Diplomarbeit, 2003
104 Seiten, Note: 2,0
1. Fragestellungen der Arbeit
1.1 Disziplinstörungen in der Schule
1.2 Inhalt und Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen der systemischen Familientherapie
2.1 Systemtheoretische Aspekte der Familientherapie
2.1.1 Was ist ein System?
2.1.2 Die Entwicklung der Systemtheorie
2.1.3 Systemtheoretische Begriffe
2.1.4 Das systemische- konstruktivistische Denken und Sehen
2.2 Basiskonzepte der Familientherapie
2.2.1 Das psychoanalytische Konzept
2.2.2 Das interaktionelle Konzept
2.2.3 Das strukturelle Konzept
2.3 Das system-phänomenologische Familienkonzept
3. Systembeschreibung und Systemanalyse
3.1 Die Familie als soziales System
3.2 Soziale Systeme und ihre Umwelt
3.3 Beziehungen im sozialen System
3.3.1 Interaktion
3.3.2 Kommunikation
3.3.3 Strukturen
3.4 Systemische Handlungsrichtlinien
3.4.1 Hypothesenbildung
3.4.2 Zirkularität
3.4.3 Ressourcen- und Lösungsorientierung
4. Systemtherapeutische Praxis
4.1 Das Problemverhalten vor dem familiären Hintergrund
4.2 Informationen und Hypothesen
4.2.1 Telefonerstgespräch, Anmeldebögen und Akten
4.2.2 Genogramme
4.2.3 Systemzeichnungen
4.2.4 Zuweisungskontext
4.3 Systemische Fragen
4.3.1 Zirkuläres Fragen
4.3.2 Anfangs- und Abschlussfragen
4.4 Metaphorische Techniken
4.4.1 Familienskulptur
4.4.2 Das Familienbrett
4.4.3 Familienstellen
4.5 Interventionen und Kommentare
4.5.1 Positive Konnotation
4.5.2 Umdeutung – Refraiming
4.5.3 Splitting Methode und Reflektierendes Team
4.5.4 Schlussintervention
4.6 Behandlungstechniken für Kinder
5. Möglichkeiten des systemischen Arbeitens in der Schule
5.1. Unterstützung der Schule im familiären Therapieprozess
5.1.1. Kontaktaufnahme des Therapeuten mit dem System Schule
5.1.2 Diagnostik und Unterrichtsbeobachtung
5.2 Systemische Supervision für Lehrer
5.3 Klassische Familientherapie in der Schulklasse
5.4 Das Landshuter Schulentwicklungsprojekt
5.4.1 Intension und Ziele
5.4.2 Struktur des Projekts
5.4.3 Hintergründe: Schule und das Thema „Gewalt“
5.4.4 Methoden
5.4.5 Evaluation und Ausblick
5.4.6 Das Projekt als Beitrag zur Schulentwicklung
6. Grenzen der Familientherapie in schulischen Konflikten
6.1 Familie entzieht sich dem Therapieprozess
6.2 Stationäre systemische Familientherapie
6.3 Schulische Überforderung
6.4 Defizit im Lern- und Arbeitsverhalten
6.5 Pädagogisches Ungeschick des Lehrers
7. Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Die Diplomarbeit untersucht Schulprobleme von Kindern unter systemischer Perspektive, wobei die wechselseitige Beeinflussung von Familien- und Schulsystem im Zentrum steht. Ziel ist es, systemische Sichtweisen und Interventionsmöglichkeiten für Lehrkräfte und Therapeuten aufzuzeigen, um Konflikte im Klassenzimmer konstruktiv zu bewältigen.
Die Familie als soziales System
Die Familie ist ein soziales System, in dem die Mehrheit aller Menschen aufwächst. Da der Mensch nicht von Geburt an in der Lage ist sein Leben zu sichern, ist er auf jemanden angewiesen, der sich seiner annimmt bis er selbst sein Leben mehr oder weniger bestreiten kann. Dazu ist mindestens ein Elternteil oder eine andere Person nötig, die diese Rolle übernimmt. Insofern ist das Aufwachsen in einer Familie ein wesentlicher Aspekt des Menschseins und prägt somit das Denken, Handeln und Fühlen des Heranwachsenden.
Die Familienformen, in denen heute Kinder heranwachsen, sind vielfältig. Neben der traditionellen Kernfamilie, gibt es auch viele nicht-traditionelle Familienstrukturen. Dazu gehören z.B. alleinerziehende Elternteile, unverheiratete Paare oder auch gleichgeschlechtliche Familienformen. Unabhängig davon, in welcher Form eine Familie existiert, ist sie als ein besonderes soziales System zu sehen. Ihre Besonderheit liegt darin, dass die Beziehungen zueinander eine unfreiwillige, unlösbare Komponente besitzen. Die Eltern haben zwar die Möglichkeit ihre Partner frei zu wählen, aber das Kind wird in diese Partnerschaft hineingeboren und wird somit ungefragt ein Teil der Familie. Ebenso besitzen beide Elternteile eine Herkunftsfamilie, mit der sie durch die Blutsverwandtschaft verbunden sind.
Hinzu kommt ein gewisser Zusammenhang zwischen bestimmten äußeren und inneren Merkmalen des Familiensystems sowie der Entwicklungsphase, in der sich die Familie befindet, mit ganz bestimmten Themen und Problemstellungen. So besteht z.B. in einer zweiköpfigen Restfamilie eine ganz andere Dynamik als in einer zehnköpfigen Großfamilie.
1. Fragestellungen der Arbeit: Einführung in die Problematik verhaltensauffälliger Schüler und die Notwendigkeit systemischer Betrachtungsweisen zur Konfliktlösung.
2. Grundlagen der systemischen Familientherapie: Darstellung theoretischer Konzepte und kybernetischer Prinzipien, die das Verständnis für familiäre Zusammenhänge bilden.
3. Systembeschreibung und Systemanalyse: Analyse der Familie als soziales System und Einführung in Struktur- und Kommunikationsmerkmale.
4. Systemtherapeutische Praxis: Praktische Anwendung systemischer Methoden wie Hypothesenbildung, Genogramme und metaphorische Techniken in der Arbeit mit Kindern.
5. Möglichkeiten des systemischen Arbeitens in der Schule: Darstellung der Übertragung systemischer Denkweisen auf das System Schule und Vorstellung eines Schulentwicklungsprojekts.
6. Grenzen der Familientherapie in schulischen Konflikten: Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten bei fehlender Kooperationsbereitschaft oder schulbedingten Problemen.
7. Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Resümee über die Bedeutung systemischen Denkens und Handelns als universell anwendbarer Ansatz in Schule und Erziehung.
Systemische Familientherapie, Systemtheorie, Schulprobleme, Disziplinstörungen, Konfliktbewältigung, Soziale Systeme, Kommunikation, Genogramm, Familienskulptur, Systemische Fragen, Schulentwicklung, Gewaltprävention, Reflexion, Intervention, Selbstwert.
Die Arbeit thematisiert die systemische Herangehensweise bei Schulproblemen, indem sie den Problemschüler nicht isoliert betrachtet, sondern in seine sozialen Bezugssysteme, insbesondere Familie und Schule, einbettet.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie, praktische systemische Interventionsmethoden sowie deren Übertragbarkeit auf schulische Kontexte und Schulentwicklungsprozesse.
Ziel ist es, systemische Sichtweisen und Methoden vorzustellen, die Lehrern und Beratern helfen, verhaltensauffällige Schüler besser zu verstehen und konstruktive Lösungen für Konflikte im Klassenzimmer zu entwickeln.
Die Arbeit nutzt den systemisch-konstruktivistischen Ansatz, wobei Literaturanalysen, die Vorstellung von Praxismodellen und die Darstellung von Fallbeispielen und eigenen Erhebungen (Lehrerbefragungen) kombiniert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Methoden zur systemischen Analyse und Interventionspraxis sowie die Anwendung systemischen Arbeitens im System Schule, illustriert durch ein Schulentwicklungsprojekt.
Zentrale Begriffe sind systemische Familientherapie, Soziale Systeme, Kommunikation, Konfliktbewältigung, Schulprobleme und Ressourcenorientierung.
Das Kind wird als Teil eines Beziehungsgeflechts verstanden, in dem familiäre Interaktionsmuster, Rollenzuweisungen und Loyalitätsverpflichtungen unbewusst das Verhalten des Kindes in der Schule mitprägen.
Die Supervision wird als entlastendes Instrument für Lehrkräfte hervorgehoben, um durch Reflexion der eigenen Interaktionsmuster und der Systemdynamik den Umgang mit schwierigen Schülern professioneller zu gestalten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

