Bachelorarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Hauptteil
1. Filmischer Werdegang
2. Über seine Filme hinaus
3. Trier als Selbstdarsteller
4. ANTICHRIST Inhaltsangabe
5. ANTICHRIST als Genrefilm
5.1 Horror Setting
5.2 Natur als Horrormotiv
5.3 Frauen im Horrorfilm
5.3.1 Sie als Frauenfigur des Rape-and-Revenge-Films
5.3.2 Sie als Typus der Hexe und der Verschmähten
5.3.3 Sie als Frau in Lars von Triers Œuvre
5.4 ANTICHRIST als Torture-Film
6. Stilisierung und Artifizialisierung
6.1 Visuelle Effekte in Prologue und Epilogue
6.2 Menschliche und tierische Zeitlupenaufnahmen
7. Symbolische Filmsprache
Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht den Spielfilm ANTICHRIST von Lars von Trier mit dem Ziel, dessen filmischen Aufbau zu analysieren und zu bestimmen, ob und wie der Regisseur das Genrekino zu einer eigenen Kunstform erhebt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern genreimmanente Stilmittel den Film dominieren und wie das Werk schlussendlich innerhalb der Kinolandschaft kategorisiert werden kann.
5.2 Natur als Horrormotiv
Die Natur ist Satans Kirche, und dringt man ungebeten in sie ein, muss man mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. In sogenannten „Rache-der-Natur-Filmen“ wird gezeigt, wie sich die Menschheit in Vorgänge der natürlichen Ordnung einmischt und daraus Konsequenzen ziehen muss.
Liest man ANTICHRIST als solch einen Film, könnte die Hybris des Mannes, der gleichzeitig Ehemann und Psychiater sein will, als Einmischung in die natürliche Ordnung interpretiert werden. Denn wie eine eigens für den Film engagierte Misogynie-Expertin folgerte, sind Frauen mit der Natur mehr verbunden als der Mann, was insbesondere für diesen Film gelten darf.
Sein Regelbruch führt dazu, dass sich die Natur samt seiner Frau gegen ihn richtet. Doch auch ohne Motivation liegt in der natürlichen Umgebung das Böse verborgen und sucht einen Weg auszubrechen. Das Grauen zeigt sich in Vanitas-Motiven, die additiv in die Narration eingebunden werden. Wie zum Beispiel das aus dem Nest gefallene Küken, welches von Ameisen angegriffen, schließlich von einem Greifvogel davongetragen und zuletzt zerfleischt wird.
In all ihren Facetten zeigt sich eine Topographie des Todes, die teils direkt sichtbar und teilweise erst durch die Interpretation der Frau erkennbar wird. Sie artikuliert ihre Angst vor dem Unheimlichen, das sich in der Natur versteckt, und erfährt am eigenen Leib, dass sie ihr reale Schmerzen zufügen kann, als das Gras ihre Füße verbrennt. Das Fallen der Eicheln beschreibt sie als Sterben und äußert im Weiteren, „dass alles, was mir bisher an Eden so wunderschön vorkam, womöglich hässlich ist, und jetzt hörte ich, was ich vorher nicht hören konnte, das Weinen und Schreien von all den Dingen, die sterben müssen“.
1. Filmischer Werdegang: Detaillierte Darstellung des künstlerischen Werdegangs von Lars von Trier, inklusive seiner frühen Erfolge, der Europa- und Goldherz-Trilogien sowie seiner Entwicklung zum international anerkannten Autorenfilmer.
2. Über seine Filme hinaus: Untersuchung des Einflusses von Lars von Trier auf die Filmtheorie, insbesondere durch die Dogma-95-Bewegung und das Label Zentropa, sowie seine Regietätigkeit in anderen Formaten.
3. Trier als Selbstdarsteller: Analyse der öffentlichen Inszenierung von Lars von Trier, seiner bewussten Provokationen und der engen Verknüpfung seiner persönlichen Neurosen mit seinem filmischen Schaffen.
4. ANTICHRIST Inhaltsangabe: Zusammenfassung der Handlung des Films ANTICHRIST, unterteilt in die Kapitel Prolog, Chapter One bis Four sowie Epilog.
5. ANTICHRIST als Genrefilm: Untersuchung der Einordnung von ANTICHRIST in das Genre des Horrorfilms, wobei die genretheoretische Ästhetik und die gezielte Abwandlung von Konventionen betrachtet werden.
6. Stilisierung und Artifizialisierung: Betrachtung der visuellen Ebene des Films, mit Fokus auf innovative Aufnahmetechniken, Zeitlupeneffekte und die ästhetische Gestaltung als stilistisches Mittel.
7. Symbolische Filmsprache: Deutung der im Film verwendeten Zeichen, Motive und Symbole, insbesondere der drei Tiere Reh, Fuchs und Krähe, und deren Integration in ein mythologisiertes Gesamtwerk.
Lars von Trier, ANTICHRIST, Horrorgenre, Autorenfilm, Torture-Film, Rape-and-Revenge, Filmanalyse, Weibliche Identität, Symbolik, Stilisierung, Zeitlupe, Dogma-95, Filmtheorie, Gewalt im Film, Naturmetaphorik.
Die Arbeit untersucht den Film ANTICHRIST von Lars von Trier, um zu klären, wie der Regisseur sein Werk strukturiert und ob er dabei das Genrekino zu einer eigenständigen Kunstform weiterentwickelt.
Zentrale Themen sind die Kategorisierung des Films als Genrewerk, die Rolle der weiblichen Protagonistin, die visuelle Ästhetik und die symbolische Bedeutungsebene, eingebettet in Triers Gesamtwerk.
Das Hauptziel ist es zu analysieren, ob genreimmanente Stilmittel den Film dominieren und wie der Spielfilm schlussendlich, trotz seiner künstlerischen Ausgestaltung, filmwissenschaftlich eingeordnet werden kann.
Die Arbeit nutzt eine film- und genretheoretische Analyse, ergänzt durch die Untersuchung von Sekundärliteratur, Interviews und eine detaillierte Szenenanalyse des Hauptteils.
Im Hauptteil werden der Werdegang des Regisseurs, die Inhaltsangabe, die Einordnung in den Horrorfilm und den Torture-Film sowie die Analyse visueller Stilisierungen und der symbolischen Sprache behandelt.
Wichtige Begriffe sind Autorenfilm, Horrorgenre, Torture-Film, visuelle Stilisierung, Weiblichkeitsdarstellung und mythologische Symbolik.
Das Ende wird als Steigerung ins Absurde betrachtet, bei der die zuvor eingeführten Symbole (Tiere, Eicheln) in einer kunstvollen, künstlichen Einheit zusammenlaufen, wobei die Zuschauererwartungen bewusst untergraben werden.
Die Arbeit argumentiert, dass Trier zwar die Ästhetik des Torture-Films nutzt, diese jedoch durch eine radikale, pornographisch anmutende Inszenierung überschreitet, um eine bewusste Provokation und affektive Reaktion zu erzielen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

