Bachelorarbeit, 2012
58 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 „One Million Voices Against FARC“ - Macht sozialer Netzwerke im Internet
3 Ziel der vorliegenden Arbeit
4 Netzwerke
4.1 Soziales Netzwerk
4.1.1 „Small World“-Phänomen
4.1.2 Stärke schwacher Bindungen
4.1.3 Sozialkapital und soziale Online-Netzwerke
4.2 Virtual Community
4.2.1 Merkmale virtueller Communities
4.2.2 Kritik an Virtual Communities
4.3 Social Network Sites (SNS)
4.3.1 Funktionsweise und Verbreitung von SNS
4.3.2 Nutzertypologien von SNS
5 Facebook – Daten und Fakten
5.1 Nutzerstruktur von Facebook
5.2 Funktionen von Facebook
5.3 Facebook und Macht
6 Macht
6.1 „Power to“ und „power over“
6.2 Empowerment
6.3 Anthropologische Grundlagen der Macht nach Popitz
6.4 Machtquelle Organisationsmacht
6.5 Machttheorie bei Hannah Arendt
6.5.1 Kritik an Arendts Abgrenzung von Macht und Gewalt
6.5.2 Hannah Arendts Begriff der Macht in Bezug auf Facebook
7 Fazit der bisherigen Theorien im Hinblick auf „One Million Voices Against FARC“
8 Erkenntnisse für die Soziale Arbeit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern Facebook als Medium der Ermächtigung dienen kann, indem sie den Fall der „One Million Voices Against FARC“-Bewegung analysiert und theoretisch auf Basis von Machtbegriffen (Arendt, Popitz) sowie dem Konzept des Empowerments reflektiert.
4.1.2 Stärke schwacher Bindungen
Die Beziehungen der einzelnen Menschen in einem Netzwerk können in Anlehnung an Granovetter (1973) in schwache und starke Beziehungen (strong ties und weak ties) aufgeteilt werden.
Kennzeichen starker Beziehungen (strong ties) sind häufige Kontaktaufnahme, Intimität, Stabilität und emotional intensive Verbindung (Döring, 2003, S. 407). Diese Personengruppe ist uns in der Regel ähnlich und kennt sich meist auch untereinander (Schilliger, 2010, S. 17). Schwache Beziehungen (weak ties) beschränken sich meist auf gemeinsame Interessen oder Aktivitäten und sind weniger emotional und intim (ebd.). Bei weak ties sollte das Prinzip des Gebens und Nehmens rasch ausgeglichen werden, „da ein Fortbestand der Beziehung unsicher ist (z.B. würde man guten Freunden eher größere Geldsummen leihen als Urlaubsbekanntschaften)“ (Döring, 2003, S. 407).
In Granovetters Studie (1973) zur Suche eines Arbeitsplatzes im System der Erwerbstätigkeit, wurden diejenigen befragt, die über informelle Kontakte zu ihrem neuen Job kamen (Bögenhold & Marschall, 2007, S. 18). Es stellte sich dabei heraus, dass der Kontakt zum neuen Arbeitgeber oft über Personen lief, „die nicht zum engeren Kreis des Befragten gehörten“ (ebd.). Granovetter erklärt dies folgendermaßen:
„Those to whom we are weakly tied are more likely to move in circles different from our own and will thus have access to information different from that which we receive“ (Granovetter, 1973, S. 1371).
Weak ties sind deswegen von großer Bedeutung, weil sie für den Einzelnen eine „Brückenfunktion“ übernehmen (Müller & Gronau, 2010, S. 5). Diese schwachen Bindungen können „Informationen und Ressourcen außerhalb des eigenen sozialen Kreises“ (ebd.) generieren und sind vor allem dann vorteilhaft, wenn dabei „besonders unterschiedliche soziale Bereiche verb[unden]“ (ebd.) werden.
1 Einleitung: Einführung in das Thema der sozialen Online-Netzwerke anhand aktueller Beispiele sowie Erläuterung der phänomenologischen Struktur der Arbeit.
2 „One Million Voices Against FARC“ - Macht sozialer Netzwerke im Internet: Darstellung der Anti-FARC-Protestbewegung als Fallbeispiel für die mobilisierende Kraft von Facebook.
3 Ziel der vorliegenden Arbeit: Definition der Forschungsfrage, ob Facebook als öffentlicher Raum fungieren kann, in dem Politik stattfindet.
4 Netzwerke: Theoretische Grundlagen sozialer Netzwerke, inklusive Virtual Communities und Social Network Sites, unter Berücksichtigung von Sozialkapital und Bindungsstärken.
5 Facebook – Daten und Fakten: Übersicht über die Entstehung, Verbreitung, Nutzerstruktur und Funktionen des Netzwerks sowie erste Einblicke in seine Machtaspekte.
6 Macht: Umfassende theoretische Auseinandersetzung mit Machtbegriffen, Empowerment sowie den Theorien von Popitz und Arendt.
7 Fazit der bisherigen Theorien im Hinblick auf „One Million Voices Against FARC“: Zusammenführende Analyse des Fallbeispiels unter Einbezug der erörterten Machttheorien.
8 Erkenntnisse für die Soziale Arbeit und Ausblick: Diskussion der Implikationen für die Soziale Arbeit und Bewertung des Potenzials von Facebook als politisches Ermächtigungsinstrument.
Facebook, Macht, soziale Netzwerke, Empowerment, Soziale Arbeit, Internet, politische Partizipation, Sozialkapital, Virtual Community, FARC, digitale Bewegung, Vernetzung, öffentliche Kommunikation, Handlungsfähigkeit, zivilgesellschaftliche Mobilisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle sozialer Online-Netzwerke, insbesondere Facebook, als Medium zur politischen Ermächtigung von Menschen und der Bildung sozialer Bewegungen.
Die zentralen Felder sind die soziologische Netzwerktheorie, die Konzepte von Macht und Empowerment sowie deren Anwendung auf digitale Kommunikationsplattformen und politisches Engagement.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob und inwieweit Facebook einen öffentlichen Raum darstellt, der es Nutzern ermöglicht, sich für gemeinsame politische Interessen zu organisieren und Macht auszuüben.
Die Arbeit ist phänomenologisch aufgebaut und stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie eine Fallstudie zu einer spezifischen Protestbewegung.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Blöcke: Die theoretische Fundierung von Netzwerken, eine detaillierte Analyse von Facebook als Plattform sowie eine theoretische Einordnung von Macht (nach Arendt und Popitz) und Empowerment.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Facebook, Macht, soziale Netzwerke, Empowerment und Soziale Arbeit.
Empowerment beschreibt Prozesse der Selbstbemächtigung, bei denen Menschen durch die Entdeckung ihrer Stärken und die kollektive Vernetzung in die Lage versetzt werden, ihre Lebensbedingungen aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.
Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel, um die Theorie der mobilisierenden Macht von sozialen Netzwerken zu belegen und zu zeigen, wie eine rein virtuelle Gruppe zur realen Protestbewegung werden kann.
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