Magisterarbeit, 2007
82 Seiten, Note: 2,00
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Der demenzkranke Mensch
2.2 Geschichte der Demenz
2.3 Demenzformen und Zahlen
2.4 Krankheitsverlauf und Symptome
2.4.1 Stadien der Alzheimer-Krankheit
2.4.2 Therapiemöglichkeiten
3 Diskussionsgrundlagen und Problemstellungen
3.1. Personenbegriff
3.1.1 Kants Personenbegriff
3.1.2 Bewusstseinstheoretischer Personenbegriff
3.1.3 Personenstatus von Demenzpatienten
3.2 Autonomie und Würde
3.2.1 Gesetzlich geschützter Würdebegriff
3.2.2 Christlich-theologischer Würdebegriff
3.2.3 Kants Würdebegriff
3.2.4 Gegenwärtige Auffassungen von Würde
3.2.5 Moralische Konzeption der Menschenwürde
3.2.6 Universalitätsanspruch der Menschenwürde und Menschenrechte
3.3 Ethische Probleme im Zusammenhang mit der Krankheit Demenz
3.3.1 Verantwortungsübertragung
3.3.2 Wahrheit und Lüge
3.3.3 Paternalismus
3.3.4 Diagnose und Patientenautonomie
3.3.5 Gewalt
3.3.6 Patientenverfügung und künstliche Ernährung
3.3.7 Forschung
4 Die Versorgungssituation von Demenzkranken in Deutschland und Dänemark im Vergleich
4.1 Deutschland
4.2 Dänemark
5 Implementierung
5.1 Verehrung der Alten
5.2 Christliches Liebesgebot
5.3 Der Kategorische Imperativ
5.4 Goldene Regel
6 Gesellschaftsvertrag und damit verbundene Anweisungen
6.1 Gesellschaftliche Herausforderungen
6.2 Ökonomie, Politik und Gesetzgebung
6.2.1 Finanzielle Aspekte
6.2.2 Demenzgerechtes Wohnen und Leben
6.2.3 Pflege
6.3 Ethisches Konzept
6.3.1 Basis Achtung
6.3.2 Zustand des Nichtwissens aufheben
6.3.3 Negatives Konzept von Würde
7 Perspektiven
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ethische Handlungsgrundlagen für einen würdevollen Umgang mit Demenzkranken zu erarbeiten, wobei die Philosophie dazu dient, Erkenntnisse der Medizin und Psychologie zu vereinen, um den Patienten trotz kognitiver Abbauprozesse als vollwertiges menschliches Subjekt zu respektieren.
3.1. Personenbegriff
Der Personenbegriff steht im direkten Zusammenhang mit dem Begriff der Würde. Daher ist es nötig, im Folgenden auf ihn und seine Verbindung mit dem Begriff Würde einzugehen. Der Mensch als Körper ist ein Ding. Diesem Ding können Attribute zugesprochen werden, wie groß, schnell, grauhaarig … Der Mensch ist sich seines Körpers und seiner Beschaffenheit bewusst. Daher ist es ihm auch möglich, Krankheiten, die zum Tode führen, an sich selbst zu beobachten und sein eigenes Lebensende, z. B. bei den meisten Krebserkrankungen, bewusst als bevorstehend wahrzunehmen. Durch diese Erkenntnis seines Selbst hat der Mensch die Möglichkeit, auf sein Leben und seinen Körper selbst einzuwirken. Demenzkranke sind dazu ab einem gewissen Stadium nicht mehr in der Lage. Die Art, wie ein Mensch sein Leben gestaltet, lässt ein individuelles Bild von ihm entstehen. Dem Wesen eines Menschen können ebenso Attribute zugeschrieben werden, z. B. vernünftig, rational usw. Dies ist, was als Personenstatus gefasst werden kann. Damit ist es möglich, bestimmte Attribute nicht an den Menschen, sondern an die Person zu knüpfen. Durch die Trennung von Mensch- und Personsein wäre es denkbar, nicht dem Menschen, sondern der Person mit der zugesprochenen Vernunftfähigkeit Würde zuzusprechen. Aber handelt sich bei Demenzkranken immer um die gleiche Person, die einem Abbauprozess unterliegt, nicht um zwei verschiedene Personen, wie z. B einer Gesunden und einer Kranken.
Wie verhält es sich mit dem Personenstatus von Demenzkranken? Im Folgenden sollen zwei verschiedene Auffassungen des Personenbegriffs erläutert werden, um herauszuarbeiten, welcher Personenbegriff für Demenzkranke Anwendung finden soll.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Zunahme von Demenz als gesellschaftliche Herausforderung und die Vernachlässigung ethischer Fragen durch medizinische Experten.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert Demenz, beschreibt die Geschichte der Wahrnehmung der Krankheit und erläutert medizinische Grundlagen sowie Symptome.
3 Diskussionsgrundlagen und Problemstellungen: Hier werden philosophische Konzepte von Personsein und Würde analysiert, um ethische Probleme wie Verantwortungsübertragung und Paternalismus bei Demenz zu erörtern.
4 Die Versorgungssituation von Demenzkranken in Deutschland und Dänemark im Vergleich: Ein Vergleich der Systeme zeigt Unterschiede in der Finanzierung und Ausrichtung der Pflege zwischen beiden Ländern.
5 Implementierung: Verschiedene moralphilosophische Ansätze wie das christliche Liebesgebot und die Goldene Regel werden auf ihre Anwendbarkeit für den Umgang mit Demenzkranken geprüft.
6 Gesellschaftsvertrag und damit verbundene Anweisungen: Das Kapitel skizziert Anforderungen an die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, um eine würdevolle Versorgung durch ein ethisch fundiertes Konzept zu gewährleisten.
7 Perspektiven: Der abschließende Teil fordert eine Gesellschaft, die Schwäche akzeptiert und das Alter als natürlichen Lebensbestandteil begreift.
Demenz, Alzheimer, Menschenwürde, Ethik, Personenstatus, Pflege, Patientenautonomie, Patientenverfügung, Gesellschaftsvertrag, Paternalismus, Fürsorge, Goldene Regel, Lebensqualität, Versorgungssituation, Moral
Die Arbeit setzt sich mit der ethischen Dimension des Umgangs mit Demenzkranken auseinander, um aufzuzeigen, wie ein würdevolles Leben trotz kognitiven Abbaus gesichert werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Personenbegriff, der Bedeutung der Menschenwürde, ethischen Dilemmata in der Pflege und dem Vergleich zwischen deutschen und dänischen Versorgungsstrukturen.
Das primäre Ziel ist es, ethische Handlungsgrundlagen zu definieren, die sicherstellen, dass Demenzkranke nicht nur medizinisch versorgt, sondern in ihrer menschlichen Würde anerkannt werden.
Die Autorin nutzt eine philosophische Analyse, indem sie verschiedene theoretische Konzepte (z.B. von Kant, Foucault oder Beauchamp) auf die spezifische Lebenswirklichkeit von Demenzkranken anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Personen- und Würdebegriff, eine Analyse ethischer Probleme sowie eine Diskussion über die gesellschaftliche Implementierung neuer Leitbilder.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Menschenwürde, Patientenautonomie, Personenstatus, Ethik der Pflege, Paternalismus und gesellschaftliche Verantwortung.
Der Vergleich dient dazu, zwei entgegengesetzte Ansätze – das budgetorientierte deutsche System und das steuerfinanzierte, bedarfsorientierte dänische Modell – gegenüberzustellen, um die Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten zu prüfen.
Es handelt sich um einen Ansatz, der vom Vermeiden menschenunwürdiger Zustände ausgeht (z.B. Herabsetzung, Entwürdigung), anstatt ein abstraktes Ideal von Würde zu definieren, das bei Demenzkranken oft schwer greifbar ist.
Die Autorin sieht in der Goldenen Regel eine praktikable, ethische Leitlinie: Man sollte so handeln, wie man selbst in einer ähnlichen Situation der Hilflosigkeit behandelt werden möchte.
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