Masterarbeit, 2012
106 Seiten
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 GRUNDLEGENDE SYSTEMATIK DES IMPAIRMENT TESTS
2.1 Gründe für den Impairment Test und Einordnung in die IFRS Rechnungslegung
2.2 Norm und Anwendungsbereiche
2.3 Verpflichtung zum Impairment Test und Indikatoren für eine Wertminderung
2.4 Struktur des Werthaltigkeitstests
3 BESTIMMUNG DES ERZIELBAREN BETRAGES
3.1 Konzept des erzielbaren Betrages (recovarable amount)
3.2 Nutzungswert (value in use)
3.2.1 Konzept des Nutzungswertes
3.2.2 Planungsmodelle für die Ermittlung der Cashflows
3.2.2.1 Traditioneller Ansatz (traditional approach)
3.2.2.2 Erweiterter Cashflow-Ansatz (expected cashflow approach)
3.2.3 Planungszeitraum
3.2.4 Ermittlung der Cashflows für die einzelnen Phasen der Bewertung
3.2.4.1 Detailplanungsphase
3.2.4.1.1 Schätzung der Cashflows aus der betrieblichen Nutzung
3.2.4.1.2 Behandlung von Investitionen und Restrukturierungen
3.2.4.1.3 Behandlung von Finanzierungsfragen, Ertragsteuern und Cashflows in fremder Währung
3.2.4.2 Fortschreibungsphase
3.2.4.3 Abgang am Ende der Nutzungsdauer
3.2.5 Ermittlung des Diskontierungszinssatzes
3.2.5.1 Risikoloser Zinssatz als Basiszinssatz
3.2.5.2 Berücksichtigung des Risikos im Zinssatz
3.2.5.3 Bestimmung der durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten
3.2.5.3.1 Eigenkapitalkosten durch Anwendung des Capital Asset Pricing-Model
3.2.5.3.2 Fremdkapitalkosten
3.2.5.4 Ermittlung eines Zinssatzes vor Steuern
3.2.5.5 Diskontierungszinssatz (WACC) in der Praxis
3.3 Beizulegender Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten (fair value less cost to sell)
3.3.1 Konzept des beizulegenden Zeitwertes
3.3.2 Hierarchie zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes
3.3.2.1 Marktpreisorientiertes Verfahren
3.3.2.2 Kapitalwertorientiertes Verfahren
3.3.3 Veräußerungskosten
4 ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDE EINHEITEN
4.1 Konzept der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash Generating Unit)
4.2 Abgrenzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
4.2.1 Abgrenzungskriterien
4.2.1.1 Abgrenzung durch Generierung unabhängiger Mittelzuflüsse
4.2.1.2 Abgrenzung durch die Existenz eines aktiven Marktes
4.2.2 Abschlusspolitisches Potenzial bei der Abgrenzung
4.3 Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
4.3.1 Geschäfts- oder Firmenwert (goodwill)
4.3.1.1 Zuordnung des Geschäfts- oder Firmenwertes
4.3.1.2 Goodwill der nicht beherrschten Anteile (Minderheitenanteile)
4.3.2 Gemeinschaftliche Vermögenswerte (corporate assets)
5 ERFASSUNG DES IMPAIRMENT TESTS IM JAHRESABSCHLUSS
5.1 Abbildung einer Wertminderung (impairment loss)
5.1.1 Wertminderung einzelner Vermögenswerte
5.1.2 Wertminderung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit
5.2 Abbildung einer Wertaufholung
5.3 Ausgewählte Anhangangaben
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Anwendung des Impairment Tests gemäß IAS 36 durch kapitalmarktorientierte Unternehmen. Ziel ist es, die dem Bilanzierenden angebotenen Wahlrechte und Ermessensspielräume kritisch zu analysieren und aufzuzeigen, wie diese im Rahmen der bilanzpolitischen Gestaltung genutzt werden, um den Jahresabschluss in eine gewünschte Richtung zu beeinflussen.
3.2.4.1.2 Behandlung von Investitionen und Restrukturierungen
Die Schätzungen des Cashflows beruhen auf der jüngsten vom Management genehmigte Planung. Diese erfolgt für den gegenwärtigen Zustand des Bewertungsobjektes. Bei der Ermittlung der Mittelflüsse ist von einer CGU auszugehen, „wie sie steht und liegt“.99 Demzufolge dürfen nach IAS 36.44 keine Erweiterungsinvestitionen oder Restrukturierungsmaßnahmen bei der Ableitung der Cashflows berücksichtigt werden, d. h. es erfolgt lediglich eine Bewertung der Erfolgsfaktoren, die aus der Vergangenheit resultieren und unabhängig von der zukünftigen Entwicklung sind.100
Im Sinne von IAS 36.44 (b) sind bei der Berechnung der Cashflows keine Investitionen, die nicht der Erhaltung, sondern der Verbesserung bzw. Erhöhung der Ertragskraft (sog. Erweiterungsinvestitionen) dienen, einzubeziehen. Dementsprechend sind alle Cashflows, die aus Erweiterungsinvestitionen resultieren – also die Auszahlungen für den Erwerb, die Einzahlungen aus der Nutzung und die damit verbundenen Auszahlungen – aus den Planungen zu eliminieren. Lediglich Erhaltungsinvestitionen müssen in den Cashflows enthalten sein.101 Bei einer CGU ist deshalb ihr Geschäftsmodell zu analysieren, wobei nur Investitionen einbezogen werden dürfen, die das Geschäftsmodell der CGU nicht nachhaltig verändern.102 Die Anrechnung von Cashflows aus Erweiterungsinvestitionen ist nach IAS 36.48 erst zulässig, wenn sie tatsächlich bezahlt sind. Eine Ausnahme bilden lediglich die Anlagen im Bau. Bei ihnen werden die Auszahlungen für die aktivierungspflichtigen Herstellungskosten in den Cashflows erfasst.103
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Ermessensspielräume bei der Anwendung von IAS 36 in der Praxis zu untersuchen und gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung.
2 GRUNDLEGENDE SYSTEMATIK DES IMPAIRMENT TESTS: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die Normen und die Systematik des Impairment Tests nach IAS 36 sowie die Verpflichtung zu dessen Durchführung.
3 BESTIMMUNG DES ERZIELBAREN BETRAGES: Hier werden die zentralen Wertmaßstäbe – Nutzungswert und beizulegender Zeitwert – analysiert, insbesondere hinsichtlich der Planungsmodelle und der Ermittlung der Diskontierungszinssätze.
4 ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDE EINHEITEN: Dieses Kapitel behandelt das Konzept der Cash Generating Unit (CGU), deren Abgrenzung sowie die Besonderheiten bei der Behandlung von Firmenwerten und gemeinschaftlichen Vermögenswerten.
5 ERFASSUNG DES IMPAIRMENT TESTS IM JAHRESABSCHLUSS: Hier wird die praktische Umsetzung der Wertminderung und der Wertaufholung sowie die Anforderungen an die Anhangangaben thematisiert.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und resümiert die bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten, die Unternehmen durch die Ermessensspielräume bei der Anwendung des Impairment Tests erhalten.
IAS 36, Impairment Test, Goodwill, Cash Generating Unit, Nutzungswert, beizulegender Zeitwert, Bilanzpolitik, Ermessensspielräume, Diskontierungszinssatz, Kapitalkosten, Werthaltigkeitsprüfung, IFRS, Jahresabschluss, Wertaufholung, Cashflow
Die Arbeit untersucht die Bilanzierung von Wertminderungen gemäß IAS 36, wobei der Fokus insbesondere auf den Wahlrechten und Ermessensspielräumen der Unternehmen liegt.
Zu den Schwerpunkten gehören die Ermittlung des erzielbaren Betrages (Nutzungswert vs. beizulegender Zeitwert), die Bildung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) und die bilanzpolitische Steuerung durch das Management.
Ziel ist es, die Ermessensspielräume bei der Anwendung von IAS 36 zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Unternehmen diese in der Praxis nutzen, um ihr Jahresabschlussbild zu beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Analyse der Standards sowie der Auswertung empirischer Studien zum Jahresabschlussverhalten kapitalmarktorientierter Unternehmen im Zeitraum 2005 bis 2011.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des erzielbaren Betrages, das Konzept der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die Erfassung und Berichterstattung von Wertminderungen.
Wichtige Begriffe sind IAS 36, Impairment Test, Goodwill, Cash Generating Unit, Nutzungswert, Bilanzpolitik und Ermessensspielräume.
Der Nutzungswert basiert auf einer unternehmensinternen Perspektive und subjektiven Annahmen zur Weiternutzung, während der beizulegende Zeitwert einen marktbezogenen Verkaufspreis (abzüglich Veräußerungskosten) unterstellt.
Da Goodwill nicht auf Ebene der einzelnen CGU isoliert messbar ist, erfolgt die Allokation oft auf höheren Ebenen, was den Spielraum für eine interessensgeleitete Verteilung (Saldierungseffekte) erhöht.
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