Bachelorarbeit, 2012
30 Seiten, Note: 1
Einleitung
Relevanz der Thematik vor einem theoretischen Hintergrund
Der Forschungsgegenstand
Methoden
„Erfolg“ der Theorien
Intrapersonelle Merkmale
Theoriespezifische Merkmale
Kontextuelle Merkmale
Praktische Anwendbarkeit der Ergebnisse
Conclusio und Ausblick
Die Arbeit untersucht politpsychologische Einflussfaktoren, die den Glauben an Verschwörungstheorien im Österreich des 21. Jahrhunderts begünstigen, und analysiert die Merkmale, die solche Theorien „erfolgreich“ machen.
Theoriespezifische Merkmale
Natürlich glauben auch solche Menschen, die aufgrund individueller Gegebenheiten prädestiniert dafür sind, nicht alle Verschwörungstheorien. Klar ist aber auch, dass übliche Vorstellungen von „glaubhaften“ und „realitätsnahen“ Erklärungen auf die Konstrukte oft nicht zutreffen. Es stellt sich also die Frage, welche Merkmale und welcher Aufbau eine solche Theorie glaubwürdig machen.
Personifikation ist ein wesentliches Merkmal populärer Verschwörungstheorien: komplexe Zusammenhänge werden auf „überschaubare menschliche Beziehungsmuster“ (Jaecker, 2005: S. 15) reduziert. Beteiligt sind hieran drei Gruppen von Menschen: die Mächtigen, deren Handlanger und jene, die sich zur Wehr setzen: die Verschwörungstheoretiker. (Vgl. ed.) Dieses Kriterium jedoch scheinen alle untersuchten Theorien zu erfüllen. Es kann insofern nicht zur Unterscheidung erfolgreicher und weniger erfolgreicher Konstrukte verwendet werden.
Thomas Grüter beschäftigte sich mit erfolgreichen historischen und aktuellen Verschwörungstheorien und filterte gemeinsame Merkmale heraus. Auf diese Art und Weise schaffte er es zu zeigen, wie eine Verschwörungstheorie aufgebaut ist und wie man sogar selbst eine solche konstruieren könnte. Der verschwörungstheoretische „Baukasten“ benötigt zunächst eine zu beschuldigende Gruppe von Menschen, der geheime Machenschaften unterstellt werden können. Hierfür bieten sich vor allem solche Zusammenschlüsse von Personen an, die tatsächlich zum Teil im Geheimen arbeiten, weshalb es nicht verwunderlich erscheint, dass gerne, wie beispielsweise im Falle der Theorien zum Tode Haiders, die Regierung der Verschwörung bezichtigt wird, muss sie doch zumindest teilweise Informationen zurückhalten. Zweitens wird eine Prämisse benötigt, die im weiteren Verlauf der Entstehung der Verschwörungstheorie „bewiesen“ werden soll. Drittens werden Fakten ebenso wie Halb- und Unwahrheiten zusammengetragen, um die These zu untermauern. Der Zusammenhang wird meist in sehr abstruser, aber detaillierter – und damit undurchschaubarer- Weise hergestellt. Gibt es solche Hinweise nicht, behelfen sich die Verschwörungstheoretiker damit, Fragen – ob mit unüberprüfbarem Gegenstand – aufzuwerfen, die die Personen verwirren und verunsichern. Gleichzeitig werden alle Kenntnisse, die gegen eine Verschwörung sprechen, von sich gewiesen.
Einleitung: Definition des Phänomens und Vorstellung der zentralen Forschungsfragen zur psychologischen Beeinflussung durch Verschwörungstheorien.
Relevanz der Thematik vor einem theoretischen Hintergrund: Historische Einordnung des politischen Menschen und Diskussion von Rational-Choice-Ansätzen gegenüber irrationalen Entscheidungsfaktoren.
Der Forschungsgegenstand: Beschreibung der untersuchten österreichischen Verschwörungstheorien und Erläuterung der Auswahl mittels Internetquellen.
Methoden: Darstellung der quantitativen Erhebungsmethoden, der Stichprobenstruktur sowie der angewandten psychologischen Testverfahren.
„Erfolg“ der Theorien: Operationalisierung des Erfolgs von Verschwörungstheorien anhand von Bekanntheit und subjektiver Glaubwürdigkeit.
Intrapersonelle Merkmale: Analyse der Korrelationen zwischen Persönlichkeitsfaktoren, soziodemographischen Daten und der Neigung zu Verschwörungsglaube.
Theoriespezifische Merkmale: Untersuchung der strukturellen Anforderungen an Verschwörungstheorien, um als „erfolgreich“ zu gelten.
Kontextuelle Merkmale: Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Rolle medialer Inszenierungen für die Verbreitung.
Praktische Anwendbarkeit der Ergebnisse: Ableitung von Präventions- und Interventionsstrategien zur Eindämmung schädlicher Verschwörungseinstellungen.
Conclusio und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Verschwörungstheorien, Politpsychologie, Österreich, Rational-Choice, Finanzkrise, Jörg Haider, Neurotizismus, Glaubwürdigkeit, Internetforen, Prävention, Intervention, soziale Identität, Medieninszenierung, Persönlichkeitsfaktoren, Sozialwissenschaft.
Die Arbeit beleuchtet aus politpsychologischer Sicht, warum große Bevölkerungsgruppen an Verschwörungstheorien glauben und welche Faktoren diesen Glauben in Österreich steuern.
Der Fokus liegt auf den Wechselwirkungen zwischen individuellen Persönlichkeitsmerkmalen, der strukturellen Beschaffenheit von Verschwörungserzählungen und dem gesellschaftlichen Kontext.
Das Ziel ist die Identifikation von Einflussfaktoren, die den Erfolg einer Verschwörungstheorie bestimmen, um daraus Ansätze zur Prävention und Bekämpfung zu entwickeln.
Die Arbeit kombiniert einen theoriegeleiteten Part mit einer explorativen empirischen Untersuchung, bestehend aus einem Online-Fragebogen und der Anwendung des NEO-FFI-Persönlichkeitstests.
Der Hauptteil analysiert die operationalisierten Erfolgsfaktoren (Bekanntheit und Glaubwürdigkeit), vergleicht soziodemographische sowie psychische Variablen und untersucht die narrative Struktur der untersuchten Mythen.
Neben dem Kernbegriff der Verschwörungstheorien spielen Begriffe wie Politpsychologie, Rational-Choice-Ansatz, Neurotizismus und Präventionsmaßnahmen eine zentrale Rolle.
Die Studie zeigt eine signifikante Korrelation zwischen der Einkommenshöhe und der Bekanntheit von Theorien; zudem korrelieren niedriges Einkommen und geringeres Bildungsniveau tendenziell mit einer höheren subjektiven Glaubwürdigkeit solcher Mythen.
Es konnte eine signifikant positive Korrelation nachgewiesen werden: Emotional labilere Personen stufen Verschwörungstheorien eher als glaubwürdig ein als psychisch stabilere Individuen.
Die Theorien erfüllen die Kriterien „Erfolg“ par excellence, da sie auf klare Feindbilder setzen, politisch hochrelevant sind und an existierende gesellschaftliche Skepsis sowie ein Bedürfnis nach einfachen Erklärungen für komplexe Ereignisse anknüpfen.
Aufgrund der Datenlage scheint eine universelle Prävention durch die Förderung kritischen Denkens erfolgversprechender, da keine spezifischen Risikogruppen eindeutig isoliert werden konnten.
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