Bachelorarbeit, 2012
36 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Die Soziale Arbeit in der Gesellschaft – Rahmenbedingungen sozialpädagogischen Handelns
2.1 Soziale Arbeit als Arbeit in Fällen
2.2 Lebensweltorientierung in der Sozialen Arbeit – Wende in der Professionalität
2.3 Der professionelle Habitus
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe
3.1 Die Familie als Ausgangspunkt
3.2 Die Familie in der Kinder- und Jugendhilfe
3.3 Hilfe zur Selbsthilfe im Kontext „Freiwilligkeit“ und Fremdplatzierung
4. Zur Diskussion der Qualifikation in der Sozialen Arbeit, unter besonderer Berücksichtigung der Sozialpädagogischen Familienhilfe
4.1 Qualifikation und Kompetenz – Eine Begriffsnäherung
4.2 Qualifikationen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe
4.3 Kompetenzen der Familienhelfer in der Sozialpädagogischen Familienhilfe
5. Zusammenfassung / Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die professionellen Handlungskompetenzen von Fachkräften in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Ziel ist es, den aktuellen Diskurs über notwendige Qualifikationen und habitualisierte Kompetenzen im Kontext der professionellen Intervention zu analysieren und deren Bedeutung für die Arbeit mit Familien theoretisch einzuordnen.
3.1 Die Familie als Ausgangspunkt
„‘Vater, Mutter, Kind. Familie, das sind wir.‘ Pause. ‚Lena, meine Schwester, gehört auch dazu. Oma und Opa, beide Omas und Opas, Tante Ilse und Onkel Franz. Ihre Kinder ... Jan, mein Freund, hat zwei Papas, einen alten und einen neuen. Zum Geburtstag und zu Weihnachten bekommt er viel mehr Geschenke, weil er auch mehr Opas und Omas hat als ich. Die Eltern von Kevin habe ich auch gern, ich schlafe oft dort; sind sie dann auch für mich Familie?‘“. (Petrov 2006, S. 84)
Diese Beispielaussage eines Kindes zeigt, welche Schwierigkeiten bei dem Versuch den Begriff „Familie“ zu definieren, bestehen. Anscheinend wirft die Frage nach der Definition mehr Fragen als Antworten auf. Wird versucht sich diesem Begriff im Alltag (z.B. Internetrecherche) oder auf Basis der Wissenschaft zu nähern, ist festzustellen, dass es auch hier unterschiedliche Annahmen darüber gibt. Petrov (2006) stellt demnach fest: „‚Familie‘ ist territorial, kulturell, historisch, individuell und situativ geprägt, sie ist als ‚Keimzelle der Gesellschaft‘ stetem Wandel unterworfen“. (Petrov 2006, S. 84f.)
Für die weiteren Überlegungen ist es wichtig, sich mit einem sozialpädagogischen Blick der Familie anzunehmen. Auch in diesem Kontext lässt sich feststellen, dass es keine allgemeingültige Definition der „Familie“ gibt. Außerdem werden hier eher familiensoziologische Betrachtungen zu Rate gezogen. (vgl. Hüning/Peter 2010, S. 80) Da viele dieser Versuche, eine Konkretisierung des Begriffes vorzunehmen, sich zum großen Teil auf das Modell der bürgerlichen Kleinfamilie beziehen, „findet somit die Variabilität und Vielfältigkeit familialer Lebenskonzepte keine dementsprechende Berücksichtigung“. (Hüning/Peter 2010, S. 80) Ausgehend vom siebten Familienbericht (Deutscher Bundestag 2006) lässt sich jedoch feststellen, dass ein Perspektivwechsel auf Familie erfolgt. „Wir können davon ausgehen, dass das Modell geschlechtersegregierender Zeitstrukturen, der Arbeitsteilung zwischen Elternhaus und Schule und der klaren Trennung zwischen ökonomischer Verantwortung für die Familie und regenerativer Sozialisation keine Zukunft haben kann“. (Deutscher Bundestag 2006, S. 8) Deutlich wird hier, dass das Modell der kleinbürgerlichen Familie im Wandel der Gesellschaft ein überholtes Modell darstellt.
1. Einleitung: Die Arbeit entwickelt aus Praxiserfahrungen die Fragestellung nach professionellen Handlungskompetenzen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe und begründet die theoretische Herangehensweise.
2. Die Soziale Arbeit in der Gesellschaft – Rahmenbedingungen sozialpädagogischen Handelns: Es wird die Professionalität in der Sozialen Arbeit beleuchtet, wobei der Fokus auf der Fallarbeit, Lebensweltorientierung und der Ausbildung eines professionellen Habitus liegt.
3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe: Dieses Kapitel definiert Familie in der Kinder- und Jugendhilfe und untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen „Hilfe zur Selbsthilfe“ und dem Eingriff durch Zwang oder Fremdplatzierung.
4. Zur Diskussion der Qualifikation in der Sozialen Arbeit, unter besonderer Berücksichtigung der Sozialpädagogischen Familienhilfe: Der Abschnitt differenziert zwischen erlernbarer Qualifikation und subjektbezogener Kompetenz und analysiert, welche Voraussetzungen für Familienhelfer essenziell sind.
5. Zusammenfassung / Ausblick: Die wesentlichen Erkenntnisse über professionelles Handeln werden reflektiert und die Notwendigkeit von Supervision sowie einer organisationellen Einbettung der Arbeit betont.
Sozialpädagogische Familienhilfe, Professionalität, Handlungsfähigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Lebensweltorientierung, Familie, Fallarbeit, Qualifikation, Kompetenz, Habitus, SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe, Freiwilligkeit, Interventionsformen, Ressourcenorientierung.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Diskussion über die Anforderungen an die Professionalität und die Handlungskompetenzen von Fachkräften in der Sozialpädagogischen Familienhilfe.
Zentrale Themen sind die professionelle Haltung des Helfers, die Einordnung der Institution Familie in der heutigen Gesellschaft sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung von „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie professionelles Handeln in diesem Feld begründet wird und welche Rolle dabei persönliche Einstellungen, der Habitus und wissenschaftlich fundiertes Wissen spielen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Literaturanalyse bestehender Konzepte und Handbücher zur Sozialen Arbeit und Familienhilfe.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Sozialer Arbeit, die Spezifizierung der Familienhilfe sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an Familienhelfer.
Besonders prägend sind die Begriffe Professioneller Habitus, Hilfe zur Selbsthilfe, Lebensweltorientierung und Fallverstehen.
Weil in der Praxis der Familienhilfe die Freiwilligkeit der Hilfe oft eingeschränkt ist, da häufig ein staatlicher Zwang oder die Drohung einer Fremdplatzierung des Kindes als Motor für die Inanspruchnahme der Hilfe fungiert.
Es bezeichnet die verinnerlichte Grundhaltung und individuelle Fähigkeiten einer Fachkraft, die nicht durch bloße Ausbildung erlernbar sind, sondern die situative Interaktion und Beziehungsgestaltung in der Arbeit mit Familien maßgeblich bestimmen.
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