Diplomarbeit, 1999
92 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
2 Einflußfaktoren der Preispolitik
2.1 Preispolitische Besonderheiten von Dienstleistungen
2.1.1 Sprachtelefonie als standardisierter, massenmarktfähiger Dienst
2.1.2 Intangibilität
2.1.3 Nichtlagerbarkeit
2.2 Das Wettbewerbsumfeld im Festnetzmarkt
2.2.1 Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen
2.2.2 Marktpositionen im Festnetz
2.2.3 Preispolitik und Marktstruktur
2.3 Preiseinflußgrößen und Prinzipien der Preisfestsetzung
2.3.1 Nachfrageorientierung
2.3.2 Konkurrenzorientierung
2.3.3 Kostenorientierung
3 Tarifstrukturen im Sprachtelefondienst
3.1 Kernleistungen und Nebenleistungen
3.2 Einmalig erhobene Preiselemente des Kernbereiches
3.3 Periodisch wiederkehrend erhobene Preiselemente des Kernbereiches
3.3.1 Nutzungsintensitätsunabhängige Komponenten
3.3.2 Nutzungsintensitätsabhängige Komponenten
3.4 Möglichkeiten der Tarifdifferenzierung
3.4.1 Mengenbezogene Tarifdifferenzierung
3.4.2 Zeitliche Tarifdifferenzierung
3.4.3 Räumliche Tarifdifferenzierung
3.4.4 Abnehmerorientierte Tarifdifferenzierung
3.4.5 Optionale Tarife
3.4.6 Preisbündelung
3.4.7 Gestaltung der Preispläne
3.5 Nutzen und Probleme der Tarifdifferenzierung
3.6 Wahl eines Tarifs aus Kundensicht
4 Wahrnehmung der Tarifstrukturen durch den Endverbraucher
4.1 Nutzerstrukturen im Privatkundenbereich des Festnetzes
4.2 Hintergründe des Nutzungs- und Wechselverhaltens
4.3 Informationsstand im Hinblick auf die Tarife und ihre Bestandteile
4.4 Beurteilung des zu betreibenden Informationsaufwandes und vorhandenes Informationsinteresse
4.5 Änderungswünsche der Kunden an die Tarifgestaltung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit analysiert die komplexen Tarifstrukturen von Festnetzanbietern im deutschen Privatkundenmarkt nach der Liberalisierung 1998, um zu verstehen, wie Preisstrategien gestaltet werden und wie der Endverbraucher diese Vielfalt in seiner Entscheidungsfindung wahrnimmt.
2.1.1 Sprachtelefonie als standardisierter, massenmarktfähiger Dienst
Eine mögliche Definition einer Dienstleistung liefert Kotler: Danach „ist eine Dienstleistung jede einem anderen angebotene Tätigkeit oder Leistung, die im wesentlichen immaterieller Natur ist und keine direkten Besitz- oder Eigentums-veränderungen mit sich bringt. Die Leistungserbringung kann - muß jedoch nicht - mit einem Sachgut verbunden sein.“4
Legt man diese Definition zugrunde, so kann man den Sprachtelefondienst im Privatkundenbereich als eine Dienstleistung charakterisieren. Dem Endverbraucher wird von den TK-Anbietern eine immaterielle Leistung angeboten, nämlich der Anschluß an ein TK-Netz und / oder (bei Anbietern, die noch keine Haushalte anschließen) Netzkapazität für den Aufbau, die Weiterleitung und Zuführung von Gesprächen. Die Nutzung dieser bereitgestellten Leistung eines Carriers bringt für den Kunden keine Eigentumsveränderung mit sich. Sie kann jedoch mit einem Sachgut verbunden sein, wenn dem Kunden ein Endgerät (z.B. Telefon oder Fax) zusätzlich zur Verfügung gestellt wird.
Nach Meffert / Bruhn kann man den Sprachtelefondienst als Dienstleistung mit einer mitgliedschaftsähnlichen Beziehung zwischen Dienstleister und Konsument mit kontinuierlicher Leistungserstellung bezeichnen.5 Der Kunde geht durch einen Vertragsabschluß mit einem Anbieter seiner Wahl eine formale Beziehung über einen bestimmten Zeitraum ein. Diese mitgliedschaftsähnliche Beziehung hat zum Vorteil, daß der Anbieter einen Überblick über das aktuelle Kundenkontingent hat und feststellen kann, in welcher Menge bzw. Intensität sein bereitgestellter Dienst genutzt wird. Im Hinblick auf die Preispolitik eines TK-Anbieters kann das vorteilhaft für eine Marktsegmentierung sein, um eventuelle Preisdifferenzierungen (z.B. Rabatte ab einer bestimmten Minutenzahl) gezielt einzusetzen. Diese mitgliedschaftsähnliche Beziehung zu einem Kunden haben jedoch nur Anbieter, die schon eine vertragliche Bindung zu einem Kunden hergestellt haben, sei es durch einen kompletten Anschluß oder die erfolgte Voreinstellung für Ferngespräche (Pre-selection-Verfahren). Wird eine Gesellschaft nur fallweise genutzt, so fehlt diese mitgliedschaftsähnliche Beziehung, da hier kein Vertrag über einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen wird. Die genannten Möglichkeiten stehen Call-by-Call-Anbietern somit nicht zur Verfügung.
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Liberalisierung des deutschen Telekommunikationsmarktes seit 1998 und leitet die Problemstellung sowie die Ziele der Untersuchung ab.
2 Einflußfaktoren der Preispolitik: Hier werden die theoretischen Determinanten der Preisbildung erläutert, insbesondere die Besonderheiten von Dienstleistungen, das Wettbewerbsumfeld und die Kostenstruktur.
3 Tarifstrukturen im Sprachtelefondienst: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Elemente von Telefontarifen, von einmaligen Anschlussgebühren bis hin zu verschiedenen Modellen der Tarifdifferenzierung wie Zeit- und Mengentarifen.
4 Wahrnehmung der Tarifstrukturen durch den Endverbraucher: Dieser Teil präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Umfrage unter 100 Personen hinsichtlich ihres Informationsstandes und ihrer Wahrnehmung der komplexen Tariflandschaft.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Wettbewerbs und der Tarifgestaltung im Festnetzbereich.
Festnetz, Liberalisierung, Preispolitik, Tarifstruktur, Sprachtelefonie, Preisdifferenzierung, Endverbraucher, Wettbewerb, Marktposition, Dienstleistungsmarketing, Preiselastizität, Peak-Load-Pricing, Tarifwahrnehmung, Preisgestaltung, Telefondienst.
Die Arbeit untersucht die Tarifpolitik von Anbietern für Festnetz-Sprachtelefonie nach der Marktliberalisierung in Deutschland und analysiert, wie diese Preisstrukturen durch die Endverbraucher wahrgenommen und in ihrer Wahlentscheidung bewertet werden.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Preisbildung bei Dienstleistungen, die regulatorischen Rahmenbedingungen des Festnetzmarktes, die vielfältigen Instrumente der Tarifdifferenzierung sowie das empirisch erhobene Informations- und Nutzerverhalten von Privatkunden.
Das Ziel ist es, die Tarifstrukturen unter Einbeziehung relevanter Einflussfaktoren zu analysieren, die Möglichkeiten der Preisdifferenzierung darzulegen und aufzuzeigen, wie diese Vielfalt von den Kunden wahrgenommen wird.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse des Preismanagements im Telekommunikationssektor sowie auf einer empirischen Untersuchung in Form einer standardisierten Befragung von 100 Personen mittels eines Fragebogens.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Betrachtung der Preisbildungsdeterminanten und eine umfassende Darstellung der verschiedenen Tarifelemente, ergänzt durch die Analyse der empirischen Daten zu Nutzerstrukturen und Entscheidungsverhalten.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Preispolitik, Tarifdifferenzierung, Festnetz, Liberalisierung, Dienstleistungsmarketing, Kundensegmentierung und wahrgenommene Tarifkomplexität.
Die Studie zeigt, dass der Preis ein entscheidendes Kriterium ist, jedoch die hohe Komplexität und Unübersichtlichkeit der Tarife bei vielen Kunden zu einer Überforderung führen und sie teilweise von einem Anbieterwechsel abhalten ("Tarifdschungel").
Die Kundenbindung ist ein wesentlicher Faktor für Anbieter, um sich vom Wettbewerb abzuheben, wobei sich zeigt, dass Pre-Selection-Kunden, die eine vertragliche Bindung eingegangen sind, deutlich besser über Tarifdetails informiert sind als Call-by-Call-Nutzer.
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