Diplomarbeit, 2012
111 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Stadtentwicklung und Innovation: eine konzeptionelle Verknüpfung
2.1 Stadtentwicklung und -planung: eine Einführung
2.2 Innovation heute
2.2.1 Definition und Konzepte
2.2.2 Der Innovationsprozess
2.3 Innovation und gesellschaftliche Entwicklung
2.4 Über den Zusammenhang von Innovation und Stadtentwicklung
2.5 Das Analysegerüst: die Prinzipien innovationsorientierter Planung
2.5.1 Planung durch Verzicht auf (klassische) Planung
2.5.2 Charisma oder: die Organisation von Außeralltäglichkeit
2.5.3 Die Organisation lernförderlicher Netzwerke
2.5.4 Zwischenfazit I: Innovation und Stadtentwicklung
3. Forschungsvorgehen
3.1 Forschungsdesign
3.2 Fallauswahl
3.3 Datenbasis
3.4 Auswertungsverfahren
3.5 Eine Reflexion des Datenmaterials und des methodischen Vorgehens
4. Das Tempelhofer Feld
4.1 Vom Acker zum Flugfeld: die Geschichte eines Feldes
4.1.1 Die Mutter aller Flughäfen
4.1.2 Tempelhof: die Nabelschnur Westberlins in den Jahren 1948/49
4.1.3 Wechselvolle Nachkriegsjahre
4.2 Stadträumliche Verortung und soziostrukturelle Beschreibung der angrenzenden Quartiere
4.3 Das Spannungsfeld der Interessen
4.3.1 Positionen im Kontext der Schließung des Tempelhofer Flughafens
4.3.2 Positionen im Kontext einer möglichen Folgenutzung des Flughafens
4.3.3 Zwischenfazit II: Tempelhof als Konfliktfeld?
5. Die Planung um Tempelhof – Verlauf und Detailprüfung
5.1 Ein chronologischer Abriss über 23 Jahre Planung
5.1.1 Von den ersten Ideen zum Masterplan – der Zeitraum 1989 bis 1999
5.1.2 Die Schließung naht? Wir brauchen Konzepte – der Zeitraum 2006 bis 2010
5.1.3 Es geht schleppend voran – der Zeitraum 2010 bis 2012
5.1.4 Von der Planungsfülle zum Detail: ein Plädoyer für die Fokussierung
5.2 Planungsinstrumente auf dem Prüfstand
5.2.1 Erste Ideennetzwerke für das Tempelhofer Feld
5.2.2 Bürgerbeteiligung: Viele Menschen = viele innovative Ideen?
5.2.3 Das Team Ideenwerkstatt Tempelhof: ein buntes Kollektiv erarbeitet unkonventionelle Konzepte
5.2.4 Die Tempelhof Projekt GmbH – fragwürdige Maßnahmen zur Innovationsförderung
5.2.5 Raumpionierprojekte als kleine Innovationslabore auf dem Tempelhofer Feld
5.2.6 IBA – Der ,Ausnahmezustand auf Zeit’ als Innovationsmotor
5.2.7 Das Columbia-Quartier: Streit um die Adresse für innovatives Wohnen
5.2.8 Das alte Flughafengebäude wird Bühne des Neuen
5.2.9 Die Parklandschaft: hohe Ansprüche trotz geringer Mittel
5.2.10 Zwischenfazit III: mäßige Innovationspotenziale trotz vieler Planungsinstrumente
6. Fazit: Tempelhof bleibt Konfliktfeld
Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit Planungsinstrumente bei der Entwicklung des Tempelhofer Feldes tatsächliche Innovationen begünstigen oder ob es sich lediglich um semantische Innovationsansprüche handelt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Planungsinstrumente Möglichkeitsräume eröffnen, um den deklarierten Innovationszielen gerecht zu werden.
2.5.1 Planung durch Verzicht auf (klassische) Planung
Klassische Stadtplanung setzt darauf, gedanklich einen baulichen Endzustand zu entwerfen und die dazu nötigen Handlungsschritte zu antizipieren. Dabei werden Kosten und Mühen in einer vorherigen, umfassenden Informationsanalyse rational abgewogen. Da Innovationen aber meist einen eher unplanbaren und zufälligen Charakter haben, scheinen Innovationserzeugung und formelle Stadtplanung zwei konträre Partner zu sein. Die dahinterstehende Logik wirkt plausibel: „Ist die Planung als Planung erfolgreich, dann liegt der Verdacht nahe, dass letztlich nichts wirklich neues entstanden ist“, denn Innovationen können kaum vorher schon bekannt sein. Daher empfiehlt Ibert drei Elemente – vage Ziele, oberflächliche Informationen und Revidierbarkeit – für eine ergebnisoffene Planung, um das Auftreten von Innovationen nicht bereits im Keim zu ersticken. Alle drei Elemente werden im Folgenden vorgestellt.
Vage Ziele: Da bei innovationsorientierter Planung die Ziele sowie die Lösungswege zu Beginn weitgehend im Verborgenen liegen, gilt es beides im Laufe des Prozesses schrittweise zu eruieren und gegebenenfalls zu revidieren. Dabei werden Mittel und Ziele stets aufeinander angepasst. Somit stellt innovationsorientierte Planung immer auch einen Lernprozess für alle Beteiligten dar.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Stadtentwicklung und Innovation ein und begründet die Relevanz der Untersuchung am Fallbeispiel Tempelhofer Feld.
2. Stadtentwicklung und Innovation: eine konzeptionelle Verknüpfung: Hier werden theoretische Grundlagen zu Innovationen in der Stadtplanung erläutert und das Analysegerüst der „Prinzipien innovationsorientierter Planung“ vorgestellt.
3. Forschungsvorgehen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere das Design der Fallstudie sowie die Datenerhebung und Auswertung auf Basis der Grounded Theory.
4. Das Tempelhofer Feld: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss des Standorts, verortet das Feld stadträumlich und identifiziert die wesentlichen Akteure sowie deren Interessenkonflikte.
5. Die Planung um Tempelhof – Verlauf und Detailprüfung: Dies ist die Kernanalyse der Arbeit, in der der chronologische Planungsverlauf seit 1989 detailliert geprüft und die Wirksamkeit der eingesetzten Planungsinstrumente kritisch untersucht wird.
6. Fazit: Tempelhof bleibt Konfliktfeld: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Innovationsfähigkeit der Planungen, wobei das Feld primär als Diskurs- und Konfliktraum charakterisiert wird.
Stadtplanung, Stadtentwicklung, Innovation, Tempelhofer Feld, Planungsinstrumente, Bürgerbeteiligung, Fallstudie, Partizipation, Innovationsorientierte Planung, Raumpioniere, Konfliktfeld, Governance, Stadtraum, Transformation, Projektentwicklung.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Innovationsansprüchen in der Stadtplanung und der praktischen Umsetzung am Beispiel des Tempelhofer Feldes in Berlin.
Die Arbeit fokussiert auf das Spannungsfeld zwischen städtebaulicher Planung, Innovationsmanagement und den unterschiedlichen Interessen von Bürgern, Politik und Investoren.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob die am Tempelhofer Feld eingesetzten Planungsinstrumente tatsächliche Möglichkeitsräume für Innovationen schaffen oder ob es bei bloßen Semantiken bleibt.
Es wird eine qualitative Einzelfallstudie durchgeführt, die sich in ihrem Auswertungsverfahren an die Grounded Theory und die Qualitative Inhaltsanalyse anlehnt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten historischen und prozessualen Aufarbeitung der Planung am Tempelhofer Feld und der Prüfung informeller sowie formaler Instrumente.
Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte Innovationsorientierte Planung, Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung und Konfliktmanagement definieren.
Der Autor nutzt dieses Konzept, um zu erklären, wie bestimmte Sonderorganisationen wie die Tempelhof Projekt GmbH versuchen, durch ihren Status Innovationsprozesse außerhalb starrer Verwaltungsabläufe zu legitimieren.
Aufgrund der massiven Machtungleichgewichte und der blockierenden Interessenkonstellationen zwischen Senat, Bezirken und Initiativen wird das Innovationspotenzial der Planungen in der Praxis häufig neutralisiert.
Der Autor stellt fest, dass Beteiligungsverfahren zwar den Ideenaustausch fördern, jedoch durch Konsenszwänge und bürokratische Kategorisierungen oft unkonventionelle, innovative Ansätze eher ausbremsen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

