Bachelorarbeit, 2011
75 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Alter und Migration
1.1 Alter und Altern in der deutschen Gesellschaft
1.1.1 Phänomen „Alter“: ein kurzer Überblick
1.1.2 Demografischer Wandel in Deutschland
1.2 Migration: Begriffsklärung und Formen
1.2.1 Begriff der Migration
1.2.2 (Arbeits-) Migration in Ost- und Westdeutschlandnach dem Zweiten Weltkrieg
1.2.3 Weitere Formen der Zuwanderung: (Spät-) Aussiedler, Flüchtlinge und Asylsuchende
2 Älter werden in der Fremde
2.1 Statistische Erfassung der älteren Bevölkerung mit Migrationshintergrund
2.2 Psychologische Aspekte der Migration
2.3 Verbleib oder Rückkehr: Gründe des Alterns in der Fremde
3 Lebenslagen älterer MigrantInnen in Deutschland
3.1 Theorie der Lebenslagen
3.1.1 Theoretische Grundlagen der Lebenslagen
3.1.2 Lebenslagen im Alter
3.2 Lebenslagen älterer MigrantInnen in Deutschland: Empirische Befunde
3.2.1 Materielle Lebensbedingungen älterer MigrantInnen: Einkommens- und Wohnsituation
3.2.2 Gesundheitssituation
3.2.3 Soziokulturelle Situation: Soziale Integration und Partizipation
4 Interkulturelle Soziale Arbeit mit älteren MigrantInnen
Fazit
Die Arbeit untersucht die Lebenslagen älterer Migrantinnen und Migranten in Deutschland, analysiert deren spezifische Benachteiligungen im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung und beleuchtet die Rolle der interkulturellen Sozialen Arbeit bei der Unterstützung dieser heterogenen Bevölkerungsgruppe.
2.2 Psychologische Aspekte der Migration
Die Migration ist immer mit Schwierigkeiten verbunden, da man das vertraute Umfeld für eine längere oder ungewisse Zeit verlassen muss. Dabei wird meist eine ähnliche Reihenfolge von Vorbereitungsschritten gebildet: „sorgfältige Planung, Sammlung von Informationen über den Zielort, Vergewisserung über den Standard der Unterbringung, Versicherung der Rückkehrmöglichkeiten für jeden denkbaren Fall, (…).“ (Czycholl 2009: 24) Die Fremde lockt und begrenzt den Menschen zugleich dadurch, dass die schon eigene Vorstellungen und Erfahrungen vorliegen. Migration bedeutet in gewissem Maße „den Untergang einer Welt“ (Czycholl 2009: 26), bzw. der Welt, zu der die Menschen im Laufe ihres Lebens vor der Migration gehörten: Umgebung, Beziehungen, Bindungen, Vorstellungen, Gewissheiten usw. verändert sich. Mit der Migration geben die Menschen alles Gewohnte auf und versetzen sich in einen Übergangszustand, in dem sie sich selbst neu finden müssen, ihre Welt neu konstruieren und eine neue Wirklichkeit aufbauen müssen.
(Vgl. Czycholl 2009: 26) „ Die Migration stellt eine Veränderung von solchem Ausmaß dar, dass die Identität dabei nicht nur hervorgehoben, sondern auch gefährdet wird. Der massive Verlust erfasst die bedeutsamsten und wertvollsten Objekte: Menschen, Dinge, Orte, Sprache, Kultur, Gebräuche, Klima, manchmal den Beruf, die gesellschaftliche, beziehungsweise ökonomische Stellung usw. An jedem dieser Objekte haften Erinnerungen und intensive Gefühle. Mit dem Verlust dieser Objekte sind die Beziehungen zu ihnen und manche Anteile des Selbst ebenfalls vom Verlust bedroht.“ (Grinberg/Grinberg zit. nach Czycholl 2009: 26 ff.) Durch Migration bekommen Menschen die Chance sich neu zu entfalten und sich weiter zu entwickeln ebenso setzen sie sich auch dem Risiko aus alles zu verlieren.
1 Alter und Migration: Dieses Kapitel legt den theoretischen Grundstein durch die Definition der Begriffe Alter und Migration sowie die Einordnung demografischer Entwicklungen.
2 Älter werden in der Fremde: Das Kapitel befasst sich mit der statistischen Struktur, psychologischen Belastungen des Migrationsprozesses und den Motiven für einen Verbleib oder die Rückkehr.
3 Lebenslagen älterer MigrantInnen in Deutschland: Hier werden theoretische Ansätze zur Lebenslage vorgestellt und empirische Befunde zu Einkommen, Wohnen, Gesundheit und Integration analysiert.
4 Interkulturelle Soziale Arbeit mit älteren MigrantInnen: Das abschließende Kapitel beschreibt die Notwendigkeit und Umsetzung einer interkulturellen Öffnung in der Sozialen Arbeit und Altenhilfe.
Ältere MigrantInnen, Lebenslagen, Demografischer Wandel, Migration, Sozialarbeit, Interkulturelle Öffnung, Gesundheit im Alter, Altersarmut, Soziale Integration, Migrationsgeschichte, Altenhilfe, Wohnsituation, Sprachkenntnisse, Identitätswahrung, Rückkehrorientierung.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Lebensumstände älterer Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und untersucht, wie sich deren Biografie auf ihre aktuelle Lebenssituation auswirkt.
Die zentralen Themen umfassen die sozioökonomische Lage, gesundheitliche Aspekte, soziale Integration, familiäre Strukturen sowie die Herausforderungen für das deutsche Altenhilfesystem.
Ziel ist es, die vielfältigen Dimensionen der Lebenslagen dieser Bevölkerungsgruppe zu beschreiben und die Rolle der interkulturellen Sozialen Arbeit bei der Verbesserung der Versorgungssituation herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Sekundärdatenanalyse, wobei soziologische Konzepte wie der Lebenslagenansatz auf die Zielgruppe der älteren MigrantInnen angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Alters und der Migration, die psychologischen Folgen des Migrationsprozesses sowie die detaillierte empirische Darstellung der Lebenslagen (Einkommen, Wohnen, Gesundheit, Partizipation).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lebenslagen, Migration, Interkulturelle Soziale Arbeit, Altersarmut, Altenhilfe und soziale Teilhabe charakterisiert.
Die Familie fungiert als wichtigster Rückzugsort und soziales Unterstützungssystem, birgt jedoch durch den Generationswandel und kulturelle Unterschiede auch Konfliktpotenzial.
Dieser Begriff beschreibt das lebenslange Festhalten am Wunsch der Rückkehr ins Herkunftsland, auch wenn eine reale Umsetzung aufgrund der Lebensrealität in Deutschland zunehmend unwahrscheinlicher wird.
Die interkulturelle Öffnung sozialer Dienste ist notwendig, um Barrieren für MigrantInnen abzubauen, Vorurteile bei Fachkräften zu mindern und bedarfsgerechte, kultursensible Angebote zu schaffen.
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