Diplomarbeit, 2012
107 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Jugend(kulturen) und Musik
2.1 ‚Die‛ Jugend und ihre Probleme
2.2 Die Rolle der Musik im Leben Jugendlicher
2.3 Jugendkulturen und Szenen
2.3.1 Der Begriff ‚Szene‛
2.3.2 Die Techno-Szene
2.3.3 Die HipHop-Szene
2.3.4 Die Indie-Szene
2.4 Die Beziehung zwischen Jugendlichen und Musik
3 Musik und Musikpädagogik in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen
3.1 Musikpädagogik
3.2 Musikpsychologische Grundlagen
3.3 Musiksoziologische Grundlagen
3.4 Musikalität
3.5 Sozialpädagogische Zielsetzungen
3.6 Jugendliche als Zielgruppe sozialer Arbeit mit Musik
3.7 Methoden der Musikverwendung
3.7.1 Stimme und Gesang
3.7.2 Perkussion
3.7.3 Musikhören
3.8 Anforderungen an Musik- und SozialpädagogInnen
3.9 „Rockmobile“ in Berlin
3.10 Das HipHop-Mobil in Berlin
3.11 Soziale Arbeit mit Musik und Jugendlichen
4 Missbrauch von Musik
4.1 Rechtsrock, Skinheads und Neonazis
4.2 Musik als Rekrutierungsstrategie
4.3 Liedtexte und Analyse
4.4 Rechte Musik in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen
4.5 Die Macht der Musik
5 Schluss
Die Diplomarbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen Jugendlichen und Musik. Das primäre Ziel ist es, das Verständnis für die Rolle von Musik als Medium der Identitätsbildung und sozialen Integration bei Jugendlichen zu schärfen und Möglichkeiten sowie Risiken ihrer pädagogischen Nutzung in der sozialen Arbeit aufzuzeigen.
2.3.1 Der Begriff ‚Szene‘
„‚Sinn‘ – und zwar im Überfluss – finden Jugendliche heutzutage in ‚ihren‘, gegenüber anderen Lebensbereichen relativ autonomen freizeitlichen Sozialräumen. Und sie finden ihn hier – sozusagen jederzeit ‚frisch verpackt‘ – in der ästhetischen Gewandung der je (warum auch immer) ‚angesagten‘, posttraditionalen Gemeinschaft.“ (Hitzler/Niederbacher 2010: S.15; Hervorhebungen im Original)
Eine Szene bezeichnet eine soziale Gemeinschaft, die aus einer unbestimmten Anzahl von Einzelpersonen oder Personengruppen besteht.
Szenen sind im Unterschied zu ‚peer-groups‘ nicht lokal begrenzt und meist kennen sich auch nicht alle Mitglieder einer Szene persönlich. Eine Szene kann einen bestimmten Rahmen bieten, in dem man sich bewegt, weil man bspw. die Musik hört, die in dieser Szene verbreitet ist, oder weil man sich so anzieht und stylt, wie es für diese Szene typisch ist, aber man ist dennoch ein autonomes Individuum. Man kann die Szene ebenso leicht verlassen wie man ihr beigetreten ist, weil es kein enger Freundeskreis ist, der sie bildet, sondern es können Menschen auf der ganzen Welt sein, die sich größtenteils nicht kennen. Es sind nicht die Freundschaften, die eine Szene am Leben erhalten, sondern ihr „issue“ bzw. ihr „Thema“ (ebd. S.16). „Dieses ‚issue‘ kann z.B. ein bestimmter Musikstil sein, eine Sportart, eine politische Idee, eine bestimmte Weltanschauung, spezielle Konsumgegenstände (Autos, Filme etc.) oder auch ein Konsum-Stil-Paket (die ‚angesagten‘ Dinge).“ (ebd. S.16f.; Hervorhebungen im Original)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Musik als einflussreiches Medium im Leben von Jugendlichen und skizziert das Erkenntnisinteresse der Arbeit hinsichtlich des pädagogischen Einsatzes von Musik.
2 Jugend(kulturen) und Musik: Dieses Kapitel erörtert die Rolle von Musik für Jugendliche, insbesondere im Kontext von Identitätsbildung und der Zugehörigkeit zu verschiedenen, informell organisierten Jugendszenen.
3 Musik und Musikpädagogik in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen: Hier werden theoretische Grundlagen und praktische Methoden der Musikverwendung in der sozialen Arbeit sowie spezifische Musikprojekte vorgestellt.
4 Missbrauch von Musik: Dieser Abschnitt thematisiert kritisch die Instrumentalisierung von Musik durch rechtsextreme Gruppierungen sowie Strategien der pädagogischen Gegenwehr.
5 Schluss: Das Fazit fasst die Relevanz der Musik als elementaren Bestandteil der Lebenswelt von Jugendlichen und als wichtiges Instrument für die soziale Arbeit zusammen.
Musik, Jugendliche, Jugendkulturen, Soziale Arbeit, Identitätsbildung, Musikpädagogik, Stimmungsregulation, Jugendszenen, Rechtsrock, Musiksoziologie, Musikpsychologie, Perkussion, Prävention, Partizipation, Sozialkompetenz
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung von Musik für Jugendliche und deren Einsatzmöglichkeiten als pädagogisches Instrument innerhalb der sozialen Arbeit.
Die Arbeit behandelt die Funktionen von Musik für Jugendliche, die Bedeutung von Jugendszenen, praktische Methoden der Musikpädagogik sowie den Missbrauch von Musik durch rechtsextreme Szenen.
Ziel ist es, die populäre Bedeutung von Musik als pädagogisches Instrument in der sozialen Arbeit zu steigern und aufzuzeigen, wie Jugendliche damit in ihrer Entwicklung unterstützt werden können.
Die Arbeit basiert auf der Analyse aktueller Fachliteratur und der Auswertung von Studien, um einen theoretischen Rahmen für die soziale Arbeit mit Musik zu schaffen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse verschiedener Jugendszenen, die Vorstellung konkreter Musikprojekte und die Auseinandersetzung mit rechter Musik.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Musikpädagogik, Jugendkulturen, soziale Arbeit, Identitätsbildung und der kritische Umgang mit Rechtsrock.
Szenen werden als wichtige Sozialräume für Jugendliche identifiziert, die Orientierung, Identitätsangebote und Gemeinschaft bieten.
Der Missbrauch von Musik, insbesondere durch Rechtsrock, ist ein notwendiges Gegenbeispiel, um die enorme Macht von Musik auf Jugendliche und die Notwendigkeit präventiver pädagogischer Arbeit zu verdeutlichen.
In der sozialen Arbeit steht nicht die leistungsorientierte Musikerziehung oder das musikalische Endprodukt im Fokus, sondern der kreative Prozess und die Stärkung sozialer Kompetenzen.
Das „Wir-Gefühl“ wirkt als wichtiger Schutzfaktor gegen Isolation und verleiht Jugendlichen Sicherheit und Stabilität innerhalb ihrer Lebenswelt.
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