Doktorarbeit / Dissertation, 1976
355 Seiten, Note: Gut
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
A Zur Aufgabenstellung
B Zur Quellensituation
I. Die Weimarer Koalition in Baden, ihre Grundlagen und ihre Probleme
1. Wahlergebnisse und Regierungsbildungen
2. Kulturpolitik als Thema der Koalitionspolitik
3. Koalition oder Opposition als Problem der SPD
II. Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden
1. Vorwort
2. Entstehung und Entwicklung der badischen SPD
3. Die kulturpolitischen Vorstellungen der badischen Sozialdemokraten
4. Die badische Zentrumspartei
III. Entstehung und Probleme der ersten beiden Koalitionsregierungen
1. Die Novemberrevolution und ihre Auswirkungen auf Baden
a) Revolutionsverlauf
b) Die Bedeutung der Novemberrevolution für die badische SPD
2. Die badische Nationalversammlung, Wahlkampf und Wahlergebnis
3. Die Entstehung der Artikel 18 und 19 der Verfassung
a) Die Vorarbeiten
b) Die Kirchenfrage
c) Die Schulfrage
d) Die Verabschiedung der Verfassung und ihre Bedeutung
4. Die innerparteiliche Reaktion auf die Verfassungsarbeit der SPD
IV. Die äußeren Bedingungen für die Kulturpolitik Badens
1. Baden und die Kompetenzabgrenzung zwischen Reich und Ländern
2. Das Finanzierungsproblem
V. Das Verhältnis zu "kulturtragenden" Bevölkerungsgruppen als Problem der SPD
1. Vorwort
2. Die Lehrer
3. Die Studenten
4. Die Religiösen Sozialisten
VI. Weimarer Koalition und badische Simultanschule
1. Vorwort
2. Das Verhältnis der badischen SPD zur Grundschulfrage
3. Die Reichsschulgesetzentwürfe und das Land Baden
4. Die Versuche der Sozialdemokraten, auf die Ausgestaltung der Grundschule Einfluß zu nehmen
VII. Die Auseinandersetzung um die Lehrerbildung
1. Der theoretische Standort von SPD und Zentrumspartei in der Frage der Lehrerbildung
a) SPD
b) Zentrum
2. Die reichsgesetzlichen Grundlagen
3. Die Bemühungen der badischen SPD um die Lehrerbildung
4. Das Lehrerbildungsgesetz als Thema der Landtagswahl von 1925
a) Der Entwurf Hellpach
b) Das Lehrerbildungsgesetz in den Koalitionsverhandlungen
5. Das Verhalten der Sozialdemokraten während der parlamentarischen Auseinandersetzungen und dessen Hintergründe
6. Das Lehrerbildungsgesetz als Auslöser für eine erste kulturpolitische Auseinandersetzung innerhalb der badischen SPD
VIII. Die Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat. Krise und Bruch der Koalition
1. Die rechtliche Ausgangsposition
2. Die badische Sozialdemokratie in der Auseinandersetzung mit den kirchlichen Bemühungen um eine Vergrößerung ihrer staatlichen Einflußsphäre bis zur Verabschiedung des Kirchenvermögensgesetzes von 1927
3. Das Kirchenvermögensgesetz von 1927
4. Das badische Konkordat von 1932
a) Das badische Konkordat im Rahmen der Landespolitik
b) Das badische Konkordat im Rahmen der Reichspolitik
C Schlußwort: Zum Ergebnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Krisenentwicklung der Weimarer Republik am Beispiel des Landes Baden, mit einem spezifischen Fokus auf die Koalitionsbeziehungen zwischen der SPD und der Zentrumspartei. Das Hauptziel besteht darin zu klären, warum Baden als vermeintlich stabiles Beispiel demokratischer Regierungsbildung galt und ob diese Stabilität die tatsächliche politische Instabilität hinter der Fassade eher maskierte oder förderte.
Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden
Beim Versuch, die Frage zu lösen, weshalb in Baden über eine so lange Zeit hinweg eine konstruktive Zusammenarbeit zweier so unterschiedlicher Parteien wie der SPD und der Zentrumspartei überhaupt gelang, werden eine Reihe von Erscheinungen deutlich, die sich allein aus der Situation Badens während der Weimarer Republik wohl kaum befriedigend erklären lassen. Es schien daher geboten, die Vorgeschichte beider Parteien daraufhin zu untersuchen, ob sie das spätere Verhalten ihrer Mitglieder abweichend von dem im Reich dominierende Einfluß der Liberalen Anteil daran hatte, dass beide Parteien gerade den zur Mitte hin tendierenden Flügeln ihrer Gesamtparteien zuzurechnen waren. Außerdem soll versucht werden, festzustellen, inwieweit es der badischen SPD gelungen ist, eigene kulturpolitische Vorstellungen zu entwickeln, da sich wohl nur so der Stellenwert ihres möglichen republikanischen Opferganges in etwa beurteilen lässt.
A Zur Aufgabenstellung: Die Einleitung definiert das Untersuchungsziel, die Krisen des Parlamentarismus am Beispiel Badens zu analysieren und die Rolle der stabil erscheinenden badischen Koalition zu hinterfragen.
B Zur Quellensituation: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Quellenlage durch den Verlust von Parteiunterlagen und die Protokollierungspraxis in Archiven.
I. Die Weimarer Koalition in Baden, ihre Grundlagen und ihre Probleme: Das Kapitel befasst sich mit der Analyse der Wahlergebnisse und der daraus resultierenden schwierigen Koalitionsverhältnisse.
II. Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden: Hier werden die historischen Ursprünge und die soziale Struktur der badischen SPD sowie der Zentrumspartei gegenübergestellt.
III. Entstehung und Probleme der ersten beiden Koalitionsregierungen: Dieses Kapitel thematisiert die Auswirkungen der Novemberrevolution auf die badische Politik und die Verfassungsgebung.
IV. Die äußeren Bedingungen für die Kulturpolitik Badens: Hier wird der Konflikt zwischen der badischen Landespolitik und dem Einfluss des Reiches in Kompetenz- und Finanzfragen dargestellt.
V. Das Verhältnis zu "kulturtragenden" Bevölkerungsgruppen als Problem der SPD: Es wird untersucht, wie die SPD versuchte, Gruppen wie Lehrer oder Studenten in ihre Politik einzubinden, und warum dies oft scheiterte.
VI. Weimarer Koalition und badische Simultanschule: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem bewährten badischen Simultanschulwesen und den Reformforderungen der Parteien.
VII. Die Auseinandersetzung um die Lehrerbildung: Es wird die Debatte um die theoretische und praktische Reform der Lehrerbildung und die Rolle der Koalitionsparteien analysiert.
VIII. Die Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat. Krise und Bruch der Koalition: Abschließend wird der schwierige Weg zur Konkordatsregelung und der daraus folgende Bruch der Koalition beschrieben.
Weimarer Republik, Baden, Sozialdemokratie, Zentrumspartei, Kulturpolitik, Koalitionspolitik, Konkordat, Simultanschule, Lehrerbildung, Novemberrevolution, Verfassungsarbeit, Kirche und Staat, Parlamentarismus, Wahlergebnisse, Bildungsreform
Die Arbeit analysiert die Geschichte der Weimarer Koalition in Baden, insbesondere die politischen Konflikte im Bereich der Kultur- und Schulpolitik zwischen SPD und Zentrumspartei.
Die zentralen Themen sind die Koalitionsdynamik, die Auseinandersetzungen um die Simultanschule, die Lehrerbildung sowie das Verhältnis von Kirche und Staat im badischen Landeskontext.
Die Forschungsfrage ist, warum Baden als politisch stabil galt und ob diese Stabilität die instabile Lage der Republik eher überdeckte oder gar begünstigte.
Die Autorin verwendet eine historisch-kritische Untersuchung auf Basis von Archivmaterial, Protokollen und zeitgenössischen Zeitungsquellen.
Der Hauptteil behandelt detailliert die Regierungsbildungen, die Verfassungsprozesse, die Bildungs- und Kulturkonflikte und die schließlich zum Bruch der Koalition führenden Konkordatsverhandlungen.
Schlüsselbegriffe sind Weimarer Republik, badische Sozialdemokratie, Zentrumspartei, Kulturpolitik, Konkordat und Simultanschulwesen.
Das Konkordat markierte den endgültigen Bruch, da die SPD-Basis und Teile der Landtagsfraktion den zunehmenden Zugeständnissen an die Kirche nicht länger zustimmen konnten.
Die SPD war durch ihre Koalition mit dem Zentrum stark eingeschränkt und wollte den Zusammenhalt der Regierung zur Sicherung der Republik nicht durch radikale kulturpolitische Forderungen gefährden.
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