Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Eheschließung und Eheform
2. 1 Eheschließung im frühen Mittelalter
2. 1. 1 Muntehe
2. 1. 2 Friedelehe
2. 1. 3 Kebsehe
2. 1. 4 Raub- oder Entführungsehe
2. 1. 5 Ehehindernisse
2. 2 Eheschließung unter dem Einfluss der Kirche im Hoch- und Spätmittelalter
2. 2. 1 Konsens
2. 2. 2 Die „rechte Ehe“
2. 2. 3 Eheschließung der „rechten Ehe“
2. 2. 4 Ehehindernisse
3. Eheleben
3. 1 Stellung von Mann und Frau
3. 1. 1 Munt des Mannes
3. 1. 2 Unterordnung der Frau
3. 2 Sexualität
3. 2. 1 Eheliche Sexualität
3. 2. 1. 1 Fortpflanzung
3. 2. 1. 2 Vermeidung der Unzucht
3. 2. 2 Außereheliche Sexualität
3. 2. 2. 1 Voreheliche Sexualität
3. 2. 2. 2 Prostitution und Konkubinat
3. 3 Ehebruch
3. 3. 1 „Nur die Frau begeht Ehebruch…“
3. 3. 2 Schutz der Institution Ehe
3. 4 Scheidung
3. 4. 1 „Eine Möglichkeit des Mannes?!“
3. 4. 2 Unauflöslichkeit der Ehe
4. Die Kirche und die Ehe
4. 1 Ehe aus der Sicht der Kirche
4. 2 Auswirkungen des kirchlichen Einflusses
5. Liebe und Ehe
5. 1 Partnerwahl
5. 2 Beziehung von Mann und Frau
5. 2. 1 Annäherung an den Begriff Liebe
5. 2. 2 „Entdeckung der Liebe“
5. 2. 3 Liebe zwischen den Ehegatten
6. Schluss
Diese Arbeit untersucht die Institution der Ehe im Mittelalter, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, welche Rolle die Liebe bei der Partnerwahl und innerhalb der ehelichen Beziehung spielte, und wie sich gesellschaftliche sowie kirchliche Einflüsse auf die Ehepraxis auswirkten.
2. 1. 1 Muntehe
Die Muntehe bildete im Frühmittelalter die regelmäßige und am häufigsten anzutreffende Form der Ehe, bei der die Eheschließung durch einen Vertrag zwischen den beiden Sippen der zukünftigen Eheleute zustande kam, wobei dem Bräutigam aber schon früh die führende Rolle bei dem Vertragsschluss zugefallen sein muss. Die Rolle seiner Verwandten bestand dann in der Zustimmung und Unterstützung seiner Werbung. Auf die Zustimmung der Braut, die bloßes Objekt es Vertrages blieb, kam es rechtlich aufgrund der bestehenden Vormundschaft über sie nicht an. Die vorherrschende Auffassung, dass die Braut lediglich verheiratet wurde ohne ihren Willen zu berücksichtigen, lässt sich jedoch quellenmäßig nicht sicher belegen. Eine Reihe von Rechten lassen zwar dem Verlober die eigentliche Parteistellung bei dem Abschluss des für die Ehe maßgeblichen Vertrages, doch sie erkennen daneben an, dass die Zustimmung der Braut zu ihrer Verheiratung erforderlich ist. Der Wille der zukünftigen Ehefrau gewinnt besonders seit dem 7. Jahrhundert an Bedeutung für die Eheschließung.
Fest steht, dass sich die Parteien des Vertrages wandelten. Zuerst wurde der Vertrag zwischen den beiden Sippen geschlossen, später lag der Vertragsschluss in der Hand des Bräutigams selbst.
Für den zu schließenden Vertrag setzte sich die Bezeichnung Verlobung (desponsatio) durch. Die Sippe der Braut verpflichtete sich mit diesem Vertragsschluss dem Bräutigam beziehungsweise seiner Sippe gegenüber dazu, ihm die Frau zu übergeben und die eheherrliche Gewalt (Munt) über diese zu verschaffen.
Das Verlöbnis war an bestimmte Rechtssymbole und Rituale gebunden. Bei einer Reihe von Stämmen wurden bestimmte Gegenstände, wie z.B. ein Handschuh, ein Schwert oder ein Mantel überreicht als Sinnbild des bevorstehenden Überganges der Gewalt über die Frau.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Ehe und Liebe im Mittelalter miteinander verknüpft waren und wie die Ehe als gesellschaftliche Institution im Wandel der Zeit betrachtet werden kann.
2. Eheschließung und Eheform: Das Kapitel analysiert die verschiedenen rechtlichen Formen der Eheschließung, angefangen bei den germanischen Traditionen der Muntehe und Friedelehe bis hin zum wachsenden Einfluss der Kirche und des kanonischen Rechts.
3. Eheleben: Hier werden die Rollenverteilung zwischen den Ehepartnern, die moralische Bewertung von Sexualität, das Phänomen des Ehebruchs sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Scheidung innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft untersucht.
4. Die Kirche und die Ehe: Dieses Kapitel erläutert, wie die Kirche das Eheverständnis durch die Einsetzung als Sakrament und die Etablierung eigener Ehehindernisse prägte und zur Durchsetzung des Konsensgedankens beitrug.
5. Liebe und Ehe: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage nach der Liebe bei der Partnerwahl und der sogenannten "Entdeckung der Liebe" im Hochmittelalter sowie der emotionalen Realität in mittelalterlichen Ehen.
6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die mittelalterliche Ehe trotz ihrer oft zweckgebundenen Natur bereits moderne Ansätze von partnerschaftlichem Miteinander und emotionaler Bindung aufwies.
Ehe, Mittelalter, Muntehe, Eheschließung, Kirche, Liebe, Partnerwahl, Sexualität, Ehebruch, Konsens, Eheleben, Feudalgesellschaft, Frauenrolle, Kanonisches Recht, Historische Mentalitätsforschung
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen, sozialen und emotionalen Bedingungen der Ehe im Mittelalter und untersucht deren Entwicklung und Wandel.
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Eheschließungsformen, der Einfluss der Kirche, die Stellung der Frau, die Wahrnehmung von Sexualität sowie die Frage nach der Bedeutung von Liebe innerhalb der Ehe.
Das Ziel ist es, das mittelalterliche Eheverständnis zu analysieren und zu klären, ob Liebe eine Rolle bei der Partnerwahl und im Ehealltag spielte.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um das Ehe- und Familienrecht sowie die Mentalitätsgeschichte des Mittelalters anhand zeitgenössischer Quellen zu untersuchen.
Im Hauptteil werden die Eheschließungsformen, die Dynamik zwischen Ehepartnern, die moralischen Vorstellungen zur Sexualität und zum Ehebruch sowie die historische Einordnung der "Liebe" beleuchtet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Muntehe, Konsens, kanonisches Recht, Ehebruch, Partnerwahl und Mentalitätswandel charakterisiert.
In der Muntehe stand die Frau unter der rechtlichen Vormundschaft (Munt) des Mannes, welcher die Hausgewalt innehatte, während der Frau eine untergeordnete, rechtlich eingeschränkte Stellung zukam.
Damit wird der ab dem Hochmittelalter festzustellende Mentalitätswandel beschrieben, bei dem die Liebe zwischen den Geschlechtern als zentrales Lebenselement und Ideal an Bedeutung gewann.
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