Bachelorarbeit, 2012
33 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Frühe chinesische Afrikapolitik
3. Chinas Afrikapolitik seit 1970
3.1 Forum on China-Africa Cooperation (FOCAC)
3.2 China’s Africa Policy
4. Zwischenfazit
5. Aspekte chinesischer Außenpolitik
5.1 Rohstoffpolitische Dimension
5.1.1 Öl
5.1.2 Weitere Ressourcen
5.2 Sicherheitspolitische Dimension
5.2.1 Waffenhandel
5.2.2 Peacekeeping
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das chinesische Engagement in Afrika von der Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949 bis zur Gegenwart. Ziel ist es, die Entwicklung der sino-afrikanischen Beziehungen kritisch zu hinterfragen und zu klären, ob diese primär wirtschaftlichen Interessen, entwicklungspolitischen Zielen oder geopolitischen Strategien folgen.
5.1 Rohstoffpolitische Dimension
Die aktuelle chinesische Entwicklungspolitik in Afrika wird charakterisiert durch die enge Verzahnung von handels- und rohstoffpolitischen Aspekten. Die „Export-Import Bank of China“ (EXIM) ist eine chinesische Staatsbank, die Kredite mit vergünstigten Zinssätzen an afrikanische Länder vergibt (vgl. Gieg 2010: 71). Die chinesischen Kredite, hauptsächlich zur Finanzierung von Projekten zur Stärkung der Infrastruktur in afrikanischen Ländern, werden von den Nehmerländern in immer größerem Maße durch natürliche Ressourcen gesichert. Das bedeutet, dass ein Entwicklungsland, welches nicht genügend finanzielle Sicherheiten für den Kredit stellen kann, seine natürlichen Ressourcen als Absicherung einsetzen kann. Diese Art der Absicherung wird „Angola Mode“ genannt, da sie in Angola nach dem Bürgerkrieg umfassend eingesetzt wurde, und stellt vereinfacht einen „Tausch von Infrastruktur gegen natürliche Ressourcen“ (Asche; Schüller 2008: 36) dar.
Der „Angola Mode“ ist eine Verbindung von Handels- und Entwicklungshilfepolitik und bedarf einer engen Abstimmung zwischen den Staaten. Die chinesische Regierung schließt mit afrikanischen Staaten „Package Deals“ ab, ein Gesamtpaket, das beinhaltet, welche Menge an Rohstoffen von chinesischen Firmen gefördert werden dürfen. Dazu gehören die Kreditkonditionen der EXIM für das jeweilige Land, welches Infrastrukturprojekt durch den Kredit finanziert wird und welches chinesische Unternehmen das Projekt umsetzt (vgl. Gieg 2010: 71f). Das chinesische Unternehmen, dem die Förderung in einem afrikanischen Land gewährt wurde, zahlt mithilfe der Erlöse des Verkaufs der geförderten Produkte den Kredit an die EXIM zurück. Der „Angola Mode“ ermöglicht es vor allem finanzarmen Entwicklungsländern in dringend erforderliche Infrastrukturmaßnahmen zu investieren. Ob diese Art von Handel zwischen China und Afrika von Vorteil für afrikanische Länder ist, hängt stark von den Vertragsmodalitäten ab, die sich von Land zu Land unterscheiden und meist unbekannt sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des chinesischen Engagements in Afrika ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den primären Motiven – wirtschaftlich oder entwicklungspolitisch – der sino-afrikanischen Beziehungen.
2. Frühe chinesische Afrikapolitik: Dieses Kapitel betrachtet die Anfänge der chinesischen Außenpolitik gegenüber Afrika seit 1949, geprägt durch die Unterstützung der Sowjetunion und die Prinzipien der friedlichen Koexistenz.
3. Chinas Afrikapolitik seit 1970: Das Kapitel analysiert den Übergang zu einem intensivierten, pragmatischen Engagement, das maßgeblich durch wirtschaftliche Reformen und Institutionen wie das FOCAC geprägt wurde.
4. Zwischenfazit: Es wird die Entwicklung der chinesischen Politik von „war and revolution“ hin zu „peace and development“ sowie der Einfluss des internen wirtschaftlichen Wandels zusammengefasst.
5. Aspekte chinesischer Außenpolitik: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert die beiden Säulen des Engagements: die Rohstoffpolitik (Öl/Mineralien) und die Sicherheitspolitik (Waffenhandel/Peacekeeping).
6. Fazit: Das Fazit bewertet das vielseitige, wirtschaftlich dominierte Engagement Chinas kritisch und hinterfragt das Potenzial zur Förderung von „Good Governance“.
China, Afrika, Außenpolitik, Entwicklungshilfe, Rohstoffpolitik, Ölförderung, FOCAC, Sicherheitspolitik, Waffenhandel, Peacekeeping, Angola Mode, Infrastruktur, Nichteinmischung, Geopolitik, Wirtschaftswachstum
Die Arbeit analysiert die sino-afrikanischen Beziehungen von 1949 bis zur Gegenwart und untersucht die Wandlung der chinesischen Außenpolitik in Afrika vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und strategischer Interessen.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Afrikapolitik Pekings, der Fokus auf Rohstoffsicherung, der Aufbau von Infrastruktur sowie sicherheitspolitische Aspekte wie Waffenexporte und die Beteiligung an UN-Friedensmissionen.
Es soll geklärt werden, ob das chinesische Engagement in Afrika primär ökonomischen Interessen folgt oder ob es als eigenständige Entwicklungs- oder Geopolitik zu bewerten ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse der chinesischen Afrikapolitik und wertet offizielle Regierungsdokumente, Weißbücher sowie wissenschaftliche Berichte und Daten aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die rohstoffpolitische Dimension, insbesondere die Ölabhängigkeit Chinas und den sogenannten „Angola Mode“, sowie die sicherheitspolitische Dimension, inklusive Waffenhandel und Peacekeeping-Missionen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem China, Afrika, Rohstoffpolitik, Außenpolitik, Infrastrukturausbau, FOCAC, Waffenhandel und Peacekeeping.
Der „Angola Mode“ beschreibt ein chinesisches Finanzierungsmodell, bei dem Kredite für afrikanische Infrastrukturprojekte durch Rohstofflieferungen (vor allem Öl) als Sicherheit abgesichert werden.
Während westliche Staaten oft politische Konditionen an ihre Hilfe knüpfen (z.B. Demokratisierung), verfolgt China primär wirtschaftliche Interessen und betont das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
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