Bachelorarbeit, 2012
83 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1. Allgemeine Problemstellungen
1.2. Fehler beim Pricing in der Praxis
1.3. Vorgehensweise und Ziel der Arbeit
2. Einordnung des Pricing in den Marketing- und Unternehmenskontext
2.1. Marketing und Marketing-Mix
2.2. Bedeutung des Preises
2.3. Preispolitik und Preismanagement
2.4. Besonderheiten beim Preismanagement im Industriegüterbereich
2.5. Pricingprozess
2.6. Traditionelle Ansätze der Preispolitik
3. Theoretische Beleuchtung des Value Pricing
3.1. Grundüberlegungen der wertorientierten Preisbildung
3.2. Betrachtungsrichtungen und Entstehungsformen von Wert
3.3. Konkurrierende Ansätze zur Nutzung von Wert zur Festlegung der Preisstrategie
3.3.1. Customer Value Mapping und der Nutzwert
3.3.2. Economic Value Modeling
3.3.2.1. Wirtschaftlicher Wert bzw. Tauschwert
3.3.2.2. Wahrgenommener Wert bzw. Marktwert
3.3.2.3. Tatsächliche Zahlungsbereitschaft
3.4. Mögliche wertorientierte und individualisierende Pricingansätze
3.4.1. Target Costing und Target Pricing
3.4.2. Preisdifferenzierung
3.4.2.1. Nichtlineare Preispolitik
3.4.2.2. Performance Pricing
3.4.2.3. Preisbündelung
3.5. Konkurrierende Strategien im Value Pricing
3.5.1. Good-Value Pricing
3.5.2. Value-Added Pricing
3.6. Schwierigkeiten beim Value Pricing und sich ergebende Anforderungen an die Anbieter
3.7. Lösungsansätze
3.7.1. Marktsegmentierung
3.7.2. Conjoint-Analyse bzw. Conjoint Measurement
3.8. Bedeutung der Kommunikation im Rahmen der Umsetzung der gewählten Pricingstrategie
3.9. Bewertung des Value Pricing
3.9.1. Grenzen
3.9.2. Vorteile und Nutzen
4. Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept des Value Pricing als methodischen Ansatz zur Verbesserung der Preisgestaltung im Industriegüterbereich zu evaluieren und aufzuzeigen, wie Unternehmen ihren Geschäftserfolg durch eine wertorientierte Preisstrategie steigern können.
3.1. Grundüberlegungen der wertorientierten Preisbildung
Das Value Pricing stellt ein wesentliches Instrument im Value Marketing dar und führt das moderne Verständnis von Marketing fort. Es beruht auf der kundennutzenorientierten Preisgestaltung, geht jedoch weiter. Überlegungen hinsichtlich wertgeleiteter Geschäftspraktiken sind keine Neuheit. Bereits 1947 entwickelte der damalige Einkaufsleiter von General Electric, Lawrence D. Miles, eine sog. Wertanalyse. Diese Technik zielte darauf ab, unnötige Kosten zu identifizieren und zu beseitigen, aber gleichzeitig noch die vom Kunden benötigten und gewünschten Funktionen zu erfüllen. Schon Miles war der Auffassung, Kundenorientierung solle integraler Bestandteil der Produktentwicklung sein.
Daneben vertrat der Pricingforscher Jules Backman 1953 die Ansicht, dass sich die Wirtschaft unter ihren Möglichkeiten befinde, da zahlreiche Unternehmen ihre Produkte ausschließlich auf Basis ihrer Kosten verpreisten. Shapiro und Jackson proklamierten 1978 eine kundenorientierte Preisgestaltung in vier Schritten. Demzufolge sollte ein Anbieter die Wertekette seiner Kunden mit berücksichtigen, den Nutzen seiner Leistung monetär bewerten sowie alle mit dem Kaufgegenstand verbundenen Kostenfaktoren auf der Kundenseite mit Ausnahme des Preises abschätzen. Die sich ergebende Nutzen- / Kostendifferenz entspricht wiederum der erwarteten maximalen Zahlungsbereitschaft.
Dieser Ansatz konnte, wie unter 1. erwähnt, vielerorts etwa wegen der schwierigen Quantifizierbarkeit des Nutzens die traditionellen Pricingstrategien nicht verdrängen. Dennoch haben sich solche Vorgehensweisen zu einem Kernziel erfolgreicher Unternehmen entwickelt. Die Basisüberlegungen jener Unternehmen sehen dergestalt aus, dass spezielle Marktsegmente gewählt werden, denen ein neues Produkt angeboten werden könnte, Nutzenanforderungen potenzieller Kunden abgeschätzt sowie Preise implementiert werden, zu deren Bezahlung sich die Kunden überzeugen lassen.
1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der Preisgestaltung im Industriegütersektor und analysiert, warum traditionelle, kostenorientierte Ansätze oft zu suboptimalen Ergebnissen führen.
2. Einordnung des Pricing in den Marketing- und Unternehmenskontext: Bettet das Preismanagement in den Marketing-Mix ein und erörtert die spezifischen Herausforderungen im B2B-Umfeld, wie derivative Nachfrage und komplexe Kaufentscheidungsprozesse.
3. Theoretische Beleuchtung des Value Pricing: Erläutert die Grundlagen der wertbasierten Preisbildung, vergleicht Kundenwertmodelle und analysiert wertorientierte Pricing-Ansätze wie Target Costing und Preisdifferenzierung.
4. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer werteorientierten Unternehmenskultur für eine nachhaltige Profitabilitätssteigerung.
Value Pricing, Industriegütermarketing, Preisgestaltung, Kundennutzen, Preismanagement, Customer Value Mapping, Economic Value Modeling, Target Costing, Preisdifferenzierung, Conjoint-Analyse, Zahlungsbereitschaft, Werttreiber, Profitabilität, Wettbewerbsvorteile, Marketing-Mix
Die Arbeit analysiert das Konzept des Value Pricing als eine strategische Alternative zur traditionellen, kosten- oder wettbewerbsorientierten Preisgestaltung im Industriegütersektor.
Zentrale Themen sind die Einordnung des Preismanagements in den Marketingkontext, die Modellierung von Kundenwerten, die Analyse von Zahlungsbereitschaften sowie die praktische Anwendung wertorientierter Methoden zur Preisoptimierung.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine konsequente Ausrichtung der Preisgestaltung am Kundennutzen ihren Geschäftserfolg und ihre Profitabilität nachhaltig verbessern können.
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung theoretischer Konzepte sowie der Darstellung von Praxisbeispielen zur wertorientierten Preisbildung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Value Pricing, die Erläuterung von Kundenwertmodellen wie CVM und EVM, die Darstellung individualisierender Preisansätze und die Diskussion von Implementierungshürden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Value-based Pricing", "Kundenwertmanagement", "Conjoint-Analyse", "Preisdifferenzierung" und "Industriegütersektor".
Die Schwierigkeiten liegen meist in internen Informationsasymmetrien, der Herausforderung, den subjektiven Kundennutzen quantifizierbar zu machen, und dem Fokus auf kurzfristige Absatzmengen statt langfristiger Profitabilität.
Die Kommunikation ist erfolgskritisch, da der Anbieter den Kunden vom Mehrwert seiner Leistung überzeugen muss, um Preiswiderstände abzubauen und den Fokus weg vom reinen Preisvergleich hin zum Nutzenvergleich zu lenken.
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