Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Hinführung: Die Identitätssuche
3 Heimat als raumbezogene Identität
3.1 Identität und Raum
3.2 Bedeutungswandel Raum
3.2.1 Was ist Raum?
3.2.2 Das Raum-Paradoxon
3.3 Heimat zwischen Wiederverankerung und Loslösung
4 Heimat als Gefühl
4.1 Identität und Gefühl
4.2 Die emotionale Reaktion
4.3 Heimat und die spätmoderne Emotionalisierung
5 Heimat als Komplexitätsreduktion
5.1 Die Komplexität der Welt
5.2 Identität als Lebensaufgabe
5.3 Heimat - die Sehnsucht nach Einfachheit
6 Resümee
Die Arbeit untersucht das „Heimat-Moment“ in der globalisierten Spätmoderne und analysiert, wie Menschen in einer zunehmend komplexen, mobilen und enträumlichten Welt Identität zwischen Raum, Gefühl und Struktur konstituieren.
Heimat als raumbezogene Identität
Die „offensichtliche Renaissance raumbezogener Identität“ wird in diesem Kapitel zum Anlass genommen, die Prozesse und Funktionen, die damit einhergehen, genauer zu betrachten. Gerade in der Spätmoderne lässt sich die Bedeutungszunahme von territorialen Bindung im lokalen und regionalen Kontext aufgrund von Krisen in der personalen oder Identität beobachten. Diese Krisen sind einleitend das Fluiditätsmoment beschrieben worden und veräußern sich im Prozess des persönlichen Suchens.
Die erste Assoziation mit dem Begriff Heimat ist für die meisten Menschen ein bestimmter Ort. 51 Prozent der Befragten in der aktuellen Spiegel-Umfrage vom März 2012 gaben an, Heimat mit dem Geburts- oder Wohnort zu verbinden. Es besteht also kein Zweifel daran, dass der Heimatbegriff offensichtlich mit einer räumlichen Komponente in Zusammenhang gebracht wird. Das soziologische Lexikon definiert Heimat u.a. als „die Landschaft und Siedlungsform, in der der Mensch zur Persönlichkeit heranwächst und seine ersten entscheidenden sozialen Beziehungen und Bindungen anknüpft“. Hier spielen der Herkunftsgedanke und die Sozialisation mit, die an einen materiellen Ort gebunden sind. „Heimat war stets die Region der eigenen Kindheit“, sagt Hüppauf, für den die räumliche Beschränkung auf einen konkreten Ort unabdingbar für die Entstehung von Heimat ist. Und auch Weichhart spricht bei der Heimat von der „Gesamtheit sozio-territorialer Bindungen an den engeren Lebensraum“. Heimat soll hier als an den Raum gebundene Komponente verstanden werden und ein Lokalisierungsvorhaben einschließen. Dieser Aneignungscharakter ist bei Benno Werlens Verwendung des Begriffs der Regionalisierung zu finden, denn für ihn ist Heimat ein „besonderer Typus subjektspezifisch symbolischer Regionalisierung mit vielfältigen regionalen Identitäts- und Wahrzeichenbezügen“.
1 Einleitung: Einführung in die Aktualität des Heimatbegriffs und Skizzierung der Forschungsfrage im Kontext der Globalisierung.
2 Hinführung: Die Identitätssuche: Darstellung des Identitätswandels von der Tradition zur Moderne und die damit einhergehende Identitätskrise des spätmodernen Subjekts.
3 Heimat als raumbezogene Identität: Analyse der Bedeutung des Raums für die Identitätskonstitution und der Tendenz zur Wiederverankerung als Gegenbewegung zur Enträumlichung.
4 Heimat als Gefühl: Untersuchung der emotionalen Komponente von Heimat unabhängig von konkreten Orten und die Rolle der Emotionalisierung in der Spätmoderne.
5 Heimat als Komplexitätsreduktion: Betrachtung der Heimat als ordnendes Element zur Bewältigung der steigenden Komplexität und Unübersichtlichkeit der globalisierten Welt.
6 Resümee: Synthese der Erkenntnisse über die Bedeutung von Heimat als Identitätsanker im „Globalisierungs-Wirrwarr“ der Gegenwart.
Heimat, Identität, Globalisierung, Raum, Gefühl, Struktur, Spätmoderne, Identitätskonstitution, Komplexitätsreduktion, Enträumlichung, Emotionalisierung, Selbstverständnis, Lebenswelt, Soziologie, Bindung
Die Arbeit analysiert die Renaissance des Heimatbegriffs in Zeiten der Globalisierung und untersucht, wie Heimat als Identitätskonstrukt für das Individuum fungiert.
Die Arbeit behandelt die drei Hauptdimensionen Raum, Gefühl und Struktur sowie deren Zusammenwirken bei der Identitätsbildung in einer spätmodernen Gesellschaft.
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum und in welcher Form Menschen in Zeiten der Globalisierung nach Heimat suchen und welche Rolle diese Suche für die persönliche Identität spielt.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die soziologische Identitätstheorien (u.a. von Berger, Luckmann, Rosa, Weichhart) mit aktuellen gesellschaftlichen Diagnosen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Untersuchungsteile Heimat als Raum, Heimat als Gefühl und Heimat als Komplexitätsreduktion, in denen das Konzept jeweils auf seine identitätsstiftende Funktion hin analysiert wird.
Neben dem zentralen Begriff der „Heimat“ sind „Identität“, „Globalisierung“, „Komplexitätsreduktion“ und „Spätmoderne“ die tragenden Pfeiler der Arbeit.
Heimat ist kein starrer Ort mehr, sondern ein dynamisches, subjektives Konstrukt, das durch individuelle Aneignungsprozesse in einem ständigen Wandel begriffen ist.
Heimat bietet dem Individuum in einer durch Globalisierung und Beschleunigung überfordernden, komplexen Welt einfache Strukturen, Sicherheit und Orientierungspunkte.
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