Masterarbeit, 2010
135 Seiten, Note: 1,7
A. Theoretischer Teil
1. Einführung
1.1 Fragestellung der Arbeit
1.2 Statistische Angaben zu russischsprachigen Migranten
2. Gesundheitsförderung
2.1 Definitionen von Gesundheit
2.1.1 Prävention versus Gesundheitsförderung
2.1.2 Das Kohärenzgefühl
2.2 Gesundheitsförderung bei Migranten
2.2.1 Sprachbarrieren
2.2.2 Informationsdefizite
2.2.3 Kulturelle Faktoren der Krankheitskonzepte
2.2.4 Mangelnde interkulturelle Kompetenzen
2.2.5 Behördenimage und Angst vor rechtlichen Folgen
2.3 Maßnahmen der Gesundheitsförderung bei Migranten
2.3.1 Vier-Felder-Matrix-Modell
2.3.2 Die Bedeutung des salutogenetischen Modells für die Bewältigung von Migrationserfahrungen
3. Dimensionen der interkulturelle Kommunikation
3.1 Kulturelle Aspekte
3.2 Kulturdimensionen nach Hofstede
3.2.1 Machtdistanz
3.2.2 Individualismus versus Kollektivismus
3.2.3 Männlichkeit versus Weiblichkeit
3.2.4 Vermeidung von Ungewissheit
3.2.5 Langfristige versus kurzfristige Orientierung
3.3 Kulturelle Differenzen im Krankheitsverhalten
3.4 Kommunikation
3.5 Interkulturelle Kommunikation
3.5.1 Kulturelle Überschneidungssituationen und deren Hindernisse
3.5.2 Die drei Formen der interkulturellen Kommunikation nach Maletzke
3.5.3 Die fünf Axiome von Kommunikation nach Watzlawick
3.5.4 Spezifische Probleme der interkulturellen Kommunikation
3.5.5 Die fünf Arten von Problemen bei interkulturellen Kommunikation nach Erll
4. Gesundheitsförderung durch Gesundheitsberatung
4.1 Interkulturelle Beratung
4.2 Gesundheitliche Beratung
5. Kulturunterschiede zwischen Russland und Deutschland
5.1 Kulturstandards
5.2 Kulturdimensionen nach Hofstede im Vergleich von Russland und Deutschland
5.2.1 Machtdistanz
5.2.2 Individualismus versus Kollektivismus
5.2.3 Männlichkeit versus Weiblichkeit
5.2.4 Vermeidung von Ungewissheit
5.2.5 Langfristige versus kurzfristige Orientierung
5.3 Besonderheiten der Arzt-Patient-Beziehung bei russischsprachigen Migranten
5.3.1 Problemfelder der Behandlung von russischsprachigen Patienten
5.3.2 Verständigungsprobleme auf kommunikativer Ebene
B. Praktischer Teil
1. Methode und Instrument
1.1 Vorgehensweise
2. Durchführung und Auswertung
2.1 Bemerkungen zur Interviewmethode
2.2 Interviewleitfaden
2.3 Bemerkungen zum Interviewablauf
2.4 Materialaufbereitung durch Transkription
2.5 Auswertung
C. Fazit
1. Schlussfolgerungen aus Theorie und Praxis für die Ausführung von Gesundheitsförderung bei russischsprachigen Migranten
2. Kritische Würdigung
3. Ausblick
D. Anhang
Die vorliegende Masterthesis untersucht die Rolle und Bedeutung interkultureller Kommunikation im Kontext der Gesundheitsförderung von Migranten, mit einem spezifischen Fokus auf der Kommunikation zwischen russischsprachigen Patienten und deutschen medizinischen Fachkräften.
1.1 Fragestellung der Arbeit
Migration beeinflusst die Menschen, die unterwegs sind, jene die zurückbleiben und auch diejenigen, welche die Migranten aufnehmen. Den Implikationen für die Gesundheitssysteme der betroffenen Gesellschaften kommt dabei eine große Bedeutung zu. Diese betreffen politisch-rechtliche, ökonomische, ökologische, soziale und gesundheitliche Fragen sowie Aspekte der Information und der Kommunikation. Die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten an gesundheitlicher Versorgung sollte ein wichtiges Ziel integrationspolitischer Maßnahmen in Deutschland sein. In der Migration stehen ökonomische und ökologische Faktoren im Vordergrund, in den industrialisierten Ländern sind dies vor allem Fragen der Partizipation und Unterschiede in den Gesundheitssystemen. Dies gilt speziell für die Kommunikation, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung in hohem Masse beeinflusst.
In der Praxis stehen Migrantinnen und Migranten jedoch oftmals vor erheblichen Schwierigkeiten, wenn sie gesundheitliche Vorsorge, Beratung oder Behandlung in Anspruch nehmen wollen. Diese Hürden können rechtlicher oder sozialer Natur sein oder sich aus sprachlichen und kulturellen Kommunikationsbarrieren zwischen Arzt, Pfleger oder Therapeuten einerseits und Patienten andererseits ergeben.
Dabei sind Informationen über institutionelle Strukturen der Gesundheitssysteme sowohl für die Migranten als auch für ihre Betreuer wichtig. Qualitative Informationen zu Gesundheits- und Krankheitsvorstellungen der Migrantengruppen fördern das Verständnis und ermöglichen eine kompetente, beide Seiten befriedigende Lösung von Gesundheitsproblemen.
Die Kommunikation umfasst jedoch auch die vielfältigen Interaktionen zwischen Migranten und Gesundheitsanbietern. Wesentlich ist auch ein bewusster Umgang aller Beteiligten mit kultureller Differenz.
Die Fragestellung der Arbeit richtet sich auf die Rolle der Kommunikation bei der Gesundheitsförderung von Migranten. Es werden dabei auch Aspekte der Kultur wie nationale Stereotype und ihre Rolle bei der Konfrontation mit einer fremden Kultur, Kulturstandards sowie Verhaltensmuster beleuchtet.
1. Einführung: Definition des Forschungsrahmens, Fokussierung auf russischsprachige Migranten als Zielgruppe und Darlegung der Bedeutung interkultureller Kommunikation für die Gesundheitsberatung.
2. Gesundheitsförderung: Klärung zentraler Gesundheitsbegriffe und deren Bedeutung für die Versorgung von Migranten unter Berücksichtigung von Zugangsbarrieren wie Sprache und mangelnder interkultureller Kompetenz.
3. Dimensionen der interkulturelle Kommunikation: Theoretische Herleitung zentraler Konzepte zur Analyse von kulturellen Unterschieden, einschließlich der Kulturdimensionen nach Hofstede und Kommunikationsmodellen.
4. Gesundheitsförderung durch Gesundheitsberatung: Erläuterung der beratenden Tätigkeit als professionelles Mittel zur Gesundheitsförderung im interkulturellen Kontext.
5. Kulturunterschiede zwischen Russland und Deutschland: Direkter Vergleich beider Kulturen anhand wissenschaftlicher Kriterien und Analyse der Besonderheiten in der Arzt-Patient-Interaktion.
B. Praktischer Teil: Durchführung und Auswertung qualitativer Experteninterviews mit Ärzten zu ihren Erfahrungen in der Betreuung russischsprachiger Patienten.
C. Fazit: Zusammenführung von Theorie und Praxis mit Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Gesundheitsversorgung für Migranten.
D. Anhang: Auflistung der verwendeten Literatur, Interviewleitfaden und Transkripte der durchgeführten Interviews.
Gesundheitsförderung, Migranten, russischsprachige Patienten, interkulturelle Kommunikation, Salutogenese, Kulturdimensionen, Arzt-Patient-Beziehung, Kulturstandards, Gesundheitsberatung, Sprachbarrieren, Qualitatives Interview, Krankheitskonzepte, Integration, Patientenversorgung, Migration.
Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung einer gelungenen interkulturellen Kommunikation bei der gesundheitlichen Versorgung von Migranten am Beispiel von russischsprachigen Patienten in Deutschland.
Die zentralen Felder umfassen die Gesundheitsförderung, die theoretischen Dimensionen interkultureller Kommunikation sowie die praktischen Erfahrungen von Ärzten im Umgang mit russischsprachigen Klienten.
Ziel ist es, Barrieren in der Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten mit Migrationshintergrund zu verstehen, um Ansätze für eine kompetentere und befriedigendere gesundheitliche Versorgung zu entwickeln.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Studie, für die drei teilstrukturierte Interviews mit Ärzten geführt wurden.
Im Hauptteil werden Konzepte wie die Salutogenese und Hofstedes Kulturdimensionen detailliert analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der kulturellen Differenzen zwischen Russland und Deutschland und der praktischen Durchführung und Auswertung der Interviews.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, interkulturelle Kommunikation, Salutogenese, Migrationshintergrund und professionelle Beratungsansätze aus.
Die befragten Ärzte berichten teilweise von sehr ausgeprägten Erwartungshaltungen an sofortige Diagnosen sowie von einer Neigung der Patienten, bei geringfügigen Beschwerden bereits eine schwere Krankheit zu vermuten, was häufig auf eine Entwurzelung zurückgeführt wird.
Der Familienzusammenhalt wird als zentrale Ressource identifiziert; die Experten bestätigen, dass Patienten häufig in Begleitung ihrer Familien erscheinen, was sowohl eine Stütze sein kann, aber auch Herausforderungen an die Vertraulichkeit und den Kommunikationsfluss stellt.
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