Forschungsarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 2
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Begriff und Funktion des Lehrplanes
3.1 Die Bedeutung des Lehrplanes
3.2 Der politische Einfluss auf die Gestaltung des Lehrplanes
3.3 Die österreichischen und bayerischen Lehrpläne
3.3.1 Die Reorganisation des österreichischen Schulwesens
3.3.2 Die Reorganisation des bayerischen Schulwesens
3.3.3 Der österreichische Lehrplan 1946
3.3.4 Der bayerische Lehrplan 1950
4. Begriff und Funktion des Schulbuches
4.1 Internationaler Schulbuchforschung
4.2 Schwerpunkte der Schulbuchforschung:
4.3 Analyseverfahren
4.3.1 Die deskriptive-analytische Methode
4.3.2 Die Raumanalyse
4.3.3 Exemplarische Darstellung der Analyseverfahren
5. Bibliographie
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Darstellung des Holocaust und die Rolle der Gedenkstättenpädagogik im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe eins in Österreich und Bayern historisch-pädagogisch zu vergleichen und die curriculare sowie schulbuchbasierte Vermittlung seit 1945 kritisch zu analysieren.
Die industrielle Vernichtung in den Konzentrations- und Vernichtungslagern 1942-1945
Im Teilkapitel „Was geschah in den Konzentrationslagern“ setzt sich das vorliegende Lehrwerk mit der dritten Phase des Holocaust auseinander. Auch bei diesem Themenbereich übernehmen die Autoren bei bestimmten Begrifflichkeiten die nationalsozialistische Diktion, so wird der Genozid an der jüdischen Bevölkerung als „Ausrottung beziehungsweise Endlösung“ bezeichnet. In diesem Kontext steht auch die zwangsweise herbeigeführte Ghettoisierung der polnischen Juden, die 1943 zu einem bewaffneten Aufstand in Warschau führte.
„ Auch in Warschau war ein Ghetto errichtet worden. Die jüdische Bevölkerung wurde gezwungen, Versorgung und Schutz selbst zu organisieren. Als klar wurde, dass sie alle den Weg in die Vernichtungslager gehen mussten, wagten sie einen Aufstand, der trotz drückender Überlegenheit der deutschen Truppen erst nach fünf Wochen niedergeworfen werden konnte“80
Hinsichtlich der Existenz von Vernichtungslagern im Osten Europas kommt es lediglich zu Erwähnung von Auschwitz.
„ Hunderttausende Häftlinge mussten dort für die um Auschwitz angesiedelten Zweigbetriebe deutscher Industrien arbeiten- solange beziehungsweise wenn sie arbeitsfähig waren. Arbeitsunfähige, vor allem Kinder und alte Menschen wurden sofort getötet.“81
Im Anschluss an diese knappe Information folgen zwei Quellentexte, in denen zwei Haupttäter des Holocaust, Heinrich Himmler und Rudolf Höß, zu Wort kommen. Der erste Text ist ein Teilauszug aus einem Verhörprotokoll mit dem Kommandanten des KZ- Auschwitz im Jahre 1945:
„ Ich befehligte Auschwitz vom 1. Mai 1940 bis zum 1. Dezember 1943 und schätze, dass mindestens 2500000 Opfer dort durch Vergasung und Verbrennung hingerichtet wurden; mindestens eine weitere halbe Million starb durch Hunger und Krankheit (…) Ich stellte keine Überlegungen an – ich hatte den Befehl bekommen und hatte ihn durchzuführen. Wenn der Führer selbst die Endlösung befohlen hatte, gab es für einen alten Nationalsozialisten keine Überlegungen, noch weniger für den Führer.“82
1. Einleitung: Beschreibt die historische Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust in der politischen Bildung und erläutert die Motivation für die Dissertation.
2. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über bisherige quantitative und qualitative Untersuchungen zur Darstellung des Holocaust im Geschichtsunterricht in Österreich und Deutschland.
3. Begriff und Funktion des Lehrplanes: Definiert den Lehrplan als staatliches Lenkungsmittel und beleuchtet die historische Entwicklung sowie politische Einflussnahme in Österreich und Bayern.
4. Begriff und Funktion des Schulbuches: Erläutert das Schulbuch als Unterrichtsmedium, diskutiert Ansätze der internationalen Schulbuchforschung und stellt die gewählten Analyseverfahren vor.
5. Bibliographie: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Forschungsliteratur auf.
Holocaust, Gedenkstättenpädagogik, Geschichte und Sozialkunde, Politische Bildung, Schulbuchforschung, Lehrplananalyse, Nationalsozialismus, Österreich, Bayern, Zeitgeschichte, Sekundarstufe eins, Didaktik, Entnazifizierung, Shoah, Geschichtsunterricht.
Die Arbeit untersucht, wie das Thema Holocaust und die Gedenkstättenpädagogik im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe eins in Österreich und Bayern seit 1945 behandelt wurden.
Zentrale Themen sind die curriculare Entwicklung (Lehrpläne), die Schulbuchanalyse als Instrument der historisch-politischen Bildung und der pädagogische Umgang mit der NS-Vergangenheit.
Das primäre Ziel ist ein historisch-pädagogischer Vergleich zwischen Österreich und Bayern hinsichtlich der Thematisierung des Holocaust in Schulen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der Autor nutzt sowohl eine deskriptiv-analytische Methode als auch eine quantitative Raumanalyse, um Schulbücher hinsichtlich ihrer Holocaust-Darstellung zu untersuchen.
Im Hauptteil werden Lehrpläne analysiert, die Reorganisation des Schulwesens nach 1945 beleuchtet und eine detaillierte Schulbuchanalyse inklusive bildlicher und textueller Auswertungen vorgenommen.
Charakteristische Begriffe sind Holocaust, Schulbuchforschung, Lehrplananalyse, Gedenkstättenpädagogik, Nationalsozialismus und vergleichende Geschichtsdidaktik.
Die Entnazifizierung war eine vordergründige Aufgabe, bei der nationalsozialistische Lehrpläne außer Kraft gesetzt und unbelastete Lehrkräfte sowie neue, demokratisch orientierte Lehrmittel gesucht wurden.
Sie dient dazu, die qualitative und quantitative Gewichtung der Holocaust-Darstellung in den Schulbüchern zu beziffern und aufzuzeigen, ob der Fokus eher auf der NS-Täterideologie oder auf dem Leid der Opfer liegt.
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