Diplomarbeit, 2012
139 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen und Begriffe
2.1. Erste, zweite und dritte Generation
2.2. Achsen der Differenz
2.3. Migration
2.4. Integration
2.5. Zugehörigkeit
2.6. Minderheit
2.7. Diskriminierung
3. Die Situation türkischer MigrantInnen mit dem Fokus „Arbeitsmarkt“
3.1. Immigration aus der Türkei im Rahmen des „Gastarbeiterprinzips“
3.2. Soziodemographische Daten und Fakten
3.3. Arbeitsmarkt
3.3.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.3.2 Die Integrationsvereinbarung (IV) 2011
3.3.3 Das Modulsystem
3.3.4 MigrantInnen und Erwerbstätigkeit
3.3.5 Rot-Weiß-Rot Karte
3.4. Integration und Unterstützung
3.5. Verteilung nach Branchen
3.6 Arbeitslosigkeit und Diskriminierung
4. Sozioökonomische Rahmenbedingungen, Arbeits- und Lebenswelten
4.1. Frauen und Migration
4.2. Bildung und Lebensplanung
4.3. Zugehörigkeit
4.4. Relevanz des Kopftuchs
4.5. Zwangsverheiratung
4.6. Arbeitsmarkt als diskriminierende weibliche Form
5. Qualitative Forschungsmethoden – das Interview
5.1. Standardisiertes und nicht standardisiertes Interview
5.2. Auswertungsverfahren
5.3. Untersuchungsverlauf und Schwierigkeiten
6. Auswertung der Interviews
6.1. Auswertungsgruppe Migrantinnen
6.1.1 Frau B.A
6.1.2 Frau B.B
6.1.3 Frau B.C
6.2. Auswertungsgruppe Unternehmen
6.2.1 Simacek
6.2.2 Supermarkt 1
6.2.3 Spar
6.2.4 Post
6.3 Auswertungsgruppe Institutionen
6.3.1 Migrationsexpertin 1
6.3.2 Migrationsexpertin 2
6.3.3 Migrationsexperte 3
6.3.4 Integrationsfonds
6.3.5 SPÖ
6.3.6 FPÖ
6.3.7 AMS
7. Schlusswort
Die Diplomarbeit untersucht die Situation von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in Österreich unter besonderer Berücksichtigung ihrer Diskriminierungserfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob und in welcher Form diese Personengruppe in der österreichischen Gesellschaft und am Arbeitsmarkt diskriminiert wird, wobei die Rolle von Gender sowie institutionellen Strukturen zentral analysiert wird.
4.4. Relevanz des Kopftuchs
Das Tragen des muslimischen Kopftuchs wurde in den vergangenen Jahren in vielen europäischen Ländern einer intensiven Debatte unterzogen. Zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass es in Österreich gegenwärtig, aufgrund der freien Religionsausübung keine rechtliche Einschränkung hinsichtlich des Tragens des Kopftuchs im öffentlichen Raum gibt. Der OGH bestimmt, dass das Tragen religiöser Symbole und Kleidungsstücke, wie z. B. islamisches Kopftuch in den Schutzbereich fällt.
Das Kopftuch wird in manchen Argumenten als Zeichen der Unterdrückung von Frauen wahrgenommen, in anderen wird es als politisches Symbol gesehen bzw. wird es mit dem politischen Islam assoziiert. Auffällig ist, dass es sich meistens um eine sehr emotionale Diskussion handelt. Es wird von PolitologInnen angenommen, dass das Kopftuch eigentlich stellvertretend für andere religiöse, gesellschaftliche und politische Themen steht. Die Prinzipien, die in den Debatten rund um das Kopftuch verhandelt werden drehen sich so um Fragen der Inklusion, Anerkennung, Religionsfreiheit, Behandlungsgerechtigkeit und Gleichheit. Das Kopftuch geht mit einer vielschichtigen Mehrdeutigkeit einher, wobei es aus eurozentristischer Sicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Weltbild suggeriert und als Kennzeichen einer spezifischen Identität dient, durch welche die österreichische Identität abgegrenzt werden kann. Auch wird das Kopftuch als Zeichen gegen die Sexualisierung der Frau gesehen. Zugleich wird das Kopftuch in der österreichischen politischen Debatte als religiöses Symbol gedeutet, wobei von politischen VertreterInnen häufig eine Kulturalisierung bestimmter, negativ konnotierter Werte und Praxen erfolgt.
Auch von der FPÖ wird angenommen, das türkische Mädchen zum Tragen des Kopftuchs in türkischen Supermärkten gezwungen werden. Die Politologin Birgit Sauer meint, dass der Schleier/Kopftuch immer wieder symbolisch aufgeladen wird und dadurch auch leicht instrumentalisierbar ist. Es wird hingewiesen, dass es ein Zeichen für Religion oder Tradition sein kann.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Diskriminierung von MigrantInnen mit türkischem Hintergrund in Österreich mit Fokus auf Gender.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffe: Klärung zentraler Begriffe wie Migration, Integration, Zugehörigkeit, Minderheit und Diskriminierung als theoretisches Fundament.
3. Die Situation türkischer MigrantInnen mit dem Fokus „Arbeitsmarkt“: Analyse des historischen Hintergrunds, gesetzlicher Rahmenbedingungen und sozioökonomischer Daten zur türkischen Migrationsgeschichte in Österreich.
4. Sozioökonomische Rahmenbedingungen, Arbeits- und Lebenswelten: Untersuchung der spezifischen Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund inklusive Themen wie Bildung, Kopftuchdebatte und Zwangsverheiratung.
5. Qualitative Forschungsmethoden – das Interview: Darlegung der methodischen Vorgehensweise bei den durchgeführten Experten- und Migrantinneninterviews.
6. Auswertung der Interviews: Qualitative Auswertung der geführten Interviews, unterteilt in Migrantinnen, Unternehmen und Institutionen.
7. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Diskriminierungssituation und zur Notwendigkeit einer pluralistischen Integrationspolitik.
Mehrfachdiskriminierung, türkischer Migrationshintergrund, Arbeitsmarkt, Österreich, Integration, Gender, Kopftuch, Migration, Soziale Mobilität, Bildung, Qualifikation, Identität, Zuwanderung, Diskriminierung, Frauenerwerbstätigkeit.
Die Arbeit untersucht die Mehrfachdiskriminierung von Mädchen und Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in Österreich, speziell in Bezug auf deren Lebenswelten und ihre Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Zu den zentralen Themen gehören die sozioökonomischen Rahmenbedingungen, die Rolle von Bildung und Sprache bei der Integration sowie die Bedeutung von Symbolen wie dem Kopftuch für die beruflichen Chancen.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Mädchen und Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in der österreichischen Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden und in welcher Form dies geschieht.
Die Autorin nutzt qualitative Forschungsmethoden, insbesondere narrative und halb-strukturierte Interviews mit betroffenen Migrantinnen, Vertretern von Unternehmen sowie Experten aus Institutionen, Parteien und dem AMS.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den historischen, soziodemographischen und rechtlichen Bedingungen, der Bedeutung von Gender-Rollen, Bildung, Zugehörigkeit sowie den konkreten Erfahrungen im Berufsleben.
Mehrfachdiskriminierung, Integration, Arbeitsmarkt, Türkei, Gender, Bildung, Identität und soziale Ausgrenzung sind die maßgeblichen Begriffe.
Viele Interviewpartner betonen, dass Arbeitgeber mittlerweile fließende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift als Grundvoraussetzung ansehen, selbst für einfache Hilfstätigkeiten, was für viele Migrantinnen eine erhebliche Hürde darstellt.
Die Haltungen sind unterschiedlich: Während manche Unternehmen Diversität als Erfolgsfaktor betrachten und aktiv fördern (z.B. durch Sprachkurse), sehen andere durch Kundenbedenken und Vorurteile, etwa beim Tragen eines Kopftuchs, Hindernisse bei der Einstellung.
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