Auffassung zum Ausdruck, nach der es an der Umwelt des Individuums liegt, dass jemand zu einem Mörder wird. Um zu verdeutlichen, wie Büchner dies tut und welche Personen die ausführende Gewalt des Systems darstellen, widme ich mich ihnen nacheinander.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Auseinandersetzung mit literarischen Figuren ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Genuss bei der Rezeption von Antihelden vor.
2 Psychoanalyse und Literaturwissenschaft – Was Traum, Phantasie und Erzählung gemeinsam haben: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Psychoanalyse nach Freud, insbesondere in Bezug auf Triebverzicht, Sublimierung und die Funktion von Kunst als Ventil.
3 Der Antiheld in der Literatur - Georg Büchners Woyzeck und J.D. Salingers Der Fänger im Roggen: Die Analyse dieser literarischen Figuren dient dazu, die psychologischen Mechanismen zu verdeutlichen, die eine Figur zum Antihelden machen und wie Leser trotz moralischer Defizite Mitgefühl entwickeln.
4 Der Antiheld im Film – Der Joker: Anhand des Jokers in verschiedenen Film-Adaptionen wird untersucht, wie eine explizit zerstörerische Figur das aggressive Triebzentrum des Zuschauers anspricht.
5 Der Antiheld im Videospiel – Adam „Kane“ Marcus: Das Kapitel überträgt die psychoanalytische Untersuchung auf das interaktive Medium Videospiel und analysiert die Figur Kane unter Berücksichtigung der aktiven Spielerrolle.
6 Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die These bekräftigt, dass die Faszination für Antihelden in der gesellschaftlich sanktionierten Auslebung unbewusster Triebwünsche unter Aufrechterhaltung normativer Schranken liegt.
Antiheld, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Literaturwissenschaft, Film, Videospiel, Triebtheorie, Sublimierung, Rezeptionsverhalten, Gewalt, Identifikation, Woyzeck, Joker, Kane, Über-Ich
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Faszination für Antihelden in Literatur, Film und Videospielen aus psychoanalytischer Sicht.
Zentrale Themen sind die Psychoanalyse nach Freud, die Funktion von Erzählungen als Ventil für Triebwünsche und die Analyse spezifischer Charaktere wie Woyzeck, Holden Caulfield, den Joker und Kane.
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Rezipienten Gefallen an Antihelden finden, die moralisch oder gesellschaftlich verwerflich handeln.
Es wird eine psychoanalytisch-literaturwissenschaftliche Untersuchungsmethode angewandt, die sich primär auf die Triebtheorie und Konzepte wie Sublimierung von Sigmund Freud stützt.
Der Hauptteil analysiert exemplarisch vier Antihelden aus verschiedenen Medien und beleuchtet deren Persönlichkeitsstruktur und die Rezeptionsdynamik beim Publikum.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Psychoanalyse, Antiheld, Triebtheorie, Rezeption, Gewalt, Sublimierung und Identifikation.
Die Arbeit argumentiert, dass die Interaktivität bei Videospielen eine unmittelbarere Identifikation mit den Handlungen der Spielfigur ermöglichen kann, was die Erfahrung intensiviert.
Das Über-Ich fungiert als „Wächter“, der den Genuss erst dann erlaubt, wenn die destruktive Figur letztendlich doch in normierende Schranken gewiesen wird, etwa durch den Sieg des Guten am Ende einer Geschichte.
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