Bachelorarbeit, 2012
50 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Elitetheoretischer Diskurs
1.1 Klassische Elitetheorien
1.2 Ursprünge pluralistischer Denkschulen in den USA
2. Die Power-Structure-Debatte in den USA
2.1 Kernpunkte des Elitismus
2.2 Kernpunkte des Pluralismus
3. Think Tanks innerhalb der Power-Strucutre-Debatte
3.1 Theoretische Einbettung
3.2 Vom Marktplatz zum Krieg der Ideen: Advocacy Think Tanks gewinnen an Bedeutung
3.3 Einfluss(losigkeit) der Advocacy Think Tanks
4. PNAC: Erfolgreiche Policy Entrepreneurs
4.1 Das Policy Window des 11. September
4.2 PNAC: federführende Architekten der Bush-Doktrin
5. Konklusion
Die Arbeit untersucht das Phänomen amerikanischer Think Tanks aus elitetheoretischer Perspektive im Kontext der Power-Structure-Debatte. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Organisationen – insbesondere ideologisch ausgerichtete Advocacy Think Tanks – als Akteure in einem pluralistischen politischen System oder als Steuerungsorgane einer Elite agieren und die politische Agenda beeinflussen.
3.2 Vom Marktplatz zum Krieg der Ideen: Advocacy Think Tanks gewinnen an Bedeutung
Beim Marktplatz der Ideen kämpfen die Wortführer nicht gegeneinander, sondern bieten ihre Ideen nebeneinander an. Im „war of ideas“ hingegen, setzt sich die mächtigste Idee durch und ist deshalb der elitistischen Theorie zuzuordnen, während es im „marketplace of ideas“ nicht um Macht, sondern um Diskurs geht, im Zuge dessen sich die rational beste Idee selbstregulierend herauskristallisiert (Fischer 1991, 333). In den 1970er Jahren stieg die Zahl der Think Tanks exponentiell an, wobei konservative advokatorische Denkfabriken herausragten, wie Cato Institute, Center for Defense Information, Heritage Foundation etc. Rich und Weaver schreiben:
“Through the 1970s and 1980s, ideological, overtly political and advocacy-oriented think tanks modeled after the Heritage Foundation proliferated. Most were politically conservative organizations” (Rich and Weaver 1998, 240).
Das Feld der Think Tanks befand sich im Wandel: konservative Advocacy Think Tanks dominierten nun den Krieg der Ideen, der bis dato noch als Marktplatz der Ideen von akademischen und auftragsbasierenden Think Tanks beherrscht worden war, die hauptsächlich dem linken Lager zuzuordnen sind (Fischer 1991, 339 f.). Damit konservative Ideen stärker Gehör finden konnten, wurde mittels konservativer Advocacy Think Tanks eine Gegenintelligenz („conservative counterintelligensia“) entworfen, durch die konservatives Gedankengut offensiv und aggressiv artikuliert wurde (Fischer 1991, 340).
1. Elitetheoretischer Diskurs: Einführung in die klassischen Elitetheorien und die pluralistischen Denkschulen der USA als theoretisches Fundament der Untersuchung.
2. Die Power-Structure-Debatte in den USA: Analyse der Kontroverse zwischen Elitismus und Pluralismus hinsichtlich der Machtverteilung im amerikanischen politischen System.
3. Think Tanks innerhalb der Power-Strucutre-Debatte: Theoretische Einordnung der verschiedenen Typen von Think Tanks und Darstellung ihrer Rolle im Politikprozess aus Sicht beider Schulen.
4. PNAC: Erfolgreiche Policy Entrepreneurs: Empirische Untersuchung des Einflusses des Project for the New American Century (PNAC) auf die Bush-Doktrin unter Anwendung des Policy-Window-Modells.
5. Konklusion: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass Advocacy Think Tanks aus elitetheoretischer Sicht als einflussreiche Akteure in Phasen politischer Krisen interpretiert werden können.
Advocacy Think Tanks, Elitetheorie, Pluralismus, Power-Structure-Debatte, Policy Entrepreneurs, Politikplanung, Bush-Doktrin, PNAC, Politikprozess, Policy Window, Machtelite, Ideenkrieg, USA, Politische Beratung, Interessenorganisationen.
Die Arbeit untersucht, wie amerikanische Advocacy Think Tanks im Kontext der Power-Structure-Debatte den politischen Entscheidungsprozess beeinflussen und ob sie eher als neutrale Berater oder als elitär gesteuerte Akteure fungieren.
Die Arbeit differenziert zwischen "universities without students" (akademisch), "contract researchers" (auftragsbasiert) und "advocacy tanks" (ideologisch orientiert).
Es wird ein theoretischer Vergleich zwischen elitetheoretischen und pluralistischen Ansätzen durchgeführt, gefolgt von einer Fallstudienanalyse des PNAC unter Verwendung von John Kingdons "Policy Window"-Modell.
Die zentrale Frage lautet: Inwiefern können Advocacy Think Tanks mit der Pluralismustheorie erklärt werden und welche Rolle spielen sie im elitetheoretischen Kontext der US-Machtstruktur?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Machtdebatten, die Einordnung von Denkfabriken in diese Modelle sowie eine empirische Fallstudie über den Einfluss konservativer Netzwerke nach dem 11. September.
Das Modell dient dazu, den punktuellen, aber starken Einfluss von Think Tanks in Krisenzeiten zu erklären, wenn die üblichen politischen Rahmenbedingungen für neue Ideen aufgebrochen werden.
Der PNAC dient als prominentes Beispiel für einen Think Tank, der während der Bush-Administration massiv Einfluss auf die sicherheitspolitische Agenda und die Rechtfertigung des Irak-Krieges nahm.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Advocacy Think Tanks ihre Rolle als reine „Marktplatz-Berater“ zugunsten einer proaktiven Gestaltung durch Ideenkriege gewandelt haben, was ihre Macht aus elitetheoretischer Sicht plausibler macht.
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