Bachelorarbeit, 2012
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung und Abgrenzung des Themas
1.1 Problemstellung
1.2 Intention und Umfang der Betrachtungen
1.3 Abgrenzung qualitativer und quantitativer Betrachtungen
1.4 Vorgehensweise
2. Grundlagen zur Unternehmerinsolvenz in Deutschland
2.1 Abgrenzung des Insolvenzverfahrens von der Einzelvollstreckung
2.2 Zielsetzung des Insolvenzverfahrens
2.3 Voraussetzungen einer Insolvenz: Tatbestände
2.4 Der typische Verlauf einer Insolvenz
2.5 Der Insolvenzverwalter als Schlüsselfigur des Insolvenzverfahrens
2.5.1 Charakterisierung und Typisierung
2.5.2 Die Gläubigerstellung und deren Beeinflussung durch die Befugnisse des Insolvenzverwalters
2.6 Das Insolvenzgeld
2.6.1 Entwicklung und Zielsetzung
2.6.2 Voraussetzungen zur Insolvenzgeldgewährung
2.6.3 Bemessungsgrundlagen und Umfang der Leistungen
2.6.3.1 Arbeitgeberumlage als Finanzierungsbasis
2.6.3.2 Insolvenzgeld als Entgeltersatzleistung
2.6.4 Ablauf der Insolvenzgeldgewährung und Stellung der Bundesagentur für Arbeit im Insolvenzverfahren
3. Insolvenzverwalter als Zielkunden im Private Banking
3.1 Zielkundendefinition
3.2 Besondere Anforderungen der Kundengruppe
4. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung – Spezialprodukt im Private Banking
4.1 Vorfinanzierung von Insolvenzgeldleistungen
4.1.1 Ansatzpunkt und Notwendigkeit
4.1.2 Bedeutung der Insolvenzgeldvorfinanzierung und Intentionen der Akteure
4.1.3 Alternativen im Rahmen des Insolvenzrechts
4.1.4 Voraussetzungen der Vorfinanzierung
4.2 Modell der bankgestützten Insolvenzgeldvorfinanzierung
4.3 Bankspezifische Besonderheiten
4.3.1 Risikoklassifikationsverfahren/ Rating
4.3.2 Insolvenzrechtliche Stellung der Vorfinanzierung
4.4 Zwischenfazit
5. Einschätzung der Geschäftsrisiken sowie Möglichkeiten zur Risikominimierung
5.1 Risikobetrachtung
5.1.1 Risikosystematik
5.1.2 Adressenausfallrisiko
5.1.3 Veritätsrisiko
5.1.4 Operatives Verhaltensrisiko
5.2 Ausgewählte Möglichkeiten zur Risikoreduktion
6. Gesamtfazit
Die Arbeit analysiert das Kreditprodukt der Insolvenzgeldvorfinanzierung (IGV) als Instrument zur Kundenbindung im Private Banking, wobei der Schwerpunkt auf der Ableitung und Bewertung der spezifischen insolvenzrechtlichen Risiken liegt, um eine Grundlage für strategische Bankentscheidungen zu schaffen.
4.1.1 Ansatzpunkt und Notwendigkeit
Die Auszahlungsbedingungen für das Insolvenzgeld, die im §165 SGB III festgehalten sind, werfen in Bezug auf die eigentliche Intention des Arbeitnehmerschutzes ein Problem auf:
Die Zahlung des Insolvenzgeldes kann entsprechend des dritten Sozialgesetzbuches erst nach der Feststellung der Insolvenz und somit der Entscheidung des Insolvenzgerichts zur Verfahrenseröffnung, Abweisung mangels Masse oder der vollständigen Betriebsaufgabe des Unternehmens im Inland erfolgen. Zwischen der Entscheidung des Insolvenzgerichts und der vorhergehenden Antragstellung entsteht somit eine zeitliche Lücke. Dieser Zeitraum muss zum einen für die Abwicklung des Verfahrens zur Verfügung stehen: Der vorläufige Insolvenzverwalter muss zunächst bestellt werden und eine wirtschaftliche Analyse des Schuldnerunternehmens durchführen, die als Grundlage für die Entscheidung des Insolvenzgerichts dient. Weiterhin benötigt das Insolvenzgericht Zeit für die Verarbeitung der Informationen sowie die Beschlussfassung. Zum anderen ist entsprechend der Beurteilung durch den europäischen Gerichtshof überhaupt keine Anpassung dahingehend möglich, dass eine Insolvenzgeldzahlung generell ohne vorliegende Entscheidung eines Insolvenzgerichts möglich wird.
Folglich bietet das Insolvenzgeld in seiner Ursprungsform für den vorläufigen Insolvenzverwalter nicht die Chance, die Kooperation der Arbeitnehmerschaft zu erreichen, um der Pflicht der einstweiligen Unternehmensfortführung nach §22 InsO nachzukommen. Stattdessen sieht sich der Insolvenzverwalter bis zur Entscheidung des Insolvenzgerichts weiterhin mit der Gefahr von Arbeitsniederlegungen konfrontiert, die zwangsweise zur einer Verminderung des Unternehmenswertes führen und eine zusätzliche Masseanreicherung im Zuge der Weiterführung der Geschäftstätigkeit unmöglich machen wird. Kurzum: die Sanierungschancen für das Schuldnerunternehmen sinken, die Vermögensmasse stagniert oder wird vermindert, die Veräußerbarkeit des Unternehmens als Ganzes oder in Betriebsteilen nimmt ab. Die Arbeitnehmer mit offenen Entgeltforderungen sind indes durch die entstehende finanzielle Lücke bis zur Zahlung des Insolvenzgeldes in ihrem Lebensunterhalt gefährdet.
1. Einführung und Abgrenzung des Themas: Einleitung in die Problematik, Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung der qualitativen Vorgehensweise.
2. Grundlagen zur Unternehmerinsolvenz in Deutschland: Darstellung der insolvenzrechtlichen Rahmenbedingungen, des Verfahrensablaufs und der Bedeutung des Insolvenzgeldes als Arbeitnehmerschutzinstrument.
3. Insolvenzverwalter als Zielkunden im Private Banking: Definition und Anforderungen dieser spezifischen Kundengruppe für das Private Banking.
4. Die Insolvenzgeldvorfinanzierung – Spezialprodukt im Private Banking: Detaillierte Analyse des IGV-Modells, der Akteure und der bankregulatorischen Besonderheiten.
5. Einschätzung der Geschäftsrisiken sowie Möglichkeiten zur Risikominimierung: Systematische Untersuchung von Ausfall-, Veritäts- und Verhaltensrisiken sowie Diskussion von Ansätzen zur Risikoreduktion.
6. Gesamtfazit: Zusammenfassende Bewertung der IGV als Sanierungschance unter Berücksichtigung der bestehenden Risiken und Erfordernis einer quantitativen Analyse.
Insolvenzgeldvorfinanzierung, Insolvenzverwalter, Private Banking, Insolvenzordnung, Sanierung, Forderungskaufmodell, Ausfallrisiko, Veritätsrisiko, Arbeitsplatzerhalt, Masseverbindlichkeit, Gläubigergleichbehandlung, Liquiditätssicherung, Kreditrisiko, Risikoreduktion, Sozialgesetzbuch.
Die Arbeit behandelt die Insolvenzgeldvorfinanzierung (IGV) als spezialisiertes Finanzprodukt für Insolvenzverwalter und bewertet dessen Risiken sowie Bedeutung für das Private Banking.
Die zentralen Felder umfassen das deutsche Insolvenzrecht, die Funktionsweise der IGV im Vorverfahren, die Rolle des Insolvenzverwalters und die bankbetriebliche Risikosteuerung.
Das Ziel ist die Ableitung und Bewertung der Risiken der IGV aus insolvenzrechtlichen Besonderheiten, um eine fundierte Basis für strategische Entscheidungen von Banken zu bilden.
Es wird eine qualitative Argumentationsweise angewandt, die fachliterarische Erkenntnisse mit der Analyse etablierter Bankprozesse und rechtlicher Rahmenbedingungen verknüpft.
Der Hauptteil analysiert den IGV-Prozess, die Interessen der Beteiligten, die bankspezifische Risikoklassifizierung sowie spezifische Gefahren wie Adressenausfall- und Veritätsrisiken.
Zentrale Begriffe sind Insolvenzgeldvorfinanzierung, Insolvenzverwalter, Private Banking, Forderungskaufmodell und Risikomanagement.
Nur bei laufender Produktion durch die Arbeitnehmer kann die Masse erhalten oder vermehrt werden, was eine wesentliche Voraussetzung für Sanierungserfolge ist.
Die bankgestützte IGV ist ein proaktives Instrument zur Sicherung der Fortführung im Vorverfahren, während staatliche Vorschüsse oder Regelungen oft erst ex post oder unter eingeschränkten Bedingungen greifen.
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