Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Wie die Frau zur Neuen Frau wurde – Leben zwischen Medienmythos und Weimarer Wirklichkeit
3 Irmgard Keuns „Gilgi – eine von uns“
3.1 Konzeption des Romans
3.2 Die Entwicklung der Protagonistin
3.2.1 1. Phase: Die „Stenotypistin Gilgi“
3.2.2 2. Phase: Die „kleine Dame Gilgi“ in der Identitätskrise
3.2.3 3. Phase: „Läuterung“ und Rückbesinnung
3.3 Zwischenfazit
4 Gabriele Tergits „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“
4.1 Konzeption des Romans
4.2 Arbeit und Liebe im „Käsebier“
4.3 Die Protagonistinnen
4.3.1 Fräulein Doktor Kohler – ein Leben in der falschen Zeit?
4.3.2 Käte Herzfeld – das „körperbetonte Prinzip“
4.4 Zwischenfazit
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das komplexe Verhältnis von privatem Liebesleben und gesellschaftlichen Anforderungen an die moderne Frau in der späten Weimarer Republik, wobei sie insbesondere die literarische Darstellung von Arbeit und Liebe in den Romanen von Irmgard Keun und Gabriele Tergit analysiert.
3.2.1 1. Phase: Die „Stenotypistin Gilgi“
Die 21-jährige Gisela „Gilgi“ Kron wird der Leserin als „das personifizierte neusachliche Lebensgefühl“, als „durch und durch synthetische Figur“, vorgestellt. Sie verkörpert ganz bewusst eine Alltagsheldin, die in ihrer Mädchenhaftigkeit weniger die Extreme als vielmehr den Idealtyp der Neuen Frau zu spiegeln scheint. Gerade aus ihrer ausdrücklichen Durchschnittlichkeit macht sie ein Programm und „torpediert damit jene konventionelle Projektion, die der außergewöhnlichen Gestalt, dem Helden mit den besonderen Merkmalen und den besonderen Fähigkeiten die Lösung aller Probleme überträgt, die sich dem durchschnittlichen Protagonisten stellen“:
‚Ich hab’ keine Talente […], ich bin allgemeiner Durchschnitt und bring’s nicht fertig, deswegen zu verzweifeln. Aber was ich aus mir machen kann, will ich machen. Ich werd’ immer arbeiten und immer was Neues lernen, und gesund und hübsch will ich bleiben, solange es eben geht […].‘ (G: 48)
Sowohl in Gilgis Äußerem als auch in ihrer Lebenseinstellung bündeln sich populäre Bilder moderner Weiblichkeit, die für die Weimarer Generation junger Frauen von Bedeutung waren. So pflegt sie ihre knabenhaft schlanke Figur mit täglichem Frühsport, trägt den obligatorischen Bubikopf, ist modebewusst und als Stenotypistin „schnell, sauber und fehlerfrei“ (G: 12) – wie auch ihr ganzes Leben „wie eine sauber gelöste Rechenaufgabe“ (G: 48) sein soll.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage, ob sich Liebe und moderne Arbeitsanforderungen in der späten Weimarer Zeit ausschließen, und führt in die untersuchten neusachlichen Romane ein.
2 Wie die Frau zur Neuen Frau wurde – Leben zwischen Medienmythos und Weimarer Wirklichkeit: Das Kapitel beleuchtet die historischen Lebensbedingungen und den sozialen Wandel der Frau in der Weimarer Republik sowie die literarische Einordnung als Neue Frau.
3 Irmgard Keuns „Gilgi – eine von uns“: Die Analyse von Keuns Roman fokussiert auf die Entwicklung der Protagonistin Gilgi, deren Identität zwischen sachlicher Arbeitsmoral und leidenschaftlicher Liebe zu Martin Bruck zerrissen wird.
4 Gabriele Tergits „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Frauenfiguren Fräulein Doktor Kohler und Käte Herzfeld in Tergits Gesellschaftspanorama.
5 Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst zusammen, dass für die Protagonistinnen in einer von ökonomischer Härte geprägten Zeit meist nur die Schadensbegrenzung zwischen Arbeit und Liebe möglich bleibt, wobei die Romane Diagnosen statt einfacher Lösungen liefern.
Neue Frau, Weimarer Republik, Irmgard Keun, Gabriele Tergit, Arbeit und Liebe, Neusachlichkeit, Identitätskrise, Weiblichkeit, Emanzipation, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, Moderne, soziale Realität, Autonomie, Lebensentwurf
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von weiblichen Lebensentwürfen in der späten Weimarer Republik und der Frage, wie diese Figuren den Konflikt zwischen Erwerbstätigkeit und Liebe bewältigen.
Im Zentrum stehen die Konzepte der „Neuen Frau“, der neusachlichen Literatur, die Bedeutung ökonomischer Selbstständigkeit sowie der soziale Druck auf Frauen in dieser Krisenzeit.
Die primäre Frage ist, ob sich berufliche Aufstiegsorientierung und die Erfüllung persönlicher Liebeswünsche in den untersuchten Romanen gegenseitig ausschließen oder wie sie in Einklang gebracht werden können.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Figurendarstellungen in den Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Debatten und historischer Rahmenbedingungen einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung sowie detaillierte Werkanalysen von Keuns „Gilgi – eine von uns“ und Tergits „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“.
Wichtige Begriffe sind Neue Frau, Weimarer Republik, Arbeit und Liebe, Neusachlichkeit, Emanzipation und Identität.
Gilgi verkörpert das Ideal der disziplinierten Angestellten, die durch eine leidenschaftliche Beziehung mit dem Bohemien Martin Bruck eine radikale Identitätskrise durchlebt und schließlich die Entscheidung für ein unabhängiges Leben trifft.
Die Mutterfiguren dienen oft als abschreckende Beispiele oder symbolisieren veraltete Normen, gegen die sich die Protagonistinnen abgrenzen müssen, um eigene Wege in der modernen Gesellschaft zu finden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

